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    February 22, 2025 in Canada ⋅ ☁️ -2 °C

    Der neue Tag führt mich ohne Umwege direkt zum Mackenzie House. Es ist das Wohnhaus des ersten, 1834 gewählten Bürgermeisters von Toronto, William Lyon Mackenzie (1795-1861). Mackenzie war eine schillernde Persönlichkeit der Stadtgeschichte, ein radikaler Journalist und politischer Reformer. Berühmt wurde er als Anführer der sogenannten Upper Canadian Rebellion. Am 5. Dezember 1837 wollten Mackenzie und 700 Aufständische die Waffenkammer des Rathauses plündern. Der Sheriff und das Militär verhinderten dies und Mackenzie floh in die USA und kehrte erst nach seiner Begnadigung 1849 zurück. Wegen seines Mutes und als Wegbereiter für die Demokratie wurde er ins Parlament gewählt. Er blieb als Politiker und Publizist bis zu seinem Tod aktiv.

    Das Reihenhaus im Georgian Style ist heute eines der historischen Museum der Stadt Toronto. Es wurden um eine Druckerei, welche Mackenzie als Journalist nutze, ergänzt.
    Das Haus befindet sich nach einem Schaden derzeit in Renovierung. Dennoch gewährten mit die sehr freundlichen Mitarbeiter Einblick in alle Räume und erläuterten mir, wie früher die Pressearbeit stattfand. Hierbei könnte ich meine eigene Zeitung drucken.

    Anschließend passierte ich die 1848 geweihte, neugotische katholische
    Kathedrale St. Michael (St. Michael's Cathedral Basilica), mit ihrem hoch aufragendem Deckengewölbe und dem 79 m hohem Turm.

    In "Old Town" angekommen, konzentriert sich das Viertel auf eine der größten Ansammlungen von Bauten aus dem 19. Jh. Hier liegt der historische Kern der Stadt, die 1793 als "York" gegründet wurde. Eines davon ist der St. Lawrence Market, der heute zu den "Top 25"-Märkten der Welt zählt. Die Geschichte diese Marktes begann 1903, als in der Nähe noch der Hafen lag. Auch zuvor war der Ort ein beliebter Warenumschlagplatz der Indianer. Durch Landgewinnung würde die Distanz zum Wasser immer größer.

    Heute lädt der Markt mit seiner unglaublichen Vielfalt an Waren zum shoppen und schlemmen ein. Mein Eindruck war, das hier vornehmlich europäische Waren angeboten werden, wie französischer Käse, deutsche Butter, italienische Nudeln und vieles mehr.

    Als 1834 bis 1844 die Bevölkerung von Toronto von 9.000 auf 24.000 Einwohner anwuchs, war hier auch die St. Lawrence Hall, das Rathaus der Stadt.

    Auf dem Weg zurück zum Hotel stolperte ich noch in den Schuhladen "Walking on clouds" auf der Suche nach dem richtigen Winterstiefel. Hierbei kamen die Verkäuferin Tamara und ich über meine Kamera, welche ich noch in der Hand hielt als ich das Geschäft betrat, ins Gespräch. "Toma" ihr Spitznamen, wie sie mir verriet, kam vor etwa 30 Jahren mit ihrem Mann aus Belarus nach Kanada.

    Heute sei sie froh hier zu sein und beäugt kritisch, wie sich Europa entwickle. Zurück in ihr Heimatland, um ihren Bruder zu besuchen, kann sie nicht. Die Umstände seien nicht einfach.

    Wir verbinden uns auf Instagram und ich ziehe mit einem paar neuer Stiefel des Weges.

    Den Abend beschließt das NHL Eishockeyspiel der Toronto Maple Leafs (CAN) gegen die Carolina Hurricanes (USA). Der Auftakt nordamerikanisch pompös mit viel Licht und Show, begleitet von der Nationalhymne beider Länder. Während des Spiels kommt die Anzeige "4 Nations in a row" und meint, das vier verschiedene Nationalitäten (Kanada, USA, Schweden, Tschechien) in einem Team mit dem gleichen Ziel spielen.

    Die "Leafs" wie man die lokale Mannschaft hier liebevoll nennt, zeigte im ersten Drittel mit 4:0, wer der Hausherr ist. Erst im dritten und letzten Viertel gelang es den Hurricanes drei Anschlußtreffer zum 4:3 zu landen. Final gewannen die Leafs mit 6:3.

    Im Siegestaumel mit dem Schlachtruf "Make some noise" ging es zurück ins Hotel.
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