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Zwischen Fernweh und Freiheit

A 22-day adventure by Brooklyn66 Read more
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    🇨🇦 Improvement District No. 9, Kanada

    Auf nach Lake Louise

    Sep 6–12 in Canada ⋅ ☁️ 11 °C

    Der Tag startet bei 11°C und erreicht im weiteren Verlauf maximal 14 °C. Durch die Sonne fühlt es sich wärmer an, so das man zeitweise in kurzer Hose und T-Shirt gehen kann.

    Als wir aus der Unterkunft auf den Highway 16 einbiegen, haben wir unser erstes und was Wildtiere angeht, auch heute einziges Highlight. Wir sehen Maultierhirsche am Straßenrand grasen.

    Nach ein paar Fotos der Tiere folgen wir dem Yellowhead Highway, wie der Hwy 16 auch heißt, Richtung Jasper. Den Blick voraus auf die Pyramid Mountains und den Emir Mountain. Die Strecke führt uns durch den Talbot Lake (links) und den La Biche River (rechts). Rechte Hand sehen wie die Whitecap Mountain und den Mount Cumnock. Es folgen die Cliff Mountains.

    Schnelles Frühstück mit Kaffee und Sandwiches bei Bear's Paw Bakery in Jasper. -> www.bearspawbakery.com

    Ab Jasper nehmen wir DIE legendäre Traumstraße Kanadas, den Columbia Icefield Parkway (Highway 93/93A). Über eine Länge von rund 230 Kilo- metern verbindet er Jasper mit Lake Louise. Dabei führt er uns durch die monumentale Bergwelt Albertas, den Rocky Mountains, auch als „Rockies“ bekannt. Sie sind eine bedeutende Gebirgskette und das größte Gebirgs- system Nordamerikas. Die Rockies erstrecken sich über eine Luftlinie von 4.800 km vom nördlichsten Teil Westkanadas bis nach New Mexico im Südwesten der Vereinigten Staaten.

    Auf dieser Route reihen sich die Seen und Wasserfälle fast wie an einer Perlenkette auf. Als erstes kommen die Athabasca Falls. Diese 23 m hohen Wasserfälle liegen im Athabasca River im Jasper-Nationalpark. Die Fälle sind nicht wegen ihrer Höhe bekannt, sondern wegen der Kraft, mit der das Wasser über den zweigeteilten Fall fließt. Der Athabasca River führt hier meistens zwischen 100 und 200 m³/s, welche dann durch die nur etwa 30 Meter breiten Spalten stürzen. Die größte geschätzte Wassermenge, die der Fall führte, lag bei rund 500 m³/s.

    Als nächstes folgt der Goats & Glacier Lookout. Der Rastplatz bietet Aussicht
    auf den türkisfarbenen Athabasca River und die Fryatt-Bergkette sowie die in der Ferne liegenden Hängegletscher. Mit etwas Glück kann man hier Berg- ziegen sehen.

    Den nächsten Stopp machen wir an den Sunwapta Falls. Der Wasserfall liegt am Sunwapta River einem Nebenfluss des Athabasca River. Er ist insgesamt etwa 18 Meter hoch und rund neun Meter breit. Das Wasser des Sunwapta River stammt vom Athabasca-Glet- scher und fällt hier in zwei Stufen hinab. Der Name Sunwapta ist eine Bezeichnung der First Nation und bedeutet "Wildes Wasser". Wenn im späten Frühjahr die Schneeschmelze auf den Gipfeln eingesetzt, zeigt der Wasserfall die größten Turbulenzen.

    Vom Stutfield Glacier Viewpoint kann man kann den gewaltigen Stutfield- Gletscher sehen, der über zwei nebeneinander liegende Eisfälle ins Sunwapta-Flusstal hinabstürzt.

    Sicherlich das Highlight der Strecke und gleichzeitig eine touristische Abzocke (POV). Es gibt den Columbia Icefield Skywalk, eine stählerne halbrunde Aussichtsplattform. Diese kann man ab CAN $ 51 (€ 31,75) betretten und.... sieht nicht nicht einmal den Gletscher!
    Dann folgt der eigentliche Gletscher, welchen man NUR mit einer geführten Tour befahren darf. Zunächst bringt ein Reisebus die Menschen an den Rand der Eiszunge. Dann erfolgt ein Umstieg in ein extra entwickeltes Fahrzeug, mit dem man auf den Gletscher fährt. Am Ende kann min sich in einem Radius von ca. 50 Metern bewegen, Fotos machen und Gletscherwasser trinken. Das Letzte soll angeblich jünger machen.
    Kostenpunkt: ab CAN $ 132 (€82,17)!
    PS: Das Columbia Icefield sieht man vom Highway aus und kann von dort gut Fotos machen.

    Es folgen noch die 69 Meter hohen Panther Falls auf 1.781 Metern. Ab hier werden die Berge auf der südwest- lichen Seite flacher. Gegenüberliegend sind sie hoch und schneebedeckt. Bis zu Waldgrenze sind beide Seiten mit Tannen bedeckt. Darüber karg. Die Wolken ziehen zu und die bisher wärmende Sonne weicht.

    Fast auf der gesamten Strecke bricht das Handynetz immer wieder zusam- men. In einem Teilabschnitt über 70 Kilometer gibt es gar keine Verbindung.
    Dabei hilft gute Vorbereitung mit vollem Tank und Offline-Karten.

    Jetzt geht es abwärts bevor es an- schließend wieder hoch geht. Gleich- zeitig werden die Berge wieder höher. Sie wechseln sich ab, zum Teil mit Tannen bewachsen über karg bis felsig schroff ab.
    Hier muss es eine Wasserscheide
    geben. Das uns begleitende Wasser ist jetzt mehr hellblau denn türkis und fließt südwärts.

    Der Howse Pass Viewpoint liegt bereits auf nur noch auf 1.593 Metern.

    The North Saskatchewan River und das
    Saskatchewan River Crossing auf 1.445 Metern ist ein wichtiger landschaftlich reizvoller und historischer Zwischen- stopp im Westen von Alberta, im Banff-Nationalpark. Hier, am Schnitt- punkt des Icefields Parkway und des David-Thompson-Highways, hat man eine grandiose Aussicht auf ein Hochplateau mit Wald, Berge und eben den Saskatchewan River. Der Name stammt aus dem 19. Jahrhundert, als Pelzhändler und Entdecker die hier vorhandenen seichten Gewässer nutzten, um den North Saskatchewan River auf ihren Wegen in Richtung British Columbia zu überqueren.

    Noch weitere Aussichtspunkte, an denen wir halten. Hier sieht man die sich wexhselnden Höhenunterschiede:
    - Waterfowl Lake Viewpoint (1.680 m)
    - Peyto Lake Viewpoint auf 2.145 m
    - Bow Lake Lookot auf 1.920 m
    - Hector Lake Viewpoint auf 1.800 m

    Der Icefields Parkway erreicht an seinem höchsten Punkt, dem Bow Summit (Bow Pass), eine Höhe von 2.088 Metern über dem Meeresspiegel.

    Wie erreichen unsere Unterkunft, die Mountaineer Lodge am Lake Louise.
    Spoiler: Lake Louise ist einfach nur enttäuschend.
    Der See ist abgesperrt. Man kommt nicht ans Wasser. Wir haben das am Abend nach dem Essen ausprobiert. Keine Chance. Einzig, wenn man ein Zimmer im Hotel Fairmont Chateau gebucht hat. Dieses gab es für uns fünf ab € 4.500 / Nacht. Ein Schnäppchen!
    Das Parken am See kostet immer die Tagespauschale von CAN $ 42 (€ 26,14), egal ob man fünf Minuten oder den ganzen Tag bleibt! Alternativ kann man mit dem Bus Shuttle zum See fahren. Dieser kostet pro Person CAN $ 39 (€ 24,28).
    Zudem, und das haben wir am nächsten Morgen feststellen können, ist der "Run" zum See ab 5:30 im vollen Gange. Bewertungen sagen, das an manchen Tagen der Parkplatz bereits ab sechs Uhr schon ziemlich voll ist.

    Nein danke. Wir "skippen" dieses Highlight. Das Thermometer zeigt 4°C (und in Deutschland hat es Hitze).
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  • Whitewater Rafting & Heiße Quellen

    Sep 5–12 in Canada ⋅ 🌧 10 °C

    Nach der langen und verregneten Fahrt von Clearwater nach Jasper schlafen wir heute erst einmal aus.

    Beim heute bevorstehenden Rafting gehen wir von sehr kalten Temperatu- ren aus. Mental bereiten wir uns darauf vor. Auch wenn es zwischenzeitlich fünf Grad mehr hat als gestern Abend. Dennoch fühlen sich 12 Grad noch nicht so richtig warm an. Auf der Fahrt zum Treffpunkt kommt die Sonne raus und wir hoffen, das die Wärme später noch etwas zunimmt. Während der Tour klettert die Anzeige auf 16 Grad. Mit Sonne absolut aushaltenswert. Traumtag.

    Abseits des Highways sehen wir einen Kojoten. Sie haben in der kanadischen Provinz Alberta eine große und weit verbreitete Population.

    Inzwischen haben wir 10+ Wildtiere gesehen:
    - Seelöwen
    - Robben
    - Buckelwal
    - Orcas
    - Squirrels
    - Streifenhörnchen
    - Kojote
    - Lachse
    - Kolibri
    - Weißkopfseeadler
    - Braunbär
    - Schwarzbär
    - Käuzchen
    - Wapitis

    Kleines Frühstück bei Beaver Tails. Auch so eine kanadischen Institution. Anschließend fahren wir zum Treffpunkt und Start des Raftings.

    Der un6gebaute gelbe Schulbus dient dem Transport zum Einstieg in den Fluss, sowie der Garderobe für die Neoprenanzüge und Schwimmwesten.
    Auf dem Anhänger sind die Schlauchboote.

    Joe, einer der Crew-Mitglieder weißt uns in den Ablauf und die Sicherheit ein . Wir werden in die Boote aufgeteilt.
    Neben Joe, der die philippinischen Teilnehmer übernimmt, bekommt Ellie die kanadische Frauen-Crew und Nick das "Team Germany". Bulldog, der Busdriver, bringt uns zum Athabasca River.

    Wie befahren ein Teilstück des Flusses mit Klasse 2. Beim Wildwasser-Rafting dieser Klasse gibt es spritzige, verspielte Wellen mit einer Höhe von bis zu 1 Meter in breiten Flussläufen.

    Der Athabasca River speist sich hauptsächlich aus Schmelzwasser von Gletschern, wie dem Columbia Icefield, und Schnee aus den kanadischen Rocky Mountains. Diese sind ca. 70- 80 Stunden zuvor dort geschmolzen.

    Als erstes steigen wir in die noch feuchten Neopren-Klamotten und ziehen die Jacke und die Schwimm- weste darüber. Steckt man die Hose in die Schuhe ist ein "Dirty Job".

    Wir starten mit der theoretischen Einweisung der Paddelführung und den Kommandos. Anschließend tragen wir das Boot zum Fluss und starten die Fahrt.

    Nick kommt aus Australien und arbeitet hier den Sommer über. Nach dem Ende der Saison reist er nach Vietnam - "Follow the Sun".

    Unterwegs erläutert er uns die umliegende Bergwelt und Spots, die wie sehen. Ein Großteil des Waldes entlang der Strecke ist vor zwei Jahren durch ein Feuer abgebrannt. Langsam erholt sich die Natur. Ein Berggipfel heißt Pyramid Mountain und ist ein markanter, 2.766 Meter hoher Berg im Jasper-Nationalpark in Alberta.
    Der Berg verdankt seinen Namen der auffälligen, fast dreieckigen Pyramidenform.

    Erste Stromschnellen kommen und wir werden wellenartig nass. Kurz vor Ende springe ich in den sehr kalten Fluss und schwimme ein paar Minuten. Nach knapp einer Stunde ist der Spaß vorbei. Für uns hätte es gerne auch Klasse 3 sein dürfen.

    Abgetrocknet und umgezogen ziehen wir durch Jasper Downtown. Streifen an Cafés vorbeikommen, den typischen Souvenirshops, dem Two Brothers Totem Pole und dem Jasper Park Information Centre. Ein hübscher Alpen-Ort ohne Hochhäuser.

    Auf dem Rückweg sehen wir Straßen- rand Wapitis grasen, halten und machen ein paar Fotos.

    Den frühen Abend verbringen wir über zwei Stunden in den Miette Hot Springs und entspannen in vier unterschied-
    lichen Pools. Zwei davon sind bis zu 40 °C warm. Zum Abkühlen stehen zwei kalte Pools mit 14°C und 20 °C zur Verfügung. Beim Eintritt sage ich vier Erwachsene oder wenn es einen Familypreis gibt, dann diesen. Er gilt eigentlich nur für Familien mit zwei Kindern bis zu 3 Jahren. Die Angestellte antwortet, das eine Familie die Vorraussetzung sei. Ich zeige auf meine erwachsenen Töchter. Ok, wie haben heute schon genug verdient und gewährt uns den Discount. Wir zahlen statt C$ 19,75 pro Oerson nur den Family Preis von C$ 64,25. Das ist Kanada, familienfreundlich.

    Sie verfügen über die heißesten Thermalquellen der kanadischen Rocky Mountains. Das Wasser der natürlichen Thermalquellen sprudelt mit einer Temperatur von 54 °C (129 °F) aus dem Berg und wird beim Eintritt in das Thermalbecken auf eine angenehme Temperatur von 40 °C (104 °F) abgekühlt.

    Die wunderschöne Lage der Miette Hot Springs machen sie zu einem der beliebtesten Ausflugsziele im Jasper-Nationalpark. Ob es nun das ruhige, friedliche Panorama rund um die heißen Quellen ist oder die malerische Fahrt entlang des wilden Fiddle Valley – die Miette Hot Springs bieten ein einzigartiges Erlebnis.
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  • Jasper

    Sep 4–12 in Canada ⋅ 🌧 12 °C

    Eine der wenigen Male, wo das Früh- stück im Motel inklusive ist. Highlight auf dem zwar übersichtlichen und dennoch ausreichenden Buffet ist das Waffeleisen. Aus einem Spender kommt der Teig, den man in einen Becher laufen lässt, in die Form gibt und nach drei Minuten - "Ping", ist die Waffel fertig. Dazu ganz klassisch Maple Syrup. Mhhhh...

    Gestern nicht mehr geschafft und da es nur wenige Minuten vom Motel ent- fernt liegt, heute auf dem Programm, der Triple Decker Trail & Fall. Ein dreistufiger Wasserfall, der sich über vulkanisches Gestein 60 Meter tief in ein Becken stürzt.

    Es wird ein Regentag mit 11 °C. Zwar nicht angenehm, aber für die 374 Kilo- meter lange Strecke zwischen Clearwater und Jasper bzw. zu unserer Unterkunft, weit hinter Jasper, eigent- lich passend. Da es auch, außer der grandiosen Landschaft, nur wenige Stopps gibt.

    Die einzige Unterbrechung machen wir am Mount Robson. Hier kehren wir zur Stärkung in das Café ein, bevor wir zum vierstündigen Hiking über den Berg Lake Trail aufbrechen. Ziel ist der Kinney Lake, einer Ausdehnung des Robson River, einem Nebenfluss des oberen Fraser River.
    Benannt wurde er von Arthur Philemon Coleman, einem kanadischen Geologen, der die Region gemeinsam mit seinem Freund George Kinney erkundete, der den See als Erster entdeckte.
    Als wir am Seeufer ankommen, haben wie eine traumhafte Sicht auf die den türkisblau leuchtenden See umliegenden Berge. Dazu gehören der Whitehirn Mountain, der Mt. Phillips, Mt. Anne-Alice, Cinnamon Peak und eben ser Mt. Robson.

    Zurück am Auto geht es weiter auf dem Yellowhead Highway Wir passieren den Red Pass, fahren an der nördlichen Seite des Moose Lake bis Jasper.

    Jasper ist eine malerische Bergstadt und beherbergt den größten Nationalpark in den kanadischen Rocky Mountains; sie liegt im Westen von Alberta auf 1062 m Höhe.

    Wie kehren in die Folding Moutain Brewing Co. zum Abendessen ein.
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  • Cleawater & the Murtle River

    Sep 3–12 in Canada ⋅ ☁️ 21 °C

    Das Wetter wechselt von Sonne zu Regen und fällt um mehr als 10 Grad.

    Von Kamloops kommend erreichen wir Clearwater. Unterwegs sehen wie den ersten Weißkopfseeadler. Wir checken in einem klassischen Motel ein. Dazu habe ich viele Bilder aus amerikani- schen Filmen im Kopf und bin über- rascht, wie modern und komfortabel das "Super 8 by Wyndham" ausge- stattet ist. Es. Ist bietet neben zwei Queensize Betten ein eigenes Bad, eine Pantry Küche mit Kühlschrank und Kaffeemaschine.

    Von hier starten wir und informieren uns zunächst im "Wells Gray Park Visitor Information Centre" über die nahegelegenen Top Spots im gleichnamigen Provincial Park.

    Über die Clearwater Valley Road steuern wir unser Ziel an. Nach etwa vierzig Minuten Fahrzeit wechselt die Strecke in eine Schotterpiste, der wir nochmals 30 Minuten folgen. Von hier geht es mit einer kleinen Wanderung zum Baileys Chute, einer felsigen Stufe, die die Lachse überwinden müssen, um zu ihren Laichgründen zu gelangen. Und tatsächlich haben wir die Möglich- keit zu dieser Jahreszeit den Lachs- sprung zu beobachten. Immer wieder sehen wir die mühevollen Sprünge gegen die Wasserkraft. Auf die vielen Niederlagen folgen neue Versuche. Oberhalb des Beckens, aus dem die Lachse stromaufwärts starten, kreisen zwei Weißkopfseeadler und hoffen auf einfache Beute durch entkräftete Fische.

    Auf dem Rückweg machen wir an zwei Wasserfällen des Clearwater River Halt. Als erstes steht der Helmcken Falls an. Vom Parkplatz wandern wir durch traumhafte Landschaft, bevor sich vor uns das Tal öffnet und den Blick auf den Wasserfall freigibt. Der Helmcken Fall befindet sich im Murtle River bevor er im Wells Gray Provincial Park in den Clearwater River mündet. Er fällt vom Murtle-Plateau 141 m in die Tiefe. Es ist der vierthöchste in Kanada.

    Als nächstes kommt der Dawson Fall. Ein weiterer Wasserfall von insgesamt sieben des Murtle River. Er ist sehr breit und nur 20 m hoch. Daher haben wir ihn ausgelassen.

    Im weiteren Verlauf kommen wir zu den Spahats Creek Falls. Seine Höhe wird mit etwa 60 m angegeben, doch unter Berücksichtigung der zweiten Stufe liegt sie eher bei 75–80 Metern.

    Nach soviel Natur kehren wir zum Abendessen in das "Hop "N" Hog Tap & Smokehouse" ein und verbringen einen unterhaltsamen Abend.
    -> www.canadiansmokehouse.ca/
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  • Tournament Capital of Canada

    Sep 2–12 in Canada ⋅ ⛅ 29 °C

    Unser heutiges Tagesziel ist Kamloops.
    Doch erst einmal freuen wir uns auf ein Frühstück in der "a-bun-dance" Artisan Bakery (77 8 Ave S, Lillooet, BC V0K 1V0, Kanada). Schönes Wortspiel. Backwaren, süß und salzig, gibt es in der Tat reichlich.

    Da von hier ab die Infrastruktur deutlich dünner wird, befüllen wir den Tank des
    Mietwagens. Auf dem Weg dorthin, müssen wir spontan am Straßenrand halten, da ein Schwarzbär an einem der Häuser neugierig nach etwas Essbaren sucht. Wir machen ein paar Fotos, als wir sehen, wie die Bewohnerin gerade das Haus verlassen wollte. Sie empfängt unsere Warnung und wir erhalten ihren Dank zurück. Der Bär kommt immer näher, läuft ums Auto bevor er sich in die Böschung des nahegelegenen Flusses trollt.

    Wie erreichen den Marble Canyon am Crown Lake. Können den Einstieg - auch nach einiger Zeit der Suche - nicht finden. Wir entspannen noch einige Zeit in der wärmenden Sonne am See bevor es weitergeht.

    Als nächstes kommen wir zum Cache Creek, wo wir die Historic Hat Creek Ranch besuchen wollen. Einmal in die Zeit des "Wilden Westens" - mit "Gold Rush"-Feeling - eintauchen. Leider ist es nicht möglich, da jemand um 14:00 beschlossen hat, das es schon 15:00 ist und die Besuchszeiten der Ranch enden. Schade.

    Alternativ legen wir bei Tim Horton's eine Kaffeepause ein, bevor wir zur "Deadman Junction Ranch" fahren. Horton war ein bekannter Eishockey-
    spieler der National Hockey League und Gründer eben dieser Restaurant- kette. Im Verlauf seiner aktiven Karriere spielte er auf der Position des Vertei- digers von 1951 bis 1974 unter anderem 1.572 Spiele für die Toronto Maple Leafs, New York Rangers, Pittsburgh Penguins und Buffalo Sabres. Mit den Toronto Maple Leafs gewann Horton zwischen 1962 und 1967 insgesamt viermal den Stanley Cup. 1977 wurde er posthum in die Hockey Hall of Fame aufgenommen. Horton kam mit 44 Jahren bei einem Autounfall uns Leben

    Während der Fahrt über den Trans Canada Highway fängt es an zu regnen. Als wir bei "Deadman" ankommen, ist auch hier geschlossen. Der Besitzer sagt, das er bei Regen schließen muss, da die Holzplanken zu rutschig und eine Gefahr für Besucher sind.

    Also auf nach Kamloops, der Stadt am gleichnamigen See. Hier am Zusammenfluss des North und South Thompson River, der dann zum Thompson River wird.

    In der Umgebung von Kamloops gibt es zahlreiche weitere Seen wie den Paul Lake, Adams Lake oder den Lac Le Jeune. Die Stadt ist in Kanada bekannt als „Tournament Capital of Canada“ ( da hier alljährlich zahlreiche Fußball-, Baseball- und Hockeyturniere) stattfinden.

    In unserer Unterkunft angekommen begrüßt uns der sehr freundliche Vermieter. Er sagt, das seine Mutter ebenfalls aus Deutschland komme, er aber die Sprache nicht spreche. Dejavu!

    Nach einer Erfrischung ziehen wir los Richtung Downtown/Riverside Park.
    Hier beobachten wir ein paar Skater. Ich mache ein Foto von Rechae Marcel Hupé, wir tauschen unsere Namen aus und ich schicke ihm das Foto per Insta.

    Der Park am Thompson River bietet für Groß und Klein jede Menge Freizeit- angebote. Ein Wasserpark mit Rutsche, Liegewiesen, Sportmöglichkeiten und einen Strand mit Badezone.

    Ein Bereich im Park ist dem Lawn Bowling vorenthalten. Bisher kannte ich diese Sportart nicht. Ich habe mit einem der Spieler etwas Smalltalk und informiere mich über den Sport. Hier-
    bei handelt es sich um eine Präzisions- sportart. Die Spieler müssen die asymmetrischen Kugeln, sogenannte „Woods“ oder „Bowls“, rollen, um sie so nah wie möglich an einer kleineren Zielkugel, dem sogenannten „Jack“, zum Stillstand zu bringen.
    -> https://krlbc.ca/

    Auf dem Weg zum Restaurant "moxies"
    kommen wir am Sandman Centre vorbei, wo die Kamloops Blazers gerade ein Trainings-Heimspiel zur Vorbereitung der Ende September beginnenden Saison austragen. Der Club spielt in der Western Hockey League, einer der drei kanadischen Top-Junioren-Eishockeyligen. Ich schaue neugierig durch die Glastüre, als eine ältere Dame vom Einlass-
    Service mit fragt, ob ich ein Ticket habe. Als ich dies verneine, bittet sie mich für ein paar Minuten in die Halle. Ich könne gerne kurz und kostenfrei zuschauen. Wie tauschen ein paar Worte aus und ich schätze soviel Gastfreundschaft.

    Das Abendessen im In-Lokal und Sportsbar "moxies" ist wunderbar. Etwas gehobene und ausgefalle Küche. Allein die Klimaanlage ist uns zu kalt.

    Auf dem Rückweg beobachten wir noch einen der extrem langen Güter- züge. Dieser hier hat drei Loks verteilt zwischen 100 Waggons.
    Beim Einschlafen hören wie in der Ferne das Rattern der Züge, die hier wohl rund um die Uhr fahren.
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  • Highway 99 bis Lillooet

    Sep 1–12 in Canada ⋅ ☁️ 22 °C

    Wie verlassen das autofreie, auf dem Reißbrett entstandene, Whistler Village. Es geht weiter in nordöstliche Richtung. Auf der etwa zweistündigen Fahrt bis Lilliooet durchfahren wir beeindruckende Natur mit hohen Bergen und dichten Tannen- und Mischwäldern.

    Kurz nach dem Start halten wir am Green Lake, dem größten und tiefsten Gletschersee nördlich von Whistler. Auf der Weiterfahrt führt uns der Highway 99 östlich um den Cougar Mountain mit seinem markanten Gipfel.

    Wenige Fahrminuten vor dem kleinen Ort Pemberton erreichen wir den Nairn Falls Provincial Park. Mit leichtem Gepäck machen wir uns auf den 1,5 Kilometer langen Weg entlang des Green River zu den Wasserfällen. Das türkisblaue Wasser des Flusses begleitet uns leuchtend durch den Wald. Den laut tosenden Wasserfall hört man schon von Weitem. Hier sieht man, mit welcher Kraft er Mulden, Löcher und Wannen in den Fels wäscht. Einfach beeindruckend.

    Auf der Weiterfahrt stoppen wir spontan in der Gegend um den One Mile Lake Park in Pemberton. Hier sehen wir in etwa 20 Meter Entfernung den ersten Braunbären. Er trottet gemütlich durch die Prärie. Wir schauen ihm lange nach, bis er in einem Gebüsch aus unserer Sicht verschwindet.

    An den Joffrey Lakes haben wir einen längeren Trail geplant. Die Route sollte vom Lower- über den Middle- bis schließlich zum Upper Joffrey Lake führen. Hierbei die Holloway Falls passieren, um dann ganz oben, unterhalb des Matier Glacier, eine traumhaften Fernsicht zu haben. Was wir leider nicht wussten, das man dafür, im Vorfeld gebuchte, Tagespässe benötigt. Eine spontane Buchung war nicht möglich, da es hier A. keinen Mobilfunk-Empfang gibt und B. alle Tickets für den Tag schon ausgebucht waren.
    Hier kann man die Tickets buchen:
    https://reserve.bcparks.ca/dayuse/registration

    Nächster Halt: Duffey Lake
    Der See und der gleichnamige Park liegen am Teilstück Duffey Lake Road des Highway 99 - zum Teil mit Gefälle von bis zu 13% - zwischen Pemberton und Lillooet. Vom Lockout hat man einen atemberaubenden Blick auf den Mount Rohr und die schneebedeckten Gipfel.

    Auch in dieser Region gehen die lustigen Namen nicht aus.....
    - Gott Creek
    - Cinnamon
    - Cache Creek

    Bevor wir Lillooet erreichen erklimmen wir noch den nicht ganz offiziellen "Horseshoe Lookout". Dieser liegt oberhalb einer Haarnadelkurven mit grandiosem Ausblick auf den Seton Lake.

    Der Ort Lillooet, mit 2.322 lebenden Seelen, liegt an der Einmündung des Seton River in den Fraser River, im Land der Squamish-Lillooet First Nation. Durch seine Lage im Regenschatten der Coast Mountains hat es jährlich nur 260 Millimeter Niederschlag.

    Zur Blütezeit des Goldrausches von 1858 soll Lillooet 20.000 Einwohner gehabt haben. Hier verlief die Kanu- route über den Harrison Lake, eine Route, die den Fraser Canyon umging.

    1912 erhielt der Ort einen Bahnan- schluss durch die Canadian Pacific Railway (CPR).

    Highlights im Ort sind der "Hanging- man Tree", eine Kiefer, an dem Richter Matthew Baillie Behnke angeb-
    lich Missetäter hat aufhängen lassen.
    In der ehemaligen anglikanischen Kirche befindet sich ein kleines Museum zur Goldrauschgeschichte und zum Bau der Eisenbahn. Gegenüber dem Museum steht der „0 Meilen Stein“, hier begann die Straße Richtung Norden, die über Orte wie 100 Mile House führte.
    Die Brücke über den Fraser trägt seit ihrer Eröffnung 1981 den Namen The Bridge of the 23 Camels als Erinnerung an die 23 Kamele, die während des Goldrauschs als Transporttiere importiert wurden, sich jedoch nicht bewährten. Die Hängebrücke aus dem Jahr 1913, eine Konstruktion aus Holz und Stahl, wird seit dem „The Old Bridge“ genannt und ist für den motorisierten Verkehr gesperrt.

    Der Abend klingt im chinesischen Lokal "May Wang" bei Wontonsuppe und diversen Gerichten wie Chicken Chow mein, Beef Chip Suey aus. Auch wenn wir das chinesische Englisch der Besitzerin kaum verstehen haben wie einen schönen Abend.
    Unser Tischnachbar fragt woher wir kommen. Als wir aus Deutschland antworten, teilt er uns mit, eine deutsche Mutter zu haben, aber leider diese Sprache nicht gelernt hat. Kanada ist europäischer als wir denken.
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  • Historischer Ort

    Aug 31–Sep 12 in Canada ⋅ ☁️ 12 °C

    Am Morgen begrüßt uns ein neugieriger, wunderschön blau-schwarz leuchtender, Diademhäher im Garten. Erste Sonnenstrahlen schauen ums Haus. Der Tag ist noch frisch, ich wähle eine lange Hose plus Hoody und war zu warm gekleidet...

    Auf der Sea-to-Sky-Route steuern wir den Train Wreck Trail an. Start- und Endpunkt ist am "Stillen Örtchen". Und das gibt es an fast allen Wanderrouten.

    Wie überall wird auch hier im "Bärenland" auf seine Spuren aus Losung, Kratzspuren und bearbeiteten Baumstämmen hingewiesen.

    Nach einiger Wanderzeit öffnet sich der Wald und wir kommen an das Ufer des Cheakamus River. Auch hier leuchtet das Wasser wieder türkisblau durch winzige Gesteinspartikel, die von Gletschern ins Wasser gespült werden. Im weiteren Lauf des Flusses kommen wir an eine Hängebrücke. Als ich diese überquere, fahren unter mir zwei Kajaks stromabwärts. Im Waldgebiet auf der anderen Seite stehen wir plötzlich zwischen sieben scheinbar wahllos zwischen den Bäumen verteilten Waggons. Es hat etwas von Zug-Mikado. Diese sind inzwischen die Leinwand für Graffiti-Künstler geworden und die Farben leuchten verstärkt durch die Sonnenstrahlen.

    Das Unglück ereignete sich am 11.08.1956. Der Zug war in Lillooet – 130 km nördlich von Whistler – gestartet und mit Holz für Vancouver beladen worden. Bei seiner Ankunft in Whistler hatte der Zug Verspätung, weshalb die Besatzung versuchte, die Zeit durch schnelleres Fahren wieder aufzuholen. Zum Zeitpunkt des Unglücks war diese Bahnlinie die einzige direkte Möglich- keit, Rohstoffe und Menschen zwischen Squamish und Lillooet und überall dazwischen zu transportieren.
    Jeder war auf den Zug angewiesen, und jede Verspätung war ein großes Problem. Der Zug fuhr mit mehr als der doppelten zulässigen Höchstgeschwin- digkeit, als sich das Unglück auf einem schmalen Gleisabschnitt ereignete, der durch Fels gehauen war und am Ende eine scharfe Kurve aufwies. In der Kurve entgleiste eine der Lokomotiven und kam zum Stehen. Zwölf Güterwagen entgleisten, und einige verkeilten sich in der engen Passage und blockierten die Strecke tagelang. Fünf der entgleisten Güterwagen konnten geborgen werden, die restlichen sieben waren jedoch zu stark beschädigt, um gerettet zu werden. Diese sieben Güterwagen wurden von brauchbarem Material befreit und hierher geschleppt, was der schnellste Weg war, die Züge wieder planmäßig fahren zu lassen

    Auf dem Weg zurück in die Stadt halten wir noch kurz an Naherholungsgebiet Lost Lake.

    Der weitere Plan war, mit der Gondel auf den Berg zu fahren, um dort oben die legendäre "Peak-2-Peak Gondel" zwischen den beiden Bergspitzen Whistler und Blackcomb zu nutzen. Bei einem Tagespreis von CAN $ 115,00 (€ 72,00), der auch um fast 14:00 Uhr noch verlangt wurde, entscheiden wir uns dagegen.

    Also eroberten wir Whistler Village, machten eine Kaffeepause und schlenderten bis zum Abendessen durch's Dorf.

    PS: Der Ortsnamen Whistler leitet sich von den Pfeifgeräuschen der dort heimischen Eisgrauen Murmeltiere ab.
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  • Auf in die Berge

    Aug 30–Sep 12 in Canada ⋅ ☁️ 13 °C

    Von Vancouver aus fahren wir über den Highway 99 Richtung Norden. Unser nächstes Übernachtungsziel war 2010 Austragungsort der Olympischen Winterspiele. Es gehört zu einem der größten Skigebiete Kanadas und liegt 125 Kilometer von Vancouver entfernt. Das Zentrum, genannt Village, ist ein autofreies kompaktes Fußgängerdorf im Chalet-Stil.

    WHISTLER, am Fuße der Berge "Blackcomb" (2.240 m) und "Whistler" (2.182 m) gelegen, welche durch die rekordbrechende PEAK 2 PEAK- Gondelbahn verbunden sind. Die beiden Stationen sind nach Angaben der Betreibergesellschaft die größten Seilbahnstationen der Welt. Und lange Zeit hatten sie mit einer freien Spannweite von 3.024 m auch die weiteste Strecke.

    Doch bevor wir dort landen, steuern wir zunächst den Whytecliff-Park in West- Vancouver an. Dieser ist für seine imposanten Klippen und artenreiche Unterwasserwelt bekannt. Auch soll man hier Seelöwen (engl. Sealion, Kurzform Seal) sehen. Leider hatten wir heute kein Glück.

    Einen weiteren Stopp auf dem Sea-to- Sky-Highway legen wir im malerisch gelegenen Porteau Cove Provincial Park ein. Dieses Plätzchen liegt am östlichen Ufer des Howe Sound und bietet einen traumhaften Blick über das von Bergen umgebene Wasser. Schön hier hat sich die Bergwelt verändert, wied steiler und schroffer.

    Am nördlichen Ende des Howe Sound erreichen wir den Ort Squamish. Der Name bezeichnet die First Nation, die in diesem Teil des südwestlichen British Columbia vor dem Eintreffen der ersten Europäer lebten. Wie kehren in das Restaurant "The Copper Coil Still & Grill" ein. Das familiengeführte Lokal ist ein von der Cajun-Küche inspiriertes Räucherhaus und Restaurant im Stil des Südens. Hier vereinen sich die Aromen von New Orleans und Louisiana mit Zutaten aus dem Pazifischen Nord- westen. Ein absolut lohnenswerter Besuch.

    Um uns nach dem Essen wieder etwas zu bewegen, steuern wir die Mamquam Falls an. Über die mit Schlaglöchern übersäte Schotterstraße erreichen wir nach 5 Kilometern den kostenfreien Parkplatz. Neben dem mit 39,00 kanadischen Dollar (€ 24,00) teuren Eintritt gibt es einen kostenfreien Wanderweg, den wir nehmen. Die Mamquam Falls sind ein wunderschö- nes, verstecktes Juwel mit atemberau- bendem türkisfarbenem Wasser und Ausblick auf die Schlucht. Insgesamt ein großartiger kurzer Zwischenstopp für Naturliebhaber und Fotografen.

    Am späten Nachmittag halten wir am
    Eagle Run Vista Point. Hier soll man die berühmten Weißkopfseeadler beobachten können. Außer den Infoschilder und Erläuterungen sehen wir leider keine. Doch dafür entdecken wir im Wasser eine kleine Population von wildlebenden Seelöwen. Die Entschädigung für unseren ersten Stopp des Tages.

    In der Unterkunft angekommen genießen wir den mit ca. 12 Grad kühler werden Abend im Hot Tube (Whirlpool).
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  • Back to Vancouver

    Aug 29–Sep 12 in Canada ⋅ ⛅ 16 °C

    Heute enden unsere Tage auf Vancouver Island und es geht zurück in die größte Stadt Britisch Columbias. Mit einem Kaffee in der Hand genießen wir ein letztes Mal, vom Mountain Guest House, den Blick von dieser Höhenlage auf die Strait of Georgia. Dieser 240 Kilometer langen und bis zu 30 Kilometer breiten Wasserstraße zwischen Vancouver Island und der Festlandküste

    Auf dem Weg zur Fähre folgen wir dem Hinweis von "Michelangelos Pizza" und fahren in eine kaum erschlossene "Dead End Road" im Wald. Hier besteht die 50/50 Chance Schwarzbären zu sehen. Leider kommt uns kein "Meister Petz" zu Gesicht.

    Bei Traumwetter gelangen wir zum Fährterminal. Die vergangenen Tage hatten wir fast täglich wechselnde Wetterlagen. Mit Temperaturen um 16 Grad, bestätigen uns die Kanadier, sei es für diese Jahreszeit zu kalt. Auch wenn jetzt, Ende August, die Laubbäume den nahenden "Indian Summer" schon andeuten.

    Also genießen wir die wärmende Sonne, denn die Wettervorhersage für Whistler, einem unserer nächsten Stopps, liegt aktuell bei 11 Grad.

    In Vancouver treffen wir auf den Rest der Familie, die heute erst anreisen. Zusammen werden wir die nächsten zwei Wochen verbringen.

    Am Abend wollten wir auf den Nachtmarkt in Chinatown. Leider mussten wir feststellen, das es diesen seit fast 12 Jahren nicht mehr gibt! Und es immer noch Hinweise darauf im Internet gibt.
    Also schlendern wie von Gastown über Chinatown, das wie in den ersten Tagen bewusst ausgelassen haben, zum Maple Tree Square. Hier, an diesem historischen Ort, wurde 1867 die erste Bar Vancouvers eröffnet. Aus dieser Region rund um Gastown entwickelte sich dann die Stadt. Wir entscheiden uns für das Restaurant "LOCAL Public Eatery" mit ausgewählten Pub- Gerichten und Craft-Bier.
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  • Tag am Meer

    Aug 28–Sep 12 in Canada ⋅ 🌧 16 °C

    Start in den Tag mit einem Cappuccino im Tofino Coffee Roaster Café. Anschließend geht es zum Long Beach, einem der Surfer Spots. Wir fahren durch die Vorstadtidylle, der Ort scheint noch zu schlafen. Erste Shops öffnen. Das Leben beginnt und findet hier hauptsächlich in der Saison statt.

    An der Westküste Kanadas hat man einen unglaublichen Blick auf den Pazifik. Und bis Asien gibt es nur noch Wasser. Der Long Beach hat seinen Namen zu Recht verdient. Ist es eine Bucht, sie sich atemberaubend mit einem mehr als 16 Kilometer (10 Meilen) langen Sandstrand am Pacific Rim National Park Reserve an der Westküste von Vancouver Island erstreckt. Wir genießen die Zeit am Meer und schlendern stundenlang am Wasser entlang. Beobachten Surfer - vom Anfänger bis zum geübten Profi, wenn sie immer wieder auf ihr Brett steigen und den richtigen Moment abpassen, um auf der Welle abwärts zu "reiten".

    Als nächstes steuern wir auf unserer Fahrt zwischen Tofino und Nanaimo eine Empfehlung von den gestern kennengelernten Auswanderern an, die "Hole In The Wall Cascade".

    Ein kleiner Spaziergang durch den Wald, bringt uns zum Ziel. Als wir es sehen, fragen wir uns, wie es entstanden ist. Die Erklärung ist einfach. Das Loch wurde ursprünglich in den umgebenden Schiefer gegraben, um eine Wasserleitung zu verlegen. Die Leitung ist längst verschwunden, und so ist nur noch ein kleiner Wasserfall übrig, der durch das Loch in ein kristallklares Becken im Wald plätschert.

    Kurz vor dem Cameron Lake erreichen wir den McMillan Provincial Park. Hier ragen jahrhundertealte Zedern im Cathedral Grove aus dem Waldboden. Einige sind 75 Meter hoch. Die größte und mit 800 Jahren älteste von ihnen ist "The Big Tree".

    Letzter Halt am heutigen Tag ist der Little Qualicom River Regional Park. Hier erstaunt uns die Kraft des Wassers, wie sie sich über Jahrhunderte durch den Fels gefressen hat und heute ein atemberaubender Wasserfall ist.

    Auf dem Weg zur nächsten Unterkunft steuern wir Michelangelos Pizza an. Als wir den Food-Container sehen, wollen wir weiter fahren. Da es in der Gegend bis Nanaimo allerdings keine Alternativen gibt, bleiben wir und werden nicht enttäuscht. Zwei sehr nette Betreiber, mit denen wir schnell ins Gespräch kommen, zaubern zwei sehr leckere und reich belegte Pizzen. Dazu gibt es kostenfreie Getränke. Als wir essen, bekommen wir Besuch von zwei Hirschen, die bis auf wenige Meter an uns herankommen.

    In Summe ein weiterer erfüllter Tag.
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  • Pacific Rim Trail

    Aug 27–Sep 12 in Canada ⋅ 🌧 16 °C

    Der nächste Morgen. Wir leben noch. Norman hat nicht zugeschlagen!

    Neben einem Mountie (Mitglied der Royal Canadian Mounted Police (RCMP)) sind wir die einzigen Gäste und genießen die Ruhe. Am Morgen gehört die Gästeküche uns allein. Es gibt Kaffee, Rührei mit Käse, Obst, Toastbrötchen, Müsli und noch einiges mehr.

    Heute geht es von Port Alberni über Ucluelet* nach Tofino. Die Strecke führt durch den Pacific Rim National Park, vorbei an so lustigen Namen wie "Lost Shoe-" "Whisky-" oder "Cat Ear"-Creek".

    *Aussprache „ju-clu-let“ (Betonung liegt auf dem "clu")

    Vancouver Island ist die Heimat von rund 7.000 Amerikanischen Schwarz- bären, die dort einen idealen Lebens- raum in den dichten Regenwäldern und Küstenregionen vorfinden. Grizzlybären leben hier dagegen nicht dauerhaft.

    Immer wieder wird darauf hingewiesen, das man Gast in ihrem Territorium ist. Neben Schwarzbären gibt es noch andere wild lebende Tiere, wie Pumas, Hirsche oder Wölfe.

    So auch am Eingang des Ucuelet Lighthouse Loop, der zusammen mit dem Wild Pacific Trail einem Rundweg beschreibt. Wie starten am Amphitrite Point Lighthouse und drehen die Runde im Uhrzeigersinn. Relativ bald sehen wie Hirsche beim Fressen. Nach ein paar Fotos ziehen wir weiter zur Rocky Beach Area. Hier verbringen wir einige Zeit, lassen Steine über das Wasser fliegen, beobachten die Natur, die Zeit scheint still zu stehen.

    Als nächstes erreichen n wir den He-Tin-Kis Park und genießen die atemberaubenden Aussichten auf den Pazifik und die schroffe Felsenküste.

    Wie erreichen den zwischen Ucluelet und Tofino gelegenen Rainforest Trail im Pacific Rim National Park. Hier steht der "Ancient Monarch", einer der ältesten Bäume auf Vancouver Island. Diese Zeder war 1271, als Marco Polo in den Orient reiste, nur ein Setzling.

    Den Abend verbringen wir beim Essen im Restaurant "Wolf in the fog". Da wir nicht reserviert haben, nehmen wir an der Theke Platz. Für mich, der viel spannendere Platz. Kommt hier schnell mit den Mitarbeitern und Gästen ins Gespräch. So lernen wir die zwei deutschen Auswanderer Jens und Nelly aus Düsseldorf kennen. Vor über 17 Jahren zog es sie nach Kanada. Heute betreiben sie zwei Airbnb's und eine Manufaktur für Taschen aus Segelstoff.
    Wie erhalten ein paar Sightseeing- Tipps, die wir am nächsten Tag umsetzen.

    Unser Essen kommt. Meine Wahl fiel heute auf den "Pan roasted lingcod" (Lengdorsch), ein raubhafter Meeres- fisch, der ausschließlich an der West- küste Nordamerikas lebt. Begleitet von einem Birnen-Cider.
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  • Zu Gast bei Giganten

    Aug 26–Sep 12 in Canada ⋅ ⛅ 25 °C

    Gestärkt mit Kaffee und einen frischen Avocadotoast in der "Fuego Old Town Eatery" geht es auf's Meer. Bei bestem Sonnenwetter besteigen wie die "Marauder IV". Wir finden direkt hinter dem Bug einen Platz in der ersten Reihe. Meine Sitznachbarn kommen ebenfalls aus Deutschland, machen hier Urlaub und begleiten ihren Sohn Ari, der südlichen von Vancouver, an der Richmond University, ein Auslandssemester absolviert.

    An Bord von Springtide Whale Watching begrüßen uns Elly, unter- stützt von ihrem Volunteer Anne. Sie machen uns auf dieser Tour mit ein paar Dingen vertraut, teilen uns mit, das es auch warme Getränke gibt, während Kapitän Jan das Schiff durch die Salish Sea steuert. Hier im Grenzgewässer zwischen USA und Kanada ist unser erster Stopp an einer Gruppe vorgela- gerter Felsen. Dort sehen wir Seelöwen, die sich in der Sonne räkeln und nur wenig Interesse an uns haben.

    Die Fahrt geht weiter, wir passieren das Race Rock Lighthouse, als wenig später der lautstarke Blas eines Buckelwals zu hören ist. Unser Blick richtet sich dahin aus und wir sehen anschließend die Fontäne beim Ausatmen des Tieres. Dann taucht majestätisch der Rücken aus den Wasser. Es gibt kein Halten mehr und alle fotografieren wie wild. Dann wieder Warten, wo taucht er als nächstes auf?
    Es ist sehr beeindruckend, diese Giganten der Meere - mit entsprechen- dem Abstand - live zu sehen. Die Crew erläutert uns währenddessen, um welche Tiere es sich handelt, wie die Familienstruktur ist und wo sie leben.

    Die Route zieht sich weiter westlich fort, in ein anderes Gebiet im Nahen Pazifik. Plötzlich sehen wie zwei Orcas, Mutter und Tochter, die durch das Wasser gleiten. Aufgrund ihrer einmaligen weißen Flecken, kann man sie identifizieren. Es ist vergleichbar mit unserem Fingerabdruck.
    Wir verbringen noch einige Zeit mit Beobachten, Fotografieren und Gesprächen mit der Crew, dann geht es glücklich, mit diesen einmaligen Eindrucken in Kopf zurück in den Hafen von Victoria.

    Als wir die Kaimauer passieren, sehen wir, am Dock liegend, einen anderen legendären Giganten der Meere, die MS Queen Elisabeth der Cunard Line. Dieses Kreuzfahrt macht hier auf ihrer Fahrt von Seattle nach Alaska Halt.

    Unser Tagesziel heißt Port Alberni. Die heutige Kleinstadt (18.000 Einwohner) wurde nach dem katalanischen Kapitän Don Pedro de Alberni (1747–1802) benannt. Er befehligte in den Jahren 1790 bis 1792 auf Nootka Island die einzige spanische Festung in Kanada und pflegte gute Beziehungen zu den First Nations der Tseshaht, Hupacasath, Huu-ay-aht und Hesquiaht. 

    Die Stadt war einst das Zentrum des Holzeinschlags und der Zellstoff- produktion. Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,3 mit zwei nachfolgenden Tsunamiwellen zerstörte mehr als 400 Häuser. Niemand wurde dabei ernsthaft verletzt.

    Unser erster Halt ist der Malahat Lockout. Von hier hat man eine Fernsicht bis zum schneebedeckten Mount Baker im US-Bundesstaat Washington.

    Eine weitere Pause machen am Cameron Lake.

    In Port Alberni angekommen fahren wir zu unserer gebuchten Unterkunft. Da es keinerlei Hinweise auf das B&B gibt, klingel ich an der angegebenen Adresse. Plötzlich habe ich ein Dejavu. Der Vermieter sieht aus wie Norman Bates von "Bates Motel" aus dem Film Psycho. Auch wen er sehr freundlich und absolut hilfsbereit ist, bekomme ich die Bilder nicht aus meinem Kopf. Zudem bewegt und verhält er sich wie der Hauptdarsteller des Films.

    Wir folgen seiner Empfehlung und nehmen unser Abendessen im "The Quay Lounge" ein. Es gibt für mich Root Beer sowie Fish & Chips mit Codfish.
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  • Victoria - Capital City of BC

    Aug 25–Sep 12 in Canada ⋅ ☀️ 24 °C

    Um 8:30 greift uns das Uber auf. Statt links abzubiegen fährt er geradeaus, über eine Tankstelle und dann rechts, um auf die richtige Spur zu kommen. Mein verwundeter Blick wird vom Fahrer beantwortet, "Erst nach 9:00 darf er links abbiegen". Es gibt schon komische Regeln!

    Er bringt uns zur Mietwagenstation in der Stadt, wo wir einen roten Nissan Sentra (Kennzeichen 0-DE214) übernehmen.

    Nachdem das Gepäck verstaut ist, machen wir uns auf direktem Weg zum Fähranleger "Tsawassen". Nach drei Tagen Großstadt zieht es uns in die Natur auf Vancouver Island. Fast eine Stunde schneller als geplant erreichen wir das Ferry Terminal und freuen uns, eventuell eine frühere Passage zu bekommen. Leider nein. Wie müssen warten. Inzwischen haben wir bei klarem Himmel über 28°C.

    Dann geht es los. "Your attention. All drivers and passengers bound to Victoria please return to your car. The vessel is ready for boarding. And have a great morning."

    Kaum haben wir die Parkposition verlassen, durchfahren wir einige Seemeilen das Staatsgebiet der USA, um dann wieder kanadisches Territorium zu erreichen. Die Grenzlinie zieht sich mit einer Spitze in die "Straits of Georgia ". Ein erster Buckelwal kreuzt unsere Route, Robben schauen neugierig aus dem landnahen Wasser. Wir genießen die knapp zweistündige Fahrt.

    Mit dem Wagen rollen wir von der Fähre Richtung Victoria, der Hauptstadt von Britisch Columbia. Die First Nation der Nootka und Salish lebten hier in mächtigen Langhäusern, lange bevor George Vancouver 1792 Interesse ans er Insel hatte. Ihre Hochkultur baute riesige Totempfähle und sogenannte "Dugout"-Kanus. Sie unterhielten dank des Fischreichtum ein dichtes Handelsnetz bis nach Alaska.

    Victoria, einstige Provinzhauptstadt, in der James Douglas 1843 das Fort Victoria errichtete. Es diente als Außen- stelle für den Pelzhandel der Hudson Bay Company.

    Der Ort wuchs weiter, getrieben durch Handel und Goldrausch, zog er vor allem Einwanderer aus Schottland und Irland an. Diese prägten den britischen Charme der Stadt. So wundert es nicht, das eine gute Anzahl an Irish Pubs und Geschäften mit irischen Produkten gibt.

    Unsere Unterkunft, das Swans Hotel, ist gleichzeitig eine Mikrobrauerei. Da liegt es nahe, das lokale Bier in einer selbstgewählten "Flight"-Auswahl zu probieren. Vom Lager über Pils bis zu IPA bietet die Karte eine breite Auswahl an lokalen und internationalen Bieren an. Sehr empfehlenswert.
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  • Unterwegs mit einer Ikone

    Aug 24–Sep 12 in Canada ⋅ ☁️ 18 °C

    Seit 1886 trägt die Stadt den Namen von George Vancouver. Bereits 1901 nannten 26.000 Menschen diese Stadt ihr Zuhause. 1931 waren es bereits 246.000. Das Tempo steigert sich seitdem mit jeder Dekade. Heute leben allein im Stadtgebiet über 750.000 Menschen.

    Viele von ihnen gaben ihr ein Gesicht, schrieben Geschichte und Geschichte:
    - 1971 Gründung von Greenpeace
    - 1977 Die Rückgabe Hongkongs an China bescherte ihr einen neuen Einwanderungsschub aus Asien. Der Anteil liegt heute bei ca. 20%. Das hiesige Chinatown ist nach New York und San Francisco die 3. größte Enklave der Asiaten. Und über 54% gehören einer Minderheit an, wovon etwa 42% asiatischer Herkunft sind.
    - 1986 rückte die Expo Vancouver ins internationale Rampenlicht.
    - 1991 Douglas Coupland prägte mit seinem Kult-Roman "Generation X" über das Ende der Baby-Boomer-Ära einen Schlüsselbegriff des post- modernen Zeitgeistes.
    - 2010 wurden hier die Olympischen Winterspiele ausgetragen.

    Heute erkunden wir die Waterfront am Columbia River bis zum Stanley Park. Als erstes erblicken wir am Jack Poole Plaza den Digital Orca. So heißt die pixelig wirkende Skulptur. Der bereits oben erwähnte "Generation X"-Autor und Künstler Douglas Coupland erschuf 2009 diesen 3-D-Riesen. Er besteht aus schwarzen, weißen und grauen Würfeln. Durch 950 LED-Lichter leuchtet der Orca nachts vor dem beeindruckenden Berg- und Wasser-Panorama.

    Von Weitem hört man und sieht dann die Wasserflugzeuge, welche am dahinterliegenden Wasserflughafen starten und landen. Jährlich verzeichnet das Vancouver Harbour Flight Centre am Coal Harbour rund 54.169 Flugbewe- gungen (Starts und Landungen).
    Viele Passagiere checken hier ein, um das schnellste Verkehrsmittel für einen Transport zu nutzen. Auch ich finde diese Wasserflugzeuge faszinierend und buche spontan einen "Pinch-me views from every angle"- Rundflug. Wir, eine kleine Gruppe von fünf Personen plus Pilot, besteigen die "De Havilland Canada DHC-2 Beaver". Es ist das berühmteste Buschflugzeug der Welt und gilt als kanadische Ikone der Luftfahrt.

    Zuerst steigen die zwei Freunde aus dem Kanton Wallis in den Flieger. Da ich alleine bin, habe ich die seltene Gelegenheit den Platz des Co-Piloten einzunehmen. Ein weiteres Pärchen aus Zürich machen die Runde komplett. Zunächst gibt es einige Sicherheits- einweisungen für die Nutzung der Gurte und Schwimmwesten, die man quasi komprimiert über den ganzen Flug trägt (s. Foto).

    Wir erleben einen spektakulären Flug mit atemberaubenden Ausblicken aus der Luft. Während des Fluges passieren wir neun Stopps. Natürlich der Blick auf die geschäftige Skyline der Innenstadt. Es geht weiter zu den berühmten Sehenswürdigkeiten wie dem Stanley Park, der English Bay, über die Lions Gate Bridge und die North Shore Mountains. Und das bei bestem Wetter. Ein Traum. Beim Verlassen des Fliegers sagt die junge Frau aus Zürich, das ich einen tollen Rucksack hätte. Wie tauschen einen Kennerblick aus und ich bestätige. Kommt er doch ebenfalls aus Zürich, von der Firma Freitag.

    Nach der Sicht auf den Stanley Park aus der Luft, erkunden wir diesen jetzt zu Fuß und starten am Lord Stanley Memorial Monument. Er war es auch, der den berühmten Stanley Cup gestiftet hat. Es handelt sich dabei um die älteste Meisterschaftstrophäe im nordamerikanischen Profisport. Sie wird jährlich an den Playoff-Sieger der National Hockey League (NHL) verliehen. Den Cup habe ich im vergangenen Jahr im Eishockey Museum in Toronto live sehen können.

    Der Stanley Park ist ein 405 Hektar großer öffentlicher Park, der an die Innenstadt von Vancouver grenzt und malerische Ausblicke auf das Wasser, riesige Urwälder sowie Attraktionen für die ganze Familie bietet. Zum Vergleich er ist ca. 10% größer als der Central Park in New York.

    Wie laufen entlang der 8,8 km langen Vancouver Seawall, einer Naturstein- mauer zum Schutz vor Erosion mit einer Uferpromenade für Spaziergänger, Jogger, Radfahrer und Skater.

    Wie passieren Deadman Island, eine historische Einrichtung, die heute militärisch von der Marine-Reserve- einheit, HMCS Discovery, genutzt wird.
    Der Name in der Sprache der Squamish-Ureinwohner lautet „skwtsa7s“ und bedeutet schlichtweg „Insel“.

    Von weitem schon sehen wir das Eingangstor zum Park der Totempfähle (Totem Pole). Die Sammlung umfasst Totempfähle aus verschiedenen indigenen Kulturen in ganz British Columbia, darunter Alert Bay (Vancouver Island) und Haida Gwaii, sowie Werke der lokalen Coast Salish und Squamish.

    Im weiteren Verlauf kommen wir am Brockton Point zur "Nine O'Clock Gun". Es handelt sich um eine historische Marinekanone, die jeden Abend pünktlich um 21:00 Uhr abgefeuert wird.
    Diese 12-Pfund-Vorderladerkanone aus Gusseisen wurde im Jahr 1816 in Woolwich, England, gegossen und 1894 nach Vancouver gebracht.

    Als nächstes sehen wir im Sonnenlicht den gleichnamigen Leuchtturm "Brockton Point Lighthouse".

    Nach einer Erfrischungspause werde ich am Abend überrascht und ins "Five Sails" Restaurant zum Essen eingela-
    den. Das legendäre Gourmetrestaurant zaubert, unter der Leitung von Küchen- chef (Mitinhaber) Alex Kim, raffinierte Gerichte aus dem Pazifischen Nordwesten und der Westküste. Die Speisen genießt man mit einem Panoramablick auf den Hafen und die Berge.
    Meine Wahl des Drei-Gänge-Menüs:

    Pochierte Austern (Vorspeise)
    Seetang, Saban, Sesam und Perillasamen, Schnittlauch

    Rindfleisch „Galbi“ (Hauptgang)
    26 Stunden lang gegartes Wagyu-Short-Rib-Steak, Makgeolli, Shishito-Paprika

    Honig (Dessert)
    Miso-Karamell-Eis, „Gold Strike“-Honigkuchen, gerösteter Buchweizen

    Ein absolutes Highlights, das mir lange im Kopf bleiben wird.
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  • Von Gastown zur Boom-City

    Aug 23–Sep 12 in Canada ⋅ ☁️ 21 °C

    "Spectacular by Nature" ist Vancouver's Motto. Und das zu Recht. Liegt die Metropole mit ihrer imposanten Kulisse doch eingebettet zwischen Bergen und Meer. Im Norden begrenzt durch die Grouse Mountains, im Süden mit ihren Stränden am Burrard Inlet gelegen, bietet sie neben Kunst und Kultur auch Entspannung und eine vielfältige moderne Küche.

    Die Stadt hatte ihre Keimzelle im heute bekannten Viertel Gastown und entwickelte sich, um das Sägewerk Hastings Mill, mit der Zeit zur heutigen Metropole. Die First-Nations-Stämme der Musqueam, Squamish und Tsleil- Waututh, alle zur Küsten-Salish-
    Sprachgruppe gehörend, leben hier bereits seit 10.000 Jahren.

    Der Spanier José Maria Narváez entdeckte 1791 diese Gegend. Aber erst die Briten unter Kapitän George Vancouver begannen ein Jahr später mit der europäischen Besiedlung.

    Durch den Goldrausch sowie dem Pelz- und Holzhandel, etablierte sich im 18. Jahrhundert eine Siedlung namens Gastown. Erst mit dem Bau der trans- kontinentalen Eisenbahn im April 1886 wurde der Name in Vancouver geändert. Im Juni desselben Jahres brannte die Stadt komplett nieder. Der Blick ging nach vorn: Vancouver wurde wieder aufgebaut und schnell zur Boom-City am Pazifik.

    So lag es nahe unseren heutigen Tag in
    Gastown zu beginnen. Über die Lions Gate Bridge, welche eine Investition der Guinness Familie war, erreichen wir, durch den Stanley Park kommend, die Altstadt Vancouvers. Die aus Irland stammende Brauereifamilie hatte in West Vancouver ein 16 km² großes Gebiet erworben. Dieses sollte nun erschlossen werden, weshalb sie anboten, die Baukosten zu überneh- men.

    Und Filmregisseur Robert Altman hat das von ihm gegründete Unternehmen Lions Gate Films nach der Brücke benannt.

    Bei der Fahrt durch die Stadt sehen wir immer wieder sehr kreative Gebäude, manche scheinen allen Naturgesetzen zu widersprechen. Das muss ein Paradies für Architekten sein.

    Zum Start in der Stadt genießen wir ein erstes kleines Frühstück. Danach ist unser Ziel die Water St. und die berühmte Steamclock, die weltweit einzige, dampfbetriebene Straßenuhr. Zu jeder vollen Stunde stößt sie ein lautstarkes, durch Dampf angetriebenes Pfeifen, aus. 1977 wurde die sie vom Uhrmacher Raymond Saunders und dem Metall-Spazialisten Doug Smith erbaut. Das Design der Uhr geht jedoch ins Jahr 1875 zurück.
    Betrieben wird die Uhr durch Dampf aus unterirdischen Rohrsystemen, die auch zur Beheizung vieler Innenstadt- gebäude eingesetzt werden. Dieser Dampf drückt Stahlkugeln im Inneren der Uhr nach oben, die dann beim späteren Herunterfallen den Mechanismus betreiben.

    Von der Nordseite der City fahren wir in den Süden nach Granville Island im Stadtteil Fairview. Diese kleine Halbinsel liegt im False Creek. Sie entstand 1915 durch Landgewinnung und war zunächst der Industrie vorbehalten. Ab den 1950er Jahren verfielen diese immer mehr, so daß sie schließlich in den 1970er Jahren neuen Nutzungen zugeführt wurde.

    Heute bietet Granville Island einen tollen und täglich geöffnetem Public Market. Es gibt die Möglichkeit, unterschiedliche Küchen zu probieren.
    Lachs - ein Grundnahrungsmittel der indigenen Bevölkerung - ist hier ein "Must-eat". Vor allem die geräucherte Variante oder der kandierte Lachs

    Weiterhin kann man vielen Aktivitäten wie Kajak fahren, Segeln oder Whale Watching nachgehen.

    Unser Mittagessen genießen wir beim Lobster Man. Er bietet unterschiedliche Gerichte mit dem edlen Meerestier an. Anschließend haben wir die Möglichkeit frische Austern zu essen. Wie dürfen diese selber auswählen, mit zugegebenem Werkzeug öffnen und essen. Meine Wahl fällt auch zwei verschiedene Sorten der Westcoast Oyster. Diese sind etwas süßer als ihre Verwandten von der Ostküste.

    Nach dem Genuss schlendern wir noch etwas über die Insel und betrachten die 2014 vom brasilianischen Künstlerduo OSGEMEOS "aufgehübschten" Zementsilos. Sie schufen die "Giants" im Rahmen der Vancouver Biennale.
    Das Zementwerk gehört einer deutschen Firma: Heidelberg Zement.

    Unser Weg führt uns von hier direkt zum Vancouver Lookout, einem Turm mit einer ufo-artigen Plattform. Der Glasaufzug an der Außenfassade braucht 40 Sekunden, um uns in den 168 m hohen 28. Stock zu bringen. Hier erwartet und der beste 360-Grad-Blick bis weit über die Stadt hinaus.

    Zum Dinner geht es in eines der wichtigsten indigenen Restaurants Kanadas, dem Salomon N'Bannock. Jedes Gericht hat eine starke Verbindung zur Natur. Seine Inhaberin Inez Cook serviert Lachs nach traditionellen Methoden, kreative Bannock-Varianten und "Three Sisters"-Gerichte. Ein kulinarisches Angebot, das Geschichte und Gegenwart verbindet. Dazu gehört auch Bannock, ein einfaches, ungesäuertes Fladenbrot, das traditionell ohne Hefe auskommt. Es ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der kanadischen Küche.

    Wir starten mit einem Bella Coola. Einem fruchtig spritzigen Getränk mit Beeren. Als Starter folgt ein "Salmon Sampler", der den Fisch auf drei unterschiedlich zubereitete Arten serviert: als Creme, Ceviche und
    geräuchert.
    Als Hauptgang habe ich den "Bison Pot Roast" gewählt. Es ist ein 24 Stunden lang gebratenes Stück Bison, das fast zart schmelzend auf der Zunge zergeht. Die Bison-Soße ist so lecker, dass man sie glatt aus einem Weinglas trinken könnte. Serviert wird es mit Gemüse des Tages und hauseigenem "Signature" Bannock.

    In unserer Unterkunft angekommen, schlafe ich mit vielen neuen Eindrücken ein.
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  • Zwischen Multikult und Natur

    Aug 22–Sep 12 in Germany ⋅ 🌧 17 °C

    Kanada, das zweitgrößte Land der Erde, ist bekannt für seine unberührte Natur, multikulturellen Städte und hohe Lebensqualität. Seine Einwohner gelten als zurückhaltend, bescheiden und fühlen sich kulturell stark mit Europa verbunden. Und die gerade Mal 40.47.728 Einwohner verteilen sich auf eine Bevölkerungsdichte von 4 Personen pro Quadratkilometer.
    Das Land hat die längste Küstenlinie der Welt. Sie misst, je nach Messme- thode, etwa 202.080 bis 243.042 Kilometer. Die Küste umschließt zahlreiche Inseln und Buchten und grenzt an drei Ozeane
    - Pazifischer Ozean im Westen
    - Arktischer Ozean im Norden
    - Atlantischer Ozean im Osten.

    Kanada besitzt mehr als zwei Millionen Seen und hat damit mehr als jedes andere Land der Welt. Rund 9 % der Landfläche sind von Süßwasser bedeckt. Einige dieser Seen haben durchaus kuriose oder witzige Namen. Den Kartographen gingen irgendwann die kreativen Namen aus. Es wurden deshalb einfach Spitznamen von Einheimischen, Holzfällern oder Jägern übernommen. Hier einige seltsame Beispiele:
    - Big Ass Lake (Provinz Nova Scotia)
    - Stupid Lake (Manitoba)
    - This Lake, Another Lake und The Other Lake (Provinz Ontario)
    - Spotted Lake (British Columbia)
    - Pekwachnamaykoskwaskwaypinwanik Lake (Manitoba)
    In der Sprache der First Nation bedeutet das "Der See, an dem Forellen mit einem Haken gefangen werden", auch wenn der Name des Sees so aussieht, als sei eine Katze über die Tastatur gelaufen.

    Diese Mal geht es in den Westen des Landes. Ziel sind die Provinzen British Columbia und Alberta. Von Stuttgart geht es mit dem SwissAir Flieger "Wildhaus" nach Zürich; von dort mit Edelweiss Air direkt nach Vancouver (YVR). Der Start in der Schwaben- Hauptstadt verzögert sich aufgrund von Ladungsproblemen. 20 Minuten später sind wir im "Taxi"-Mode, der nasse Asphalt bebt.... und bald geniesse ich eine der besten Aussichten hoch oben, während eine Reihe hinter mir ein kleiner Junge seinen ersten Flug erlebt. Wie schön.

    In Zürich den Connecting Flight gesucht, mit der Subway ins Terminal 2 gerauscht und in das bereits begonnene Boarding eingereiht, als mir ein Flughafenmitarbeiter sagte, ich müsse zuerst zur 2ten Passkontrolle!
    Also in der anderen Schlange nochmals Zeit runter trödeln, für einen blauen Stempel! Boarding läuft seit 35 Minuten. Als ich an Bord gehe, sind es nur noch 15 Minuten bis zum Start. Klingt nach Verspätung, die auch umgehend mit mindestens 35 Minuten bestätigt wird.

    Am Ende sind es mehr als 50 Minuten nach dem geplanten Start, als der Edelweiss Airbus A350-900, "Chäserrugg", benannt nach einem 2.2.62 m hohen Berg im Kanton Sankt Gallen, vom Schweizer Boden abhebt. Jetzt liegen nur noch neun Stunden oder 8.326 km zwischen mir und Vancouver.

    Nachdem wir die Reisehöhe von 11.500 Fuß erreicht haben, wird neben ein paar Knabber-Fischli der Apero serviert. Mit 483 Knoten (798 km/h) überfliegen wir Schottland, den oberen Zipfel des Vereinigten Königreichs. Die nächsten Stationen sind Island und und das schneebedeckte Grönland. Von hier geht es über das nördliche kanadische Festland bis nach British Columbia.

    Kurz vor dem Landeanflug auf Vancouver sehen wie zum ersten Mal die Rocky Mountains. Trotz ihrer Bezeichnung als "felsige Berge" sehen sie von hier oben majestätisch aus. Der Eindruck verstärkt sich, unterstrichen vom Sonnenlicht, als der Pilot eine Linkskurve fliegt und wir eine sehr plastische Sicht auf dieses Gebiet erhalten. Wow.

    Und wen sie schon von hier sehr beeindruckend aussehen, wie ist das erst, wenn wir in den kommenden Wochen diese über den Columbia Icefield Parkway durchfahren?

    Wir schweben über die Bucht zum Flughafen. Touchdown, Immigration erledigen und am Kofferband treffe ich meine Tochter, die mit ihrem Freund über Frankfurt eingeflogen sind. Dann startet der erste Teil der Familienreise. Vorfreude.

    Mit dem Zug fahren wir nach Vancouver City. Hier entscheiden wir, für die letzte Strecke ein Uber zu buchen. Pedram, ein Perser (heutiger Iran), lebt und arbeitet seit 2 Jahren hier. Er liebt sein Land und die Menschen, hat aber Sorge mit der Regierung. Auch hier, weit entfernt holt uns das politische Tagesgeschehen ein.

    Über die Lions Gate Bridge erreichen wir das Capilano Reserve - Squamish Nation Territory, wo unsere Unterkunft liegt. Wir erfahren, das dieses Gebiet ausschließlich von der First Nation bewohnt wird. In der Einfahrt werden wir darauf hingewiesen, der Zugang ander Personen angeklagt wird!
    Als Pedram uns an der 210 Whonoak Road absetzt, werden wir freundlich begrüßt. Unser Gastgeber Himikalas Pam ist vom Stamm der Kwakuite. Ihr Name bedeutet "Be a good Host".

    Das Apartment ist großzügig und mit vielen Kunstwerken und Gegenständen der First Nation ausgestattet.

    Wie erfrischen uns, um im nächsten Einkaufszentrum noch ein paar Lebensmittel zu kaufen. Hier finden wir das Village Taphouse, wo wir den Abend bei einem guten Essen und nettem Service ausklingen lassen.

    Auf dem Weg zurück in unsere Unterkunft, stellen wir fest, das in Deutschland schon der nächste Tag anbricht.
    Als ich endlich im Bett liege und schlafe, werde ich von einem starken Regenschauer mit lautem Donnergrollen, der von den nahegelegenen Bergen widerhalt, geweckt. In Vancouver gibt es ca. 180 Regentage pro Jahr...
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    Trip start
    August 22, 2026