Naturwunder Wulong
April 17 in China ⋅ ⛅ 21 °C
Das Wetter ist fantastisch. Der Blick aus der 49. auf Teile Chongqings genial. Wir sind heut früher als sonst aufgestanden, denn wir wollen uns das nahgelegene Karststeingebiet (UNESCO Weltnaturerbe) anschauen. Die Zugtickets für die Hinfahrt habe ich gestern Abend gekauft. Bei Trip.com. Wo sonst 😉
Der G-Zug startet von Chongqingdong. Also vom Ostbahnhof. Schon als wir uns dem Gebäude nähern, sind wir fassungslos vor Staunen über die Größe des Bahnhofs. Erwähnenswert ist, dass dies „nur“ der Ostbahnhof ist. Chongqing hat noch vier weitere dieser Größe. Und Dutzende kleinere.
Was immer auch klein bedeutet.
Im Inneren ist der Bahnhof nicht nur modern sondern so übersichtlich gestaltet, dass man es nicht schafft, sich zu verlaufen.
Genau 38 Minuten braucht der Zug bis Wulongnan. Hier folgen wir der Masse, da wir null Ahnung haben, wie genau wir ins Naturgelände kommen. Geplant ist einen Didi zu buchen. Aber wie sich schnell herausstellt, läuft die Masse in die Arme gut organisierter Busse, dessen einstündige Anfahrt für gerade mal 32¥ (knapp 4€ für uns beide) kostet.
Am Visitorcenter kauft man die Tickets. Über 60 jährige zahlen nichts.
Alles könnte also perfekt sein, wenn wir gewusst hätten, dass das Ziel bei bis zu 1.300 Höhenmetern liegt und es hier empfindlich kalt ist. Nach dem fast überstandenen grippalen Infekt sind meine Sandalettchen eher kontraproduktiv. Aber das ist nun mal nicht zu ändern.
Als wenn dies nicht reichen würde, beginnt es just bei der Ankunft zu regnen.
Aber wir wären nicht in China, wenn es da keine Lösung geben würde. Noch haben wir uns nicht aus dem bequemen Bus geschält, da stehen schon Verkäufer mit Regenmänteln da. Wir investieren die 1.20€ für die zwei echt guten Mäntel und laufen los.
Erst geht’s auf die gläserne Plattform und dann den definierten Weg.
Es ist gut was los. Alle bewegen sich in etwa dem gleichen Tempo.
Mir fällt nichts besseres ein, als das mit einem Klassenausflug mit gefühlt tausend Schülern zu vergleichen. Dennoch würde ich es nicht als voll bezeichnen. Wir ordnen uns wie immer zwischen zwei Pulks ein und spazieren so entlang an der
Abbruchkante.
Stau gibt es immer bei einer Attraktion. Die erste ist der
gläserne Aufzug. Gleich sechs von denen sind im Einsatz, so kommen alle recht flott weg. Unterwegs macht die Kabine noch ne 180 Grad-Drehung, so kann jeder die gesamte Landschaft sehen.
Es folgen weitere Abgänge über unverschämt viele Treppen, bevor wir die Ebene bei etwa 950 Höhenmetern inmitten der enormen Karstfelsen erreichen.
Hier beginnt der Spazierweg zu den „Three Natural Bridges“.
Der erste und wohl bekannteste Stopp ist die sogenannte „Trading Post“, die kein echter historischer Handelsplatz war, sondern eine einstige Filmkulisse. Weil sie aber so herrlich in die Landschaft passt, hat man den einen Teil stehen lassen und als touristische Attraktion integriert. Am besten kann man sie natürlich von einem erhöhten Platz sehen. Doch genau wie die meisten, stemme ich die ersten 50 oder
70 Stufen, um den Blick zu erhaschen. Weiter bringen mich meine Knie nicht. Leider.
Aber Rainers. Er macht den weiteren Aufstieg zu einer Höhle und einem natürlich geformten Stein, in dem ganz deutlich ein von der Natur geformter Elefant zu erkennen ist.
Der Weg führt uns durch zwei weitere Brücken. Die Dimension kann ich nicht beschreiben. Das muss man sehen oder spüren.
Ab und zu tropft es von oben. Manche Quellen drücken sich auch durch die Seitenwände und erzeugen einen feinen Sprühnebel.
Eigentlich dachte ich, wenn so viele Besucher unterwegs sind, dann ist das Flair dahin. Das stimmt aber nicht. Die meisten tun es wie wir: Immer wieder stehen bleiben und staunen vor Ehrfurcht auf dieses Naturwerk.
Am Ende des Weges wird es dann aber doch noch haarig. Hat man sich auf dem Weg irgendwie verteilt, steht eine lange Schlange an, um mit dem Shuttle wieder nach oben zu kommen. Laufen ist keine Option.
Blöd nur, dass es nun auch knapp wird, was den Zug von Wulong nach Chongqing anbetrifft. Da hilft nur Vordrängeln. Ich meine, schlechtes Gewissen hätte ich überall auf dieser Welt. Nicht aber in China. Hier wurde Vordrängeln praktisch erfunden.
So schaffen wir den nächsten Bus bis zum Visitor Center recht schnell. Der aber setzt uns irgendwo ab. Jedenfalls nicht da, wo wir angekommen sind. Also geht’s hurtig den Schildern nach in der Hoffnung, wir finden einen Bus, der uns zum Bahnhof bringt. Das Ganze stellt sich kompliziert dar. Denn man versteht nicht ganz, wohin wir wollen. Aber wie das immer so ist, irgendjemand checkt, wohin wir wollen. Wir sitzen also im Bus - doch es geht ewig nicht los 🙄 …und die Zeit läuft…
Dann wird abkassiert. Allerdings nur bar. What? Wir haben kein Bargeld.
Nun. Ein anderer Passagier bezahlt für uns und er bekommt das Geld per Alipay von uns. Das ist mal Technik die begeistert 🤩
Acht Minuten haben wir noch, als wir Wulongnan erreichen. Drei weitere Paare aus den Bus haben offenbar den gleichen Zug gebucht. Dank der übersichtlichen Gestaltung der chinesischen Bahnhöfe schaffen wir es rechtzeitig auf den Bahnsteig und damit auch den Zug.
Was für ein Erlebnis!Read more


























Traveler
Die erinnert mich an eine Metrostation in Riad.
TravelerIch hoffe, wir können es bald überprüfen 😉
TravelerJa hoffentlich
TravelerIch bin ganz optimistisch
TravelerMuss man ja auch sein. 😁