Von Gastown zur Boom-City
Aug 23–Sep 12 in Canada ⋅ ☁️ 21 °C
"Spectacular by Nature" ist Vancouver's Motto. Und das zu Recht. Liegt die Metropole mit ihrer imposanten Kulisse doch eingebettet zwischen Bergen und Meer. Im Norden begrenzt durch die Grouse Mountains, im Süden mit ihren Stränden am Burrard Inlet gelegen, bietet sie neben Kunst und Kultur auch Entspannung und eine vielfältige moderne Küche.
Die Stadt hatte ihre Keimzelle im heute bekannten Viertel Gastown und entwickelte sich, um das Sägewerk Hastings Mill, mit der Zeit zur heutigen Metropole. Die First-Nations-Stämme der Musqueam, Squamish und Tsleil- Waututh, alle zur Küsten-Salish-
Sprachgruppe gehörend, leben hier bereits seit 10.000 Jahren.
Der Spanier José Maria Narváez entdeckte 1791 diese Gegend. Aber erst die Briten unter Kapitän George Vancouver begannen ein Jahr später mit der europäischen Besiedlung.
Durch den Goldrausch sowie dem Pelz- und Holzhandel, etablierte sich im 18. Jahrhundert eine Siedlung namens Gastown. Erst mit dem Bau der trans- kontinentalen Eisenbahn im April 1886 wurde der Name in Vancouver geändert. Im Juni desselben Jahres brannte die Stadt komplett nieder. Der Blick ging nach vorn: Vancouver wurde wieder aufgebaut und schnell zur Boom-City am Pazifik.
So lag es nahe unseren heutigen Tag in
Gastown zu beginnen. Über die Lions Gate Bridge, welche eine Investition der Guinness Familie war, erreichen wir, durch den Stanley Park kommend, die Altstadt Vancouvers. Die aus Irland stammende Brauereifamilie hatte in West Vancouver ein 16 km² großes Gebiet erworben. Dieses sollte nun erschlossen werden, weshalb sie anboten, die Baukosten zu überneh- men.
Und Filmregisseur Robert Altman hat das von ihm gegründete Unternehmen Lions Gate Films nach der Brücke benannt.
Bei der Fahrt durch die Stadt sehen wir immer wieder sehr kreative Gebäude, manche scheinen allen Naturgesetzen zu widersprechen. Das muss ein Paradies für Architekten sein.
Zum Start in der Stadt genießen wir ein erstes kleines Frühstück. Danach ist unser Ziel die Water St. und die berühmte Steamclock, die weltweit einzige, dampfbetriebene Straßenuhr. Zu jeder vollen Stunde stößt sie ein lautstarkes, durch Dampf angetriebenes Pfeifen, aus. 1977 wurde die sie vom Uhrmacher Raymond Saunders und dem Metall-Spazialisten Doug Smith erbaut. Das Design der Uhr geht jedoch ins Jahr 1875 zurück.
Betrieben wird die Uhr durch Dampf aus unterirdischen Rohrsystemen, die auch zur Beheizung vieler Innenstadt- gebäude eingesetzt werden. Dieser Dampf drückt Stahlkugeln im Inneren der Uhr nach oben, die dann beim späteren Herunterfallen den Mechanismus betreiben.
Von der Nordseite der City fahren wir in den Süden nach Granville Island im Stadtteil Fairview. Diese kleine Halbinsel liegt im False Creek. Sie entstand 1915 durch Landgewinnung und war zunächst der Industrie vorbehalten. Ab den 1950er Jahren verfielen diese immer mehr, so daß sie schließlich in den 1970er Jahren neuen Nutzungen zugeführt wurde.
Heute bietet Granville Island einen tollen und täglich geöffnetem Public Market. Es gibt die Möglichkeit, unterschiedliche Küchen zu probieren.
Lachs - ein Grundnahrungsmittel der indigenen Bevölkerung - ist hier ein "Must-eat". Vor allem die geräucherte Variante oder der kandierte Lachs
Weiterhin kann man vielen Aktivitäten wie Kajak fahren, Segeln oder Whale Watching nachgehen.
Unser Mittagessen genießen wir beim Lobster Man. Er bietet unterschiedliche Gerichte mit dem edlen Meerestier an. Anschließend haben wir die Möglichkeit frische Austern zu essen. Wie dürfen diese selber auswählen, mit zugegebenem Werkzeug öffnen und essen. Meine Wahl fällt auch zwei verschiedene Sorten der Westcoast Oyster. Diese sind etwas süßer als ihre Verwandten von der Ostküste.
Nach dem Genuss schlendern wir noch etwas über die Insel und betrachten die 2014 vom brasilianischen Künstlerduo OSGEMEOS "aufgehübschten" Zementsilos. Sie schufen die "Giants" im Rahmen der Vancouver Biennale.
Das Zementwerk gehört einer deutschen Firma: Heidelberg Zement.
Unser Weg führt uns von hier direkt zum Vancouver Lookout, einem Turm mit einer ufo-artigen Plattform. Der Glasaufzug an der Außenfassade braucht 40 Sekunden, um uns in den 168 m hohen 28. Stock zu bringen. Hier erwartet und der beste 360-Grad-Blick bis weit über die Stadt hinaus.
Zum Dinner geht es in eines der wichtigsten indigenen Restaurants Kanadas, dem Salomon N'Bannock. Jedes Gericht hat eine starke Verbindung zur Natur. Seine Inhaberin Inez Cook serviert Lachs nach traditionellen Methoden, kreative Bannock-Varianten und "Three Sisters"-Gerichte. Ein kulinarisches Angebot, das Geschichte und Gegenwart verbindet. Dazu gehört auch Bannock, ein einfaches, ungesäuertes Fladenbrot, das traditionell ohne Hefe auskommt. Es ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der kanadischen Küche.
Wir starten mit einem Bella Coola. Einem fruchtig spritzigen Getränk mit Beeren. Als Starter folgt ein "Salmon Sampler", der den Fisch auf drei unterschiedlich zubereitete Arten serviert: als Creme, Ceviche und
geräuchert.
Als Hauptgang habe ich den "Bison Pot Roast" gewählt. Es ist ein 24 Stunden lang gebratenes Stück Bison, das fast zart schmelzend auf der Zunge zergeht. Die Bison-Soße ist so lecker, dass man sie glatt aus einem Weinglas trinken könnte. Serviert wird es mit Gemüse des Tages und hauseigenem "Signature" Bannock.
In unserer Unterkunft angekommen, schlafe ich mit vielen neuen Eindrücken ein.Read more








































