• Zwischen Multikult und Natur

    Aug 22–Sep 12 in Germany ⋅ 🌧 17 °C

    Kanada, das zweitgrößte Land der Erde, ist bekannt für seine unberührte Natur, multikulturellen Städte und hohe Lebensqualität. Seine Einwohner gelten als zurückhaltend, bescheiden und fühlen sich kulturell stark mit Europa verbunden. Und die gerade Mal 40.47.728 Einwohner verteilen sich auf eine Bevölkerungsdichte von 4 Personen pro Quadratkilometer.
    Das Land hat die längste Küstenlinie der Welt. Sie misst, je nach Messme- thode, etwa 202.080 bis 243.042 Kilometer. Die Küste umschließt zahlreiche Inseln und Buchten und grenzt an drei Ozeane
    - Pazifischer Ozean im Westen
    - Arktischer Ozean im Norden
    - Atlantischer Ozean im Osten.

    Kanada besitzt mehr als zwei Millionen Seen und hat damit mehr als jedes andere Land der Welt. Rund 9 % der Landfläche sind von Süßwasser bedeckt. Einige dieser Seen haben durchaus kuriose oder witzige Namen. Den Kartographen gingen irgendwann die kreativen Namen aus. Es wurden deshalb einfach Spitznamen von Einheimischen, Holzfällern oder Jägern übernommen. Hier einige seltsame Beispiele:
    - Big Ass Lake (Provinz Nova Scotia)
    - Stupid Lake (Manitoba)
    - This Lake, Another Lake und The Other Lake (Provinz Ontario)
    - Spotted Lake (British Columbia)
    - Pekwachnamaykoskwaskwaypinwanik Lake (Manitoba)
    In der Sprache der First Nation bedeutet das "Der See, an dem Forellen mit einem Haken gefangen werden", auch wenn der Name des Sees so aussieht, als sei eine Katze über die Tastatur gelaufen.

    Diese Mal geht es in den Westen des Landes. Ziel sind die Provinzen British Columbia und Alberta. Von Stuttgart geht es mit dem SwissAir Flieger "Wildhaus" nach Zürich; von dort mit Edelweiss Air direkt nach Vancouver (YVR). Der Start in der Schwaben- Hauptstadt verzögert sich aufgrund von Ladungsproblemen. 20 Minuten später sind wir im "Taxi"-Mode, der nasse Asphalt bebt.... und bald geniesse ich eine der besten Aussichten hoch oben, während eine Reihe hinter mir ein kleiner Junge seinen ersten Flug erlebt. Wie schön.

    In Zürich den Connecting Flight gesucht, mit der Subway ins Terminal 2 gerauscht und in das bereits begonnene Boarding eingereiht, als mir ein Flughafenmitarbeiter sagte, ich müsse zuerst zur 2ten Passkontrolle!
    Also in der anderen Schlange nochmals Zeit runter trödeln, für einen blauen Stempel! Boarding läuft seit 35 Minuten. Als ich an Bord gehe, sind es nur noch 15 Minuten bis zum Start. Klingt nach Verspätung, die auch umgehend mit mindestens 35 Minuten bestätigt wird.

    Am Ende sind es mehr als 50 Minuten nach dem geplanten Start, als der Edelweiss Airbus A350-900, "Chäserrugg", benannt nach einem 2.2.62 m hohen Berg im Kanton Sankt Gallen, vom Schweizer Boden abhebt. Jetzt liegen nur noch neun Stunden oder 8.326 km zwischen mir und Vancouver.

    Nachdem wir die Reisehöhe von 11.500 Fuß erreicht haben, wird neben ein paar Knabber-Fischli der Apero serviert. Mit 483 Knoten (798 km/h) überfliegen wir Schottland, den oberen Zipfel des Vereinigten Königreichs. Die nächsten Stationen sind Island und und das schneebedeckte Grönland. Von hier geht es über das nördliche kanadische Festland bis nach British Columbia.

    Kurz vor dem Landeanflug auf Vancouver sehen wie zum ersten Mal die Rocky Mountains. Trotz ihrer Bezeichnung als "felsige Berge" sehen sie von hier oben majestätisch aus. Der Eindruck verstärkt sich, unterstrichen vom Sonnenlicht, als der Pilot eine Linkskurve fliegt und wir eine sehr plastische Sicht auf dieses Gebiet erhalten. Wow.

    Und wen sie schon von hier sehr beeindruckend aussehen, wie ist das erst, wenn wir in den kommenden Wochen diese über den Columbia Icefield Parkway durchfahren?

    Wir schweben über die Bucht zum Flughafen. Touchdown, Immigration erledigen und am Kofferband treffe ich meine Tochter, die mit ihrem Freund über Frankfurt eingeflogen sind. Dann startet der erste Teil der Familienreise. Vorfreude.

    Mit dem Zug fahren wir nach Vancouver City. Hier entscheiden wir, für die letzte Strecke ein Uber zu buchen. Pedram, ein Perser (heutiger Iran), lebt und arbeitet seit 2 Jahren hier. Er liebt sein Land und die Menschen, hat aber Sorge mit der Regierung. Auch hier, weit entfernt holt uns das politische Tagesgeschehen ein.

    Über die Lions Gate Bridge erreichen wir das Capilano Reserve - Squamish Nation Territory, wo unsere Unterkunft liegt. Wir erfahren, das dieses Gebiet ausschließlich von der First Nation bewohnt wird. In der Einfahrt werden wir darauf hingewiesen, der Zugang ander Personen angeklagt wird!
    Als Pedram uns an der 210 Whonoak Road absetzt, werden wir freundlich begrüßt. Unser Gastgeber Himikalas Pam ist vom Stamm der Kwakuite. Ihr Name bedeutet "Be a good Host".

    Das Apartment ist großzügig und mit vielen Kunstwerken und Gegenständen der First Nation ausgestattet.

    Wie erfrischen uns, um im nächsten Einkaufszentrum noch ein paar Lebensmittel zu kaufen. Hier finden wir das Village Taphouse, wo wir den Abend bei einem guten Essen und nettem Service ausklingen lassen.

    Auf dem Weg zurück in unsere Unterkunft, stellen wir fest, das in Deutschland schon der nächste Tag anbricht.
    Als ich endlich im Bett liege und schlafe, werde ich von einem starken Regenschauer mit lautem Donnergrollen, der von den nahegelegenen Bergen widerhalt, geweckt. In Vancouver gibt es ca. 180 Regentage pro Jahr...
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