• Shanghai

    11.–16. maj, Kina ⋅ ☀️ 30 °C

    Unsere letzte Zugfahrt auf dieser Reise durch China bringt uns nach Shanghainan. Trotz 1.Klasse gibt es kein „Geschenk“, also dieses Paket mit den kleinen Häppchen zum naschen nebst Wasser 😐
    Wasser gibt es eh in jedem Hotel zu Genüge. Meist sechs halbe Liter Flaschen. Jederzeit kann man sich etwas nachholen. Jedenfalls haben wir auf der gesamten Reise kein Wasser kaufen müssen.
    Außerdem hatten fast alle Hotels tägliches „free flow“ aus der Minibar. Mindestens aber ein mal. Das heißt, die Softdrinks im Kühli waren kostenlos. Alkoholisches steht eh nie drin. Manchmal ein Bier. Aber das gehört dann auch zum kostenlosen Paket.
    Auch in jedem dieser XL Komforttaxis, mit denen wir vom bzw. zum Bahnhof fahren, stehen stets zwei Flaschen Wasser. Und die „helfen“ jetzt aus.

    Wir steigen im „The Kunlung Jing An Hotel“ ab. Es war eine Empfehlung. Eine von vielen. Aber dieses hier war bezahlbar - Shanghai ist nämlich die teuerste Stadt Chinas und das macht sich unter anderem in den Hotelpreisen bemerkbar .
    Dieses hier hat ne gute Lage UND es gibt Zimmer mit einer durchgehend gebogenen Fensterscheibe. Mit einem Ausblick, das dem von Cpt. Kirk in seinem Raumschiff gleicht. Nur das Bad… das ist so gar nicht China-like. Duschen in der Badewanne mit Vorhang 🙄
    Wo gibt es so was noch? … 🙈 Ach ja… in good old America.

    Shanghai erkunden wir einfach so wie uns ist - criss-cross ohne ausgeklügelten Plan.
    Wie immer habe ich da ein paar Punkte notiert. Tipps meist solche, die ich bei Insta gesehen habe und die mich angesprochen haben. Das sollte reichen. Den Rest der Zeit wollen wir uns einfach auch vom Moment inspirieren lassen.
    „Alles zu sehen“ ist eh eine Illusion.

    Gleich am ersten Nachmittag geht’s zum Bund. Das ist die Promenade von der man DAS Shanghai-Panorama sehen kann. Wir sind begeistert!

    Das Wetter meint es generell gut mit uns. Es scheint die Sonne - bei um die 30 Grad. Eigentlich über die gesamte Zeit unseres Aufenthalts.
    Nur einen Tag schwächelt sie. Dann erleben wir frostige 22 Grad. Interessant, wie schnell man sich doch an die Wärme gewöhnt.

    Die Zeit hier in Shanghai ist deutlich entspannter. Das obwohl hier knapp 25 Millionen wohnen. Wir sind eben Grossstädter. Dazu kommt, dass asiatische Megacities eh immer einen Sonderbonus bekommen. Deshalb schon fühlen wir uns in Shanghai sofort „wie zu Hause“. Internationale Touries gibt es hier zu genüge. Wir werden also nicht mehr fotografiert.

    Ausgefallenes sehen wir in Xintiandi. Ein modernisiertes Gebiet voller Alter und neuer Häuser inklusive Fußgängerzone. Letztere eher etwas auf edel gemacht.
    Hier gibt es das Café 13marzo. Das Besondere: ein niedliches Bärchen klebt am Becher oder hält den Strohhalm - da werden wir doch gleich beide zum Kind und freuen uns genau so.
    By the way - am Ende kommen acht Bärchen mit nach Deutschland. Und ich kämpfe mit mir, ob ich ein einziges an unsere Enkel abtreten kann. Na mal sehen…

    Hier gibt es auch die zwei oder drei Meter hohen Gesichter, die sehr menschliche Mimiken drauf haben. Ein Werbegag der Firma Gently Monster.
    Beim Italiener - Il Teatro - werden wir zu Stammgästen. Gleich an drei Abenden kehren wir ein.
    Ach ja - und nicht zu vergessen die Harmay Filiale. Das ist die mit der Markenkosmetik - nur für wirklich wenig Geld.

    Ein anderes Highlight ist das Schiff „The Louis“ das am Straßenrand des Jing'an-Viertels an der Wujiang Rd. steht. Kostenlos (also fast kostenlos - die haben jetzt meine Email-Adresse) kann man im Bauch des Schiffes den Werdegang Louis Vuittons „Visionery Journeys“ an sich vorbeiziehen lassen.
    Das ist mal Museum - nur anders.

    Ein einziger Tempelbesuch ist dann doch noch drin. Den Jade-Buddha-Tempel hat uns Martin, der Guide aus Beijing ans Herz gelegt. Die große Statue aus Jade ist schon sehenswert. Aber sonst merke ich die Sättigung an besuchten Tempeln. Deshalb bleiben wir nicht lange.

    Interessant dagegen ist das nur ein paar Schritte entfernte 1000-Tree-Building. Für uns sind es aber mehr als nur ein paar Schritte. Denn wir verlaufen uns mehrere Male 🤭
    Das Haus ist ein außergewöhnliches Projekt des britischen Designers und Architekten Heatherwick. Es stellt einen Berg voller Pflanzen dar. Über 1000 Bäume und rund 250.000 Pflanzen wachsen auf den Terrassen und den massiven Betonkübeln auf hohen Stützen.

    Und dann statten wir einem Buchladen in der 52. Etage des Shanghai Towers einen Besuch ab. Zum umlaufenden Bartresen mit Aussicht gelangt man aber nur, wenn man etwas konsumiert. Da reicht ein Kaffe und ein Kuchen. Pro Person muss ein Ding gekauft werden. Letztendlich überzeugt die Aussicht nicht und wir ersparen uns den kostenintensiven Besuch in der 119. Da wo die eigentliche Plattform ist.

    Der Besuch des Outlets in Gestalt einer italienischen Stadt ist enttäuschend. Nun ja. Mit Outlets hatten wir noch nie Glück. In keinem Land der Welt. Vielleicht liegt es auch an uns. Uns macht Gucci-Pucci nicht glücklich.

    Auf dem Rückweg zum Hotel schlagen wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Einen Teil des Rückweges fahren - besser gesagt wir schweben - nur wenige Millimeter über dem Boden - mit der MAGLEV.
    12€ kostet uns diese Erfahrung. Erwartet haben wir eine super schnelle Fahrt bei dem die Wasseroberfläche in der Wasserflasche total glatt bleibt. Nichts davon trifft zu.
    Mit 300 km/h ist die Fahrt nur schnell. Sind wir doch schon 350kmh mit der CR gefahren. Ausserdem ist die Fahrt sehr ruckelig.
    Na ja.

    Was noch?
    Einen Overkill gönnen wir uns dann auch noch. Eigentlich wollen wir in den Yu Garden. Aber der ist irgendwie eingekesselt von einem Shoppingcenter im altchinesischen Stil. Hier ist alles nur noch bunt, laut und kitschig. Die Verkäufer etwas „anhänglich“.

    Am Ende, gerade als wir denken: Puh… überstanden lockt uns eine Angestellte des „3Warehouse“ ein. Dies ist eines der angesagtesten Restaurants in Shanghai und für sein futuristisches Design bekannt. Tatsächlich stand es ursprünglich auf dem Plan. Aber nachdem ich von Wartezeiten gelesen habe, die mal locker zwei bis drei Stunden dauern können, ist dieses Vorhaben von der Wunschliste geflogen.
    Und nun das. Man bittet uns rein. Das Restaurant wirkt wie Science-Fiction. Alles ist verspiegelt. Überall gibt es riesige digitale Installationen.
    Das Besondere hier ist die außergewöhnliche Darreichung der Speisen. So kommt zB das Getränk in einer Glastasche. Und so kommt es, dass es weniger um’s Essen geht sondern nur um das Foto für Social Media.

    Nun. Wir machen eine Runde, schauen es uns an, fotografieren gefühlt jede Ecke und gehen wieder. Denn das Ambiente lädt uns absolut nicht zum Verweilen ein.

    Anschließend fahren wir noch in ein Stadtviertel, wo der Großhandel zu Hause ist.
    Wir brauchen nichts. Aber es ist skurril durch die Gänge zu laufen. Die Frage ob all diese Kleidung jemals einen Besitzer finden wird, stellen wir uns beide nicht. Die Antwort liegt klar auf der Hand: Nein. Niemals. Die Überproduktion hat hier ein Gesicht bekommen.

    Unsere letzte Attraktion am letzten späten Nachmittag ist der NorthBund. Auch hier geht es nur um den Ausblick auf die spektakuläre Skyline von Shanghai. Nur hier ist man gefühlt näher und die Besucher wesentlich weniger. Hier ist das Flair wunderschön.

    Plötzlich erhalte ich eine WhatsApp. Ein von meiner Website begeistertes Ehepaar, stille Follower sozusagen, sind auch gerade hier in Shanghai und fragen, ob wir uns treffen wollen.
    Ja klar!
    Wir treffen uns in Xintandi und haben einen schönen und sehr langen Abend mit so netten Gesprächen.
    Was für ein Abschluss unserer Zeit in Shanghai.

    Am aller-aller-letzten Nachmittag ziehen wir in ein Airport-Hotel. Das Holiday Inn Pudong. Wahnsinnig stylisch ist es.
    Das gefällt uns.
    Unsere Sendung aus Guangzhou mit den Messern ist nicht auffindbar. Sie haben es vermasselt. Es gibt ein Protokoll in dem die Entgegennahme sogar bestätigt wurde. Es ist nicht rekonstruierbar, wo es geblieben ist. Da hilft auch nicht, dass ein Mitarbeiter die Videos sichtet.
    Schade. Denn wir beide waren uns nach den Erfahrungen in China ganz sicher, dass wir die Messer hier in Empfang nehmen werden.
    (Kleiner Nachtrag: Die Messer sind gefunden worden. Das Hotel hat es zum Transportunternehmen zurückgeschickt. Und nun? Ein Versand innerhalb Chinas ist jederzeit möglich. Nur nach Deutschland nicht 😐 )

    Morgen nun werden wir China verlassen. Nach genau 62 Tagen.
    Beim Rückblick mancher Fotos frage ich mich: Wo ist das denn? War das auf dieser Reise? Oder doch in Oman?
    Ein Wink mit dem Zaunpfahl nach Hause zu fliegen, um alles erst einmal setzen zu lassen.
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