Datong & Yungang Grottoes
25.–28. apr., Kina ⋅ ☀️ 26 °C
Datong - noch eine Ancient City…
Langsam kennen wir die doch alle, denke ich, als wir nach zwei Stunden Fahrt am Bahnhof ankommen.
Die Zweifel kommen leise, aber hartnäckig. Ich bin der Planer und fühle mich für den Verlauf so etwas wie verantwortlich. Momentan
erwarte ich leider nichts mehr. Nichts, das uns auf dieser Reise noch wirklich überraschen kann. Alles, was jetzt noch kommt, wird wohl nur noch „ganz nett“ sein.
Wir werden abgeholt.
Die Unterkunft, Five Blessings, bietet einen kostenlosen Shuttle an. Mit uns kommt eine andere Mehrgenerationen-Familie aus Frankreich. Wir alle wohnen im gleichen Anwesen.
Die Altstadt von Datong sieht anders aus als die bisherigen Altstädte Pingyao, Shaxi, Dali oder Lijiang. Graue Ziegel, kantigere Häuser, alles ein wenig strenger im Erscheinungsbild.
Ich frage eine Mitarbeiterin der Unterkunft sowie die KI. Und das ist das Ergebnis: Datong ist quasi das Gegenteil von Pingyao. Die Altstadt wurde größtenteils ab 2008 neu aufgebaut, im Stil der Ming-Zeit. Echte, historische Bauwerke hat man integriert. Für die neuen Häuser wurden neue Materialien verwendet.
Das hat den Vorteil, dass es zB. eine Tiefgarage gibt.
„Ancient City“ eben, nur in neu.
50 Quadratmeter ist unser Zimmer namens Xi groß. Schön weiträumig. Und luftig. Vermutlich waren solche Flächen früher für eine ganze Großfamilie gedacht.
Am Abend sind es immer noch angenehme 20 Grad. Und das auf etwas über 1.000 Metern Höhe. Damit hatten wir nicht unbedingt gerechnet. also kommen wieder meine Sandaletten zum Einsatz.
Wir laufen einfach los und erkunden die Umgebung. Alles wirkt noch sehr neu. Aber auch unbelebt. Es sind wohl mehr Unterkünfte für Besucher als Wohnräume. Große Bäume stehen hier noch nicht. Dafür gibt es überall diese wunderbar dezente Beleuchtung. Das können die Chinesen wirklich gut. Die Häuser sind so in Szene gesetzt, dass alles stilvoll wirkt und niemals aufdringlich grell.
Genau das gefällt uns richtig gut. Rainer überlegt schon, wie wir unsere Weihnachtsbeleuchtung ebenso gestalten könnten 🤔
Wir kommen an einer Pagode vorbei, und plötzlich ist deutlich mehr Leben auf der Straße.
Ich habe – mal wieder – ein Nudelsuppen-Restaurant ausgesucht. Es ist ein neuer Anlauf, uns mit dem chinesischen Essen anzufreunden.
Das Restaurant ist gut besucht, was ja bekanntlich immer ein gutes Zeichen ist. Leider gibt es zu wenige Plätze. Kurzerhand werden wir zu einer jungen Frau an den Tisch gesetzt, die bereits isst. Sie kommt aus Shanghai und spricht ausgezeichnet Englisch – was für eine angenehme Überraschung.
Indirekt ist spürbar, wie stolz sie auf ihr Land ist. Und wie sie sich freut, dass wir uns so viel Zeit für ihr Land nehmen. Und dass wir all die Dinge nutzen, die auch Chinesen nutzen: also Didi und das Fahren mit dem Zug. Dass wir all das schätzen und gut finden.
Am Ende ist nicht nur die Suppe mit Salat und Spießen hervorragend, sondern auch die Unterhaltung.
Das Wetter meint es am nächsten Tag gut mit uns. Die Sonne scheint bei über 20 Grad.
Unser Homestay bietet Fahrten zu den nah gelegenen Yungang Grottoes an. Aber wir wollen individuell bleiben. Unabhängig entscheiden, wie lange wir bleiben und nehmen uns ein Didi.
Der Eintritt von insgesamt 240¥ entfällt wieder einmal für alle über 60-jährigen. Wir lieben es!
An einem Stand mit Andenken verliebe ich mich in einen Anhänger. Irgendwie bin ich zu faul umzurechnen…. Da war die gesparte Summe des Eintritts wieder weg 😉
Solche Grotten haben wir uns schon einmal angeschaut. Damals in der Nähe von Shaxi. Aber das hier hat ganz andere Dimensionen. Das sind wirkliche Grotten. Sie zählen zu den bedeutendsten Zeugnissen der buddhistischen Kunst während der Wei Dynastie (386–534 n. Chr.) entlang der Seidenstraße. 252 Höhlen und 51.000 Buddha-Statuen gibt es zu sehen, wobei die größten 17Meter hoch sind. Beeindruckend sind sie alle. Die, die in den engen Höhlen dreidimensional und auch noch farblich gestaltet sind, sind meine Favoriten.
Datong selbst ist gesät von wunderschönen Tempeln.
Nach der Rückkehr aus Yungang machen wir uns nochmals auf, um den Fahua-Tempel zu besichtigen.
Wir sind schon etwas fusslahm und lassen uns die kurze Strecke mit dem Didi fahren.
Dieser Tempel stammt ursprünglich aus der Ming-Dynastie der deutlich vom tibetischen Buddhismus geprägt ist. Dass erkennen sogar wir, die keine Spezies sind. Aber die etwa 20 Meter hohe weiße Stupa in der Mitte des Innenhofes und die kräftigen Farben sind ganz typisch für tibetische Tempelanlagen.
Teile der Anlage wurden in den letzten Jahren restauriert. Manche mussten neu aufgebaut werden, weil der Verfall so weit fortgeschritten war.
Alles, was wir uns jetzt noch anschauen wollen, müssen wir auf morgen verschieben. Denn 18.30 schliessen alle Anlagen.
Heute ist Sonntag und sehr viele Menschen sind unterwegs.
Wir schlendern noch bis zur großen Kreuzung, wo wir gestern Abend schon waren.
Sipailou heißt das Gebilde an dieser Kreuzung. Wörtlich übersetzt heißt es „Vier-Pfeiler-Torbogen“. Tatsächlich ist es eine Torstruktur mit vier Durchgängen, die früher einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt innerhalb der Stadtmauer bildete.
Gegenüber - das haben wir uns auch schon gestern ausgeguckt - steht das „Zini369“. Ein auffallend großes Restaurant. Wir müssen etwas warten, bis wir einen Tisch am Fenster mit Blick auf die Sipailou Torstruktur bekommen. Hier kann man zwar kein Wort englisch aber es gibt ein Menü als Bilderbuch mit riesigen Fotos der einzelnen Speisen. Wir wählen vier verschiedene Gerichte aus, die sich als absolut lecker erweisen und zahlen am Ende ganze 72¥ was gerade mal 9€ sind.
Am Ende sind wir wieder im Frieden mit dem chinesischen Essen. Es stillt zwar nicht unsere Vorlieben aber es schmeckt frisch und lecker.
Aber Datong hat noch mehr zu bieten. Sogar ein kleines bisschen „rote Steine“ wie im Westen der USA. Aber das wird ein anderer FootprintLæs mere


























RejsendeWunderschön plus Traumwetter plus wenige Menschen. Perfekt.
RejsendeIch hab Dir ja schon geschrieben: Datong ist wirklich cool
Rejsende
Das ist doch eine Reise wert. Tolle Figuren.
RejsendeJa. Notiere es Dir unbedingt auf Deine Todo-List 😉
RejsendeSteht schon drauf. 😁