• Hitzewelle im Big Apple

    Jun 23–29, 2025 in the United States ⋅ ☁️ 31 °C

    Es wird in diesen Tagen eine Hitzewelle in New York mit über 41°C erwartet. Gestern gab es eine kleine Vorwarnung, die heute im Laufe des Tages mit 38°C (oder 100,40°F) getoppt wurde.

    Bereits um 8:00 Uhr war New York auf 34°C aufgeheizt. Es fühlt sich an wie durch einen stark aufgedrehten Föhn zu laufen. Jeder kennt den Moment, wenn man einen heißen Ofen öffnet und einem die Hitze ins Gesicht schlägt. Das kommt dem ganz nahe, nur ist das Gefühl dauerhaft. Es hört einfach nicht auf, nimmt einem den Atem.

    Dennoch mache ich das Beste daraus und schnappe mir ein City Bike und radel los. Es geht von der Pearl St/Whitehall St zum FDR Drive, unter dem ich im Schatten, entlang des East Rivers, Richtung Norden komme. Vorbei am Heliport, Fulton Market, Seaport Museum bis zur Brooklyn Bridge. Hier lenke ich nord-ostwärts Richtung Chinatown und weiter über Little Italy bis nach Nolita (Northern Little Italy). Hier, am Cleveland Pl, stelle ich das Fahrrad an einem der vielen City Bike Stationen ab und genieße im "The Green Room by Blank Street Coffee" einen Cappuccino, bevor es zu Fuß weiter nach SoHo (South of Houston Street) geht.

    Dieses trendige Szeneviertel besticht durch seine typischen Cast Iron (Gusseisen-Architektur) Gebäude in gepflasterten Straßen. Diese elegant wirkenden Häuser entstammen aus einer vergangenen Industriezeit und drohten in den 1960ern zu zerfallen. Bis einige Künstler und Freiberufler diese bezogen und zu neuem Leben erweckten. Sie wirken wie eine perfekte Kulisse für Filme. Ergänzt wird es um Designer-Boutiquen, exklusive Kunst-Galerien sowie Restaurants und Bars.

    Nach etwa zwei Stunden in SoHo
    beschließe ich bei Morgenstern's, auf der W Houston St, ein "Finest Ice Cream" zu mir zu nehmen. Die Entscheidung fällt auf ein großes Eis namens 'Monster Cone" mit drei Dips (Kugeln):
    - Peaches N' Clotted Cream,
    - Tropics Pineapple Salted Egg Yolk und
    - Salted Caramel Pretzel
    Ich bleibe in der klimatisierten Eisdiele (hört sich irgendwie unpassend alt und deutsch an) und finde die Air-Condition das erste Mal richtig gut. Das Eis übrigens auch. Vor allem die Pfirsich- und Brezelstücke im Eis.

    Als ich weiter möchte, fällt mir wieder ein, das ich in den Backofen zurück muß. Sofort denke ich an meine Frau, die mir dann oft sagt, das es auf Bali viel schlimmer war...

    Dennoch führt mich mein Weg weiter zum Washington Square Park. In dem belebten Park suchen alle Abkühlung im Schatten unter den Bäumen oder im zentral gelegenen Brunnen. Ich durchschreite den Triumphbogen am nördlichen Rand des Parks und gehe noch in die dahinter liegenden
    Washington Mews. Es handelt sich hier um eine Reihe von Gebäuden die früher als Stallungen, die die Pferde der umliegenden Bewohner beherbergten. Seit den 1950er Jahren werden die ehemaligen Stallungen als Wohnraum, Büros und andere Einrichtungen für die New York University genutzt. 

    Da die andauernde Hitze fast alles mühsam macht, entscheide ich mich, mit der Subway nach Uptown zu fahren. Hier will ich mich bei Macy's am Herald Square und den umliegenden Geschäften abkühlen. Shopping bei dem Wetter: unbedingt.

    Erfolgreich schnappe ich mir meine Beute und fahre zurück zum Hotel.
    Den Abend verbringen ich auf dem Segelschiff "Grand Banks". Eigentlich heißt es "Sherman Zwicker" und ist das größte Holzschiff in New York City. Es war einst Teil der Grand Banks-Flotte, die im Nordatlantik fischte. Heute ist es ein Restaurant und bekannt für seine nachhaltigen Austern, nautisch inspirierte Cocktails und einen atemberaubenden Blick auf den Hudson River und die Skyline von Manhattan und. Ew Jersey.
    Als mein Host mich zur Bar begleitet, fragt er woher ich komme. Als ich antworte aus Deutschland, spricht er auf Deutsch weiter. Ich erfrage seine Herkunft: Düsseldorf. Er habe noch Familie in Stuttgart, ist aber schon lange hier und bleibt.

    Das ist immer wieder New York, erfrischend und überraschend.
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