Datong & Tulin
27. april, Kina ⋅ ☀️ 17 °C
Auch der zweite Tag lässt sich wettertechnisch gut an. Die Sonne scheint wolkenlos.
Nach dem schönen Frühstück, das nur für uns zubereitet wird - wir sind die einzigen Gäste - machen wir uns auf, die riesige Prince Dai Residence zu besichtigen. Tatsächlich ist es ziemlich leer am Eingang und noch denken wir, es liegt daran, weil heute Montag ist. Aber nein. Ausgerechnet heute ist geschlossen. Es werden Vorbereitungen für den 1.Mai vorgenommen. Schade ☹️
Doch Datong hat noch weit mehr zu bieten – etwa den beeindruckenden Huayan-Tempel, eine der bedeutendsten buddhistischen Tempelanlagen Nordchinas. Er wurde im Jahr 1038 während der Liao-Dynastie gegründet und in der Jin-Dynastie weiter ausgebaut.
Im Laufe der Jahrhunderte wurde der Tempel mehrfach durch Kriege und Brände zerstört, doch er überstand letztlich alle Dynastien. Mit dem Bedeutungsverlust Datongs geriet die Anlage zunehmend in Vergessenheit und verfiel, bis sie erst im 20. Jahrhundert umfassend restauriert und wiederhergestellt wurde.
Ganze zwei Stunden lustwandeln wir durch diese herrliche Anlage, die neben den Tempeln wie ein gepflegter Park angelegt ist.
Wie immer haben viele Frauen wieder die traditionellen Gewänder an. Langsam haben wir uns an den Anblick gewöhnt. Und ehrlicherweise mag ich es mittlerweile, wenn Historisches so schön untermalt wird. Und so gibt es viele Fotos nur mit Modell.
Nach diesem Besuch ist noch genügend Tag übrig. Mit Didi lassen wir uns ins nahgelegene Tulin bringen. Hier soll sich - wenn ich den Bildern im Netz glauben darf - eine interessante Erosionslandschaft aus Lehm und Sand befinden.
Schon als wir aus dem Taxi steigen frage ich mich, wie man diese Landschaft erkunden soll.
Wir haben doch kein Auto 🤷♀️
Ok. Da habe ich etwas zu sehr an die unendlichen Weiten im Westen der USA gedacht. Schnell stellt sich heraus, dass man die Senke auch zu Fuß erkunden kann. Es hat etwa die Größe der Painted Mines östlich von Colo City. Und ähnlich wie schon in Frankreich darf man die fragilen Formen nicht betreten. Was wir beide gut finden. Vor allem wenn ich an den Besuch des Fantasy Canyon im letzen Herbst denke, wo jeder Idiot - sorry so muss ich diese Menschen nennen - einfach drauf klettern darf. Ganz ohne schlechtes Gewissen zu haben, wenn etwas abbricht.
Nach einer Stunde kürzen wir die Runde etwas ab. Abgesehen davon, dass sich eine dunkle Wolke in unsere Richtung bewegt, fragen wir uns, wie lange es dauern wird, bis wir einen Didi hierher ins Nirgendwo locken können.
Kaum hat also Rainer die Anfrage gesendet, kam die Antwort. Da sind wir echt baff. Dabei haben wir einfach nicht mit der Cleverness des Didi-Fahrers gerechnet, der uns herbrachte. Ihm war klar, dass wir wieder zurück müssen. Und er hat einfach gewartet.
In der Altstadt Datongs
angekommen, regnet es zwar nicht aber es ist ziemlich windig.
Ein Vorhaben steht dennoch auf der Liste: Eine Fahrt auf der Stadtmauer.
Es gibt verschiedene Gefährte zur Ausleihe. Wir entscheiden uns für die dickbereiften Fahrräder.
Die Stadtmauer umrunden wir letztendlich im Ganzen. Das sind 7.2 Kilometer. Und es macht tierischen Spaß. Nicht nur der Ausblick von der Mauer sondern auch das Radfahren macht mehr Spaß als das ewige Treppensteigen.
Am Ende des Tages und des Aufenthalts hier in Datong kann ich guten Gewissens meine Bedenken, die ich anfangs hatte, bei Seite schieben. Datong hat uns total beeindruckt. Vielleicht kommen wir nochmals wieder. Wenn der Zugang zu den Hanging Tempels wieder geöffnet ist.
Morgen ziehen wir aber weiter gen Osten. Zu einer anderen Mauer. Der, die die Welt kennt.Læs mere


























Rejsende
Das ist ja mal eine grandiose Landschaft.
RejsendeJa. Zwischendurch mal ein wenig USA 😉
RejsendeEin wunderschöner Ort. Was für Farbknaller. Genial. Meine Chinareiseliste wird länger und länger.
RejsendeDu meinst diesen Dai Palast. Der muss ja im Inneren bombastisch aussehen. Diese kontrastreichen Farben von außen waren ja schon mal der Knaller.
RejsendeWahnsinn die Farben. Schade, dass ihr nicht hinein konntet. So erging es uns im Sommerpalast in Peking. 6 Minuten zu spät, um den Tempel zu betreten. Das müsst ihr unbedingt besser machen.
RejsendeIch kann da schon mal vorgreifen: Da waren wir heute. Ich habe mir vorher noch einmal Deinen Footprint durchgelesen und mich gefragt, wie ein Park wegen Überfüllung geschlossen werden kann. Ein Park … Nun kenne ich die Antwort 🤪
RejsendeEcht jetzt? Diesen riesigen Park geschlossen? Ich sag ja, diese Menschenmassen waren/sind grauenhaft.
RejsendeDas hast Du doch geschrieben, dass da im Park wegen Überfüllung geschlossen war. Oder hab ich das falsch verstanden? Nein geschlossen war nichts. Aber es war schön voll 😎
RejsendeAh nein. In Tibet wurde die Innenstadt von Lhasa wegen Überfüllung geschlossen. Da waren sehr viele Pilger. Im Sommerpalast waren wir leider knapp zu spät.