• Lijiang & Bluemoon Valley

    April 9 in China ⋅ ☀️ 11 °C

    Unsere Unterkunft befindet sich in der Altstadt. Nicht weit vom Nordtor. Und das ist auch gut so.
    Denn diese Altstadt ist nicht wie die anderen. So übersichtlich und die Wege klar erkennbar. Nein hier kann man sich echt verlaufen.

    Zwei Angestellte des Hotels holen uns nebst Gepäck ab. Auch das ist gut so. Es geht viele Treppen bergab. Um die Ecke und dann um die andere Ecke. Ich bin schon hoffnungslos „lost“.

    Das Jungli Yusu Inn ist ein verwinkelter, chinesischer Bau mit zwei Höfen. Nicht nachgebaut. Es ist noch Original. Genau wie die gesamte Altstadt. Natürlich ist im Inneren alles auf den modernen Stand gebracht.
    Das erste Zimmer müssen wir tauschen. Das ist uns zu eng. Schließlich sind wir drei Nächte hier. Wir bekommen ein etwas Größeres. Das hat keine Sitzgelegenheit. Aber das ist halb so schlimm. Der Massagesessel hat Platz. Schade, dass die riesige Badewanne so viel Platz einnimmt. Frei stehende Badewannen scheinen für Chinesen Ausdruck von Luxus zu sein. Uns würde die Dusche reichen.

    Draußen sieht es am ersten Abend regnerisch aus. Wir gehen dennoch raus. Die Hotelangestellte besteht darauf, dass wir einen Schirm mitnehmen.
    Die engen, verworrenen Gassen haben unendlich viel Flair. Auch bei miesem Wetter.
    Wir laufen ziellos. Einfach so. Lassen uns treiben. Alles ist schön. Alles ist fotogen. Selbst der enge Flusslauf zwischen den Häusern. Und es grünt und blüht über all. Total üppig.

    In einem Café lassen wir uns nieder. Was für ein Ambiente. Gefühlt hunderte blühende Pflanzen und Blumen in Töpfen in Eimern zieren den Innenhof. Wie in einem verwunschenen Garten. Natürlich gibt es hier auch wieder junge Frauen in schönen Kleidern vergangener Zeiten, die sich fotografieren lassen.
    Das Innere des Cafés umringt den Hof. Alles ist mit viel Liebe dekoriert.
    Der Cappuccino ist lecker. Der Kuchen ein Traum.

    Am nächsten Tag fahren wir ins Bluemoon Valley. So ganz genau habe ich es nicht vorgeplant. Wieder einmal war es ein Foto bei Instagram, das mich angelockt hat.
    Knapp eine Stunde fahren wir mit dem Taxi. Am Eingang des Nationalparks will man unsere Pässe sehen. Man kassiert hier den Eintritt für den Park ab. Weist uns gleichzeitig darauf hin, dass wir nur die Hälfte zahlen. Ü60 eben. Der Taxifahrer weiß, wo wir hin wollen und setzt uns am richtigen Ort ab.
    Hier läuft wieder alles wie am Schnürchen: Busticket kaufen (natürlich den halben Preis - das müssen wir nicht sagen) und dann bringt uns der Bus bis zum gewünschten Ort. Leider verstehen wir nicht, wann wir aussteigen sollen. Eigentlich orientieren wir uns immer an den anderen. Aber auch sie reagieren nicht am ersten Stopp. So fahren wir ein wenig zu weit. Aber das macht nichts. Wir befinden uns immer noch an den herrlichen kaskadenartigen Gletscherseen.

    Hier ist echt was los. Denn das scheint die Nonplusultra Location für Hochzeitsfotografie zu sein.
    Ich meine, tatsächlich ist dieser Ort wunderwunderschön. Mit Sonne wäre es perfekt. Aber man kann nicht alles haben. Wir sind dennoch total geflashed vom schönen Ort. Und… wir haben genug an für diese frischen Temperaturen. Ganz anders als all die Bräute, die für ein perfektes Foto sich wohl den A… abfrieren.

    Nach drei Stunden geht’s zurück. Direkt in ein Massagesalon. Aber sie haben momentan keine Kapazität. In Vietnam würde man an Ort und Stelle jemand organisieren. Hier nicht.
    Anderthalbstunden später stehen wir wieder auf der Matte. Die 90-minütige Massage soll Thai sein. Hm. Ich würde sagen: Einiges kommt hin. Aber es ist ein Mix aus Thai und Akupressur. Wir liegen auf beheizten Matten. Die Augenmaske ist mit diesen sich selbst wärmenden Granulaten gefüllt. Boa - fühlt sich das gut an. Schon geistert es mir durch den Kopf. So ne Dinger muss ich mir besorgen und als Grosspackung nach Hause mitnehmen 😉

    Auch den letzten Tag verbringen wir in der schönsten aller Altstädte auf unserer Reise durch Yunnan. Jede Ecke ist wieder ein Fotomotiv. Nicht einmal Rainer kann sich zurückhalten.
    Bei Watsons hole ich mir tatsächlich eine Grosspackung diese Masken. Eigentlich wollen wir am Abend irgend etwas Westliches Essen. Wir wären sogar mit einer Pizza zufrieden. Vom chinesischen Essen brauchen wir ersteinmal ne Pause. Das was uns in Deutschland als Chinesisch aufgetischt wird, ist irgendwas - nur nicht das, was man hier in Yunnan bekommt. Meist kämpfen wir mit den viel zu scharfen Speisen. Und was am meisten stört, ist, das Fleisch wird nicht vom Knochen gelöst. Nein es wird mit dem Knochen zerkleinert. Das ist übrigens vielerorts so in Asien. Hier allerdings nervt es einfach, nicht entspannt essen zu können, sondern ständig die klein zerhackten Knochen auspuhlen zu müssen. Und so wird das HotPot-Essen vom ersten Abend wohl das letzte dieser Art in China gewesen sein. Das hiesige HotPot-Essen hat leider nichts mit dem zu tun, was wir aus Singapore oder Thailand kennen.
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