• United Nations HQ - eine eigene Welt

    June 27, 2025 in the United States ⋅ ⛅ 20 °C

    Heute "arbeite" ich mich von Downtown nach Turtle Bay am East River hoch. Zunächst gehe ich zum Ground Zero, wo freitags ein Ableger des Williamsburger Smorgasburg (www.smorgasburg.com) stattfindet. Das ist ein Art regelmäßige stattfindendes Food-Festival. Hier möchte ich etwas zum Mittagessen nehmen.
    Im Schatten des Occulus Flügels auf dem gleichnamigen Platz stehen die einzelnen Küchen und bieten Ihre Produkte an. Hier gibt es von Paella über Südstaaten-Küche bis hin zu europäischen Gerichten wie belgischen Fritten mit Trüffel und Schweizer Raclette-Käse alles war der Gaumen liebt. Spontan entscheide ich mich für etwas Neues und bestelle ein BBQ Shrimp Po'Boy aus der Küche New Orleans, Louisiana. Es sind würzig gebratene Shrimps in einer leicht scharfen Sauce, die in ein Baguette gefüllt werden. Auf den Bänken am Occulus finde ich Platz und genieße das Essen und beobachte das Treiben um mich herum.

    Bald nach dem Essen breche ich auf, da ich einen Termin zur Führung im UN Headquarter habe. Auf dem Weg dorthin treffe ich drei Latinas an einer Baustellen-Ausfahrt, die sich spontan zu einem Gruppenfoto zusammenstellen und mit ihren Warnflaggen winken. New York ist spontan und immer voller Leben.

    Bevor ich das UN-Gelände betrete, muß ich durch den Sicherheitscheck, denn ich verlasse die USA! Richtig, das Gelände hat einen Sonderstatus, ähnlich wie der Vatikan oder San Remo in Italien.

    Ich erhalten meinen personalisierten Badge und begebe mich zum Besuchereingang. Erneute Kontrolle, dann bin ich drin.

    Der Hauptsitz der Vereinten Nationen (UN) befindet sich auf einem 7 Hektar großen Gelände im Viertel Turtle Bay. Der 1952 fertiggestellte Komplex besteht aus mehreren Gebäuden, darunter das Sekretariat, das Konferenzgebäude, das Gebäude der Generalversammlung und die Dag Hammarskjöld-Bibliothek. Der Komplex wurde von einem Architektengremium unter der Leitung von Wallace Harrison entworfen und vom Architekturbüro Harrison & Abramovitz gebaut, wobei die endgültigen Projekte von Oscar Niemeyer und Le Corbusier entwickelt wurden.

    Die Führung übernimmt eine Mitarbeiterin aus Wien in deutscher Sprache. Wir erfahren viel über die Arbeit der UN und ihre Organisation weltweit, deren Einsätze und das Mitarbeiter als eine der ersten bei Katastrophen vor Ort sind.
    Während des Rundgangs werden uns die einzelnen Geschenke der Mitgliedsländer gezeigt und erläutert. Alleine das kann schon ein kleines Museum füllen. Ein Beispiel hierfür ist das auf der Freifläche vor dem Gebäude stehende Geschenk "Non-Violence ' von Luxemburg aus dem Jahre 1988. Es wurde vom Künstler Carl Fredrik Reuterswärd entworfen, als sein Freund John Lennon in NY erschossen wurde. Der Knoten im Pistolenlauf reflektiert die Ziele und Ideale der UN. Gleichzeitig ist es ein inspirierendes Symbol für Frieden und Hoffnung in der Welt.

    Wir konnten kurz eine laufende Versammlung sehen, die in einem der Säle stattfand.

    Während der Tour sprechen mich zwei junge Männer aus unserer Gruppe an, ob ich "Fotograf" sei und von ihnen Fotos machen könne. Sehr gerne.

    Im Verlauf stellt sich heraus, das sie auf eine Recherchereise im Rahmen eines Journalisten-Wettbewerbs sind. Dieser wurde 2024 ausgetragen und die Teilnehmer wurden vom programmbegleitenden ARD-Journalisten Andreas Hain und den Geschäftsführern der young leaders GmbH (https://young-leaders.net/) nach den Kriterien Qualität, Quantität, Reichweite und thematischer Relevanz nominiert. Vorgabe waren mindestens zwei Veröffentlichungen mit einem oder mehreren Artikeln zu den Themen Nachhaltigkeit und Mobilität.

    Die young leaders GmbH unterstützt junge sozial engagierte Menschen deutschlandweit, und wird dabei von ganz verschiedenen Sponsoren gefördert.

    Ich mache neben Einzelaufnahmen noch ein paar Gruppenfotos im großen Saal. Anschließend können wir die Gespräche vertiefen, bleiben in Kontakt.

    Als ich das UN-Gelände verlasse zieht es mich zu den bekannten Wandbildern des brasilianischen Künstlers Edoardo Kobra.

    Auf dem weiteren Weg passieren ich noch das fast fertig renovierte Hotel Waldorf-Astoria, den Mini Plexiglass Wasserfall Tunnel mit den Skulpturen "Paparazzi Dogman" und "Paparazzi Rabbitgirl" des britisch-australischen Künstlerpaars Gillie und Marc. (https://gillieandmarc.com/)

    Am Abend erfülle ich mir den Wunsch in der Enoteca Maria ("Nonnas of the world") auf Staten Island zu essen. Der Tisch ist schon lange im Voraus reserviert, denn das Lokal ist kein Geheimtipp mehr. Dennoch fasziniert und interessiert mich die Idee, das Großmütter aus unterschiedlichen Ländern für die Gäste kochen. Früher war es eine rein italienische Küche, die es auch weiterhin noch gibt. Heute steht Nonna Zoraida aus Paraguay in der Küche. Ich wähle Empanadas als Vorspeise und danach das Bistec Encebollado Con Mandioca. Als Beilage gibt es Reis und Yucca, bei uns bekannt als Maniok. Sehr lecker.
    Nonna Maria ist aus Neapel eingewandert und mit dem Restaurant erfolgreich integriert. Sie kümmert sich rührend um alle Gäste und kocht immer noch ihre italienischen Speisen.

    Die Rückfahrt mit der Staten Island Fähre ist ein schöner Abschluss des Tages. Vorbei an der nächtlich beleuchteten Freiheitsstatue fahren wir auf Manhattan zu, wie einst die Einwanderer, die das Land groß gemacht haben.
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