• Zu Gast bei Giganten

    Aug 26–Sep 12 in Canada ⋅ ⛅ 25 °C

    Gestärkt mit Kaffee und einen frischen Avocadotoast in der "Fuego Old Town Eatery" geht es auf's Meer. Bei bestem Sonnenwetter besteigen wie die "Marauder IV". Wir finden direkt hinter dem Bug einen Platz in der ersten Reihe. Meine Sitznachbarn kommen ebenfalls aus Deutschland, machen hier Urlaub und begleiten ihren Sohn Ari, der südlichen von Vancouver, an der Richmond University, ein Auslandssemester absolviert.

    An Bord von Springtide Whale Watching begrüßen uns Elly, unter- stützt von ihrem Volunteer Anne. Sie machen uns auf dieser Tour mit ein paar Dingen vertraut, teilen uns mit, das es auch warme Getränke gibt, während Kapitän Jan das Schiff durch die Salish Sea steuert. Hier im Grenzgewässer zwischen USA und Kanada ist unser erster Stopp an einer Gruppe vorgela- gerter Felsen. Dort sehen wir Seelöwen, die sich in der Sonne räkeln und nur wenig Interesse an uns haben.

    Die Fahrt geht weiter, wir passieren das Race Rock Lighthouse, als wenig später der lautstarke Blas eines Buckelwals zu hören ist. Unser Blick richtet sich dahin aus und wir sehen anschließend die Fontäne beim Ausatmen des Tieres. Dann taucht majestätisch der Rücken aus den Wasser. Es gibt kein Halten mehr und alle fotografieren wie wild. Dann wieder Warten, wo taucht er als nächstes auf?
    Es ist sehr beeindruckend, diese Giganten der Meere - mit entsprechen- dem Abstand - live zu sehen. Die Crew erläutert uns währenddessen, um welche Tiere es sich handelt, wie die Familienstruktur ist und wo sie leben.

    Die Route zieht sich weiter westlich fort, in ein anderes Gebiet im Nahen Pazifik. Plötzlich sehen wie zwei Orcas, Mutter und Tochter, die durch das Wasser gleiten. Aufgrund ihrer einmaligen weißen Flecken, kann man sie identifizieren. Es ist vergleichbar mit unserem Fingerabdruck.
    Wir verbringen noch einige Zeit mit Beobachten, Fotografieren und Gesprächen mit der Crew, dann geht es glücklich, mit diesen einmaligen Eindrucken in Kopf zurück in den Hafen von Victoria.

    Als wir die Kaimauer passieren, sehen wir, am Dock liegend, einen anderen legendären Giganten der Meere, die MS Queen Elisabeth der Cunard Line. Dieses Kreuzfahrt macht hier auf ihrer Fahrt von Seattle nach Alaska Halt.

    Unser Tagesziel heißt Port Alberni. Die heutige Kleinstadt (18.000 Einwohner) wurde nach dem katalanischen Kapitän Don Pedro de Alberni (1747–1802) benannt. Er befehligte in den Jahren 1790 bis 1792 auf Nootka Island die einzige spanische Festung in Kanada und pflegte gute Beziehungen zu den First Nations der Tseshaht, Hupacasath, Huu-ay-aht und Hesquiaht. 

    Die Stadt war einst das Zentrum des Holzeinschlags und der Zellstoff- produktion. Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,3 mit zwei nachfolgenden Tsunamiwellen zerstörte mehr als 400 Häuser. Niemand wurde dabei ernsthaft verletzt.

    Unser erster Halt ist der Malahat Lockout. Von hier hat man eine Fernsicht bis zum schneebedeckten Mount Baker im US-Bundesstaat Washington.

    Eine weitere Pause machen am Cameron Lake.

    In Port Alberni angekommen fahren wir zu unserer gebuchten Unterkunft. Da es keinerlei Hinweise auf das B&B gibt, klingel ich an der angegebenen Adresse. Plötzlich habe ich ein Dejavu. Der Vermieter sieht aus wie Norman Bates von "Bates Motel" aus dem Film Psycho. Auch wen er sehr freundlich und absolut hilfsbereit ist, bekomme ich die Bilder nicht aus meinem Kopf. Zudem bewegt und verhält er sich wie der Hauptdarsteller des Films.

    Wir folgen seiner Empfehlung und nehmen unser Abendessen im "The Quay Lounge" ein. Es gibt für mich Root Beer sowie Fish & Chips mit Codfish.
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