• Shaxi

    Mar 31–Apr 3 in China ⋅ ☁️ 21 °C

    Von Dali geht es mit dem Taxi nach Shaxizhen - kurz Shaxi.

    Das Hotel hat freundlicherweise den Fahrer gebucht. Das kostet uns 350¥, also 44€. Doch vorher gibt es noch ein kleines Geschenk: Süßes und Tee auf diese hier typische Runde Form gepresst. Ich hab eh schon mit dem Gedanken gespielt, so eine flache Teescheibe zu kaufen. Aber irgendwie war sie mir zu kostenintensiv.
    Bis Shaxi ist es eigentlich eine anderthalbstündige Fahrt. Nach der Hälfte fragt uns der Fahrer, ob er den Weg über die Berge fahren darf.
    Das dauert dann eine Stunde länger - kostet uns aber keinen Cent mehr. Damit aber fährt er uns durch diese sensationelle Bergwelt.

    Kurz bevor wir das Ziel erreichen, nimmt er per WeChat den Kontakt mit unserer neuen Unterkunft auf. So stehen schon Helfer am vereinbarten Ort, um unsere Koffer zum Hotel zu tragen. Denn im kleinen historischen Dorf von Shaxi darf absolut kein Auto - auch kein Moped - fahren.
    Was ist das für ein unglaublicher Service!

    Wir wohnen ganz zentral mitten in Shaxi wieder in einem historischen Haus. Das ist nicht ganz so besonders wie das in Dali. Dennoch sehr urig. Unser Zimmer 2003 befindet sich in der oberen Etage. Die Treppen nach oben sind super steil. Der Raum groß und hat alles, was man braucht. Außer einem Kühlschrank. Der war nämlich auf der bisherigen Reise immer mit Getränken gefüllt, die kostenlos zur Verfügung standen.

    Auch Shaxi liegt auf der Tee-Pferde-Karawanenstraße. Gegründet ist es etwa 400 v. Chr.
    Unvorstellbar aber wahr ist, dass die Gebäude in Shaxi überwiegend original aus der Ming- und Qing-Dynastie (1368–1912) erhalten sind.
    Aber was wir schon auf dem kurzen Weg zum Homestay sehen konnten, ist schwer beeindruckend.

    Wie immer am Nachmittag, bereitet Rainer Kaffee zu. Aber wo ist meine Tasse, die ich immer mithabe?
    Oh no! Die haben wir in Dali stehen lassen 😢. Zurückfahren ist keine Option. Per WeChat kontaktiere ich die Villa in Dali.
    „Kein Problem“ teilt man mir mit. Sie werden die Tasse sofort per Express nach Shaxi senden. Sie werden die Kosten übernehmen! Das kann ich dann wiederum nicht akzeptieren. Obwohl ich mich frage, ob der Transport vielleicht zu teuer ist. Aber nach dem Preis zu fragen, traue ich mich auch wieder nicht. Außerdem hat man schon unser jetziges Hotel kontaktiert und Bescheid gesagt, dass da ein Päckchen für uns ankommen wird.
    Da bleibe ich einfach wortlos. Wo gibt es so viel Service. In China!

    Die Tasse ist übrigens am nächsten Morgen schon abholbereit an der Rezi. Kostenpunkt : 13¥ = 1.65€

    Das Wetter am ersten Abend ist super. Das Licht grandios. Das müssen wir sofort nutzen.
    Wir spazieren zum Fluss und zur „Yujin Brücke“, von der man ein Foto einfach im Portfolio haben muss 😉

    Shaxi soll zu den „top-secrets“ gehören. Schwierig das zu glauben. Die engen Gassen sind selbst jetzt am frühen Abend, wenn die Tagesbesucher schon längst weg sind, ziemlich gut besucht. Wahrscheinlich gehört Shaxi aber zu den fotogensten Orten überhaupt, die wir je besucht haben. Keine Ecke, kein Haus, kein Hof, die mich nicht verführt zu fotografieren. Alles ist wunderschön. Natürlich lebt die Altstadt vom Tourismus. So reiht sich ein Shop am anderen. Ein Restaurant am anderen. Was mir dennoch gefällt, ist, dass all die Geschäfte im Haus bleiben und den Anblick nicht so zerstören, wie wir das im letzten Jahr im vietnamesischen HoiAn erleben mussten. Man sieht die Schönheit der Fassade.
    Jedenfalls erleben wir hier auch den Höhepunkt der fotografischen Selbstinszenierung der vielen kleinen Girlies, die traditionelle Kleidung ausleihen, um sich so fotografieren zu lassen. Überall wird gepost. Mit oder ohne Fotograf. Da ist den Mädels auch nichts peinlich.
    Nun ja. Wir genießen das Städtchen insbesondere am Abend.
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