Markttag in Shaxi & Fahrt nach ShangriLa
April 3 in China ⋅ ⛅ 6 °C
Am Abreisetag geht’s superfrüh aus dem Haus. Jedenfalls für unsere Verhältnisse. 7:30Uhr schon klingelt der Wecker.
Heute findet der berühmte Freitagsmarkt in Shaxi statt. Es ist laut Literatur ein letzter verbliebener und unverfälschter authentischer Handelsort der Bai- und Yi-Minderheiten. Das ganze findet da statt, wo es schon zu Zeiten der Tee-Pferde-Karawanenroute stattfand.
Kurz vor Acht kann man die nur guckenden Besucher an einer Hand abzählen. Wir inbegriffen.
Das rege Treiben ist aber schon in vollem Gange. Die meisten haben solche Körbe auf den Rücken geschnallt. Manche sind schon voll mit Waren gefüllt. Manche tragen noch zusätzlich Tüten in den Händen.
Tatsächlich besteht die Handelsware nicht aus irgendwelchen kitschigen Andenken. Hier gibt es Ware aus der Region. Alles, aber auch wirklich alles ist superfrisch. Die geschlachteten Tiere haben wahrscheinlich gestern Abend noch gelebt. Das Gemüse, die Wurzeln und Sprossen oder was auch immer das alles ist, natürlich auch.
Sie lassen mich all ihre Ware fotografieren und wundern sich vielleicht, was da so besonderes an dem, was ich anvisiere, sein soll. Aber vieles kennen wir tatsächlich nicht. Vor allem wenn es in irgendeinem Sud eingelegt ist. Sie dulden es auch, dass ich sie fotografiere. Einer Asiatin - nicht weit von mir stehend - verbieten sie es wiederum.
Wir schauen zu, wie lebende Karpfen aus einem riesigen Tanker mit einem Kescher geholt werden. Wie fertiggegarte Klöße aus dem Topf. Im neuen Behälter sind die Fische aufgeregt. Es sieht aus als brodele das Wasser.
Andere Tiere, die gehandelt werden könnten, sind heute nicht zu sehen.
Es ist kurz nach Neun, als wir uns vom äußersten Ende des Marktes auf den Rückweg machen. Da wollte ich eigentlich schon wieder im Hotel sein. Aber das hier ist viel faszinierender.
Was für ein Bild! Was für ein Erlebnis!
Es ist wieder einmal ein Overkill für die Augen. Definitiv nicht für die Nase. Denn es wird der geruchloseste Markt, den wir jemals besucht haben. Und ich hab definitiv eine sehr sensible Nase. Andernorts haben wir nicht nur einmal die Marktrunde abkürzen müssen, weil ich den Geruch nicht ertragen konnte. Ganz anders hier. Hier ist alles so frisch. Hier würde ich bedenkenlos auch Fleisch kaufen.
Am Ende der Runde sind wir uns einig: Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.
Als wir zurück kommen, verputzen wir noch schnell unser Frühstück - wir haben täglich das Gleiche bestellt - und dann geht’s schon zum Treffpunkt, wo uns ein Taxi abholen wird. Denn Shaxi hat keinen Bahnhof. Es liegt weit weg von sonstigen Routen. Es gibt wenig Möglichkeiten, um es zu erreichen, wenn man - wie wir - nicht mit dem Bus reisen will.
Bis zum nächsten Ort würde die Autofahrt etwa vier Stunden dauern. Mit einem bequemen Gefährt, wäre es ok. Aber selbst das gibt es hier in Shaxi nicht. Also teilen wir die Strecke. Eine reichliche Stunde fahren wir mit einem Taxi bis Lijiang. Der Fahrer ist müde. Sehr müde. Ich fühle mich nicht wohl, bis wir endlich den Bahnhof in Lijiang erreichen. Ab hier geht es mit dem Zug weiter.
Einem C-Zug. Der ist nicht so schnell wie ein G- oder D-Zug. Dafür sind die Sitze super komfortabel.
Die Fahrt findet zu schätzungsweise 80% durch den Tunnel statt. Die Abstände dazwischen sind so kurz, dass es sich anfühlt, wie kurz Luft schnappen, um dann wieder abzutauchen. Einmal sehen wir länger etwas von der Landschaft. Nämlich als wir über die Tiger Leaping Gorge fahren. Wir sitzen auf der richtigen Seite und haben einen tollen Ausblick auf das, was uns in wenigen Tagen erwartet. Aber jetzt geht es erst einmal nach ShangriLa.Read more























TravelerHabe ihr gar nichts probiert oder gekauft?
TravelerWir haben uns Süßigkeiten gekauft. Das sind so selbstgemachte mit Mango, Rosenblättern etc. Ansonsten war da nicht viel mit verkosten. Die ganzen Wurzeln und Kräuter sind ja Zutaten, die man zum kochen benötigt.
TravelerFragst du immer ob du fotografieren darfst ?
TravelerSo ein Tamtam um das abgelichtet werden, gibt es wohl nur in Europa. Hier ist man stolz darauf wenn ein Ausländer sie fotografiert. Ich hab das ja im Text geschrieben, dass einer Asiatin es aber verneint wurde. Ich mag aber nicht wenn sie in die Kamera gucken. Das soll ja nicht so gestellt aussehen. Übrigens, frage ich explizit die Eltern wenn ich Kinder fotografiere. Aber das ist dann immer so gestellt, weil sie sofort posen.
TravelerGenau das ist mir aufgefallen, dass nicht alle in die Kamera schauen und ich das schön finde. Wie du sagst, es wirkt sonst gestellt. Und da kann bei mir der Gedanke auf, wenn jemand nicht in die Kamera schaut, du auch fragst oder einfach abdrückst 😊
TravelerWenn jemand die Arme verkreuzt, oder die Hand aufhält, dann ist das für mich ein No-go. Ich hatte mir, als wir zum ersten Mal in Kolumbien auf so einem Ethnien-Markt waren, den Satz in Spanisch extra zurechtgelegt um zu fragen. Manche haben nein gesagt. Manche haben sich gefreut fotografiert zu werden.