• Bummelradler
  • Bummelradler

2025 Quer durch Niedersachsen

Wegen schlechtem Wetter haben wir unsere große Radreise 2025 abgebrochen und sind mit dem Zug nach Norddeich gefahren.
Dort starteten wir dann zu einer neuen, kleinen Radwanderung quer durch Niedersachsen bis nach Celle.
Read more
  • Trip start
    May 24, 2025

    Anreise nach Norddeich

    May 24, 2025 in Germany ⋅ 🌬 15 °C

    Der zweite Teil unserer großen Deutschlandtour beginnt mit der Zugfahrt von Unna nach Norddeich mit Umstieg in Emden. Nach 3 Wochen Radfahren im Mittelgebirge zieht am Zugfenster nun plötzlich die norddeutsche Tiefebene mit Münsterland und Emsland ohne eine nennenswerte Erhebung vorbei. Ein ungewohnter Anblick.
    Es regnet und sind wir froh, im Trockenen zu sitzen. Die Entscheidung, die Süd-Nord-Tour wegen des Wetters abzubrechen fühlt sich richtig an. Leider sind wir aber offenbar so unkonzentriert, das wir schon in der Stadt Norden statt in Norddeich aussteigen. Und so kommen wir doch noch in den Genuss einer Fahrt mit dem Rad im Regen. Zum Glück sind es nur 5 Kilometer.
    Wir checken durchnässt in einem kleinen Hotel, eine Querstraße vom Deich entfernt, ein. Für die Lage erscheint uns das Haus günstig und die Einrichtung ist ansprechend und nagelneu. Kein Wunder, wir sind die ersten Gäste! Quasi die Beta-Tester. Und leider geht auch die Heizung nicht, weil noch Luft im Sytem ist. Unser Gastgeber ist aber rührend bemüht, alles sofort in Ordnung zu bringen. Am Abend treffen wir uns mit einer Freundin zum Essen und zu einer kleinen Nachtwanderung durch den Hafen. Ein netter Ausklang des Tages...
    Read more

  • An der Mole

    May 25, 2025 in Germany ⋅ 🌬 15 °C

    Am nächsten Tag erkunden wir erst einmal den Ort. Der besteht im Wesentlichen aus dem Deich, dem Strand und natürlich dem Hafen. Das Wetter ist friesisch-herb, anfangs noch regnerisch und später stürmisch. Aber so muss es ja sein an der Küste...
    Wir beobachten eine Weile am Hafen das Kommen und Gehen der Fähren, die eng getaktet Urlauber von und nach Norderney und Juist bringen. Worüber wir staunen ist der super Anschluss für Bahnreisende, denn der Zug fährt bis in den Hafen, quasi direkt an die Kaimauern. Das ist wirklich komfortabel. Vielleicht sollte man das mal für einen Kurzurlaub auf den Inseln nutzen.
    Am westlichen Ende des Hafens kommen wir an einer Gaststätte in Form eines Schiffs vorbei, von dessen Terrasse aus man eine super Aussicht hat. Leider ist der Wind so stark, dass selbst die Glaswände nicht ausreichend Schutz bieten. Wir lassen uns weiter in Richtung der Strandkörbe pusten, die bei der Kälte natürlich leer sind. Allerdings ist die Station der Kitesurfer gut besucht, denn die haben heute beste Bedingungen. Wenn nicht gerade Ebbe wäre. Deshalb müssen sie ihr ganzes Zeug jetzt zurück durch's Watt schleppen.
    Total überrascht hat uns dann der an die Strandkörbe anschließende kleine Dünenabschnitt mit Sandstrand, denn auf dem Festland gibt es sowas ansonsten so gut wie gar nicht.
    Read more

  • Abends am Strand

    May 25, 2025 in Germany ⋅ 🌬 14 °C

    Am Abend kommt unerwartet noch einmal die Sonne heraus und taucht die Küste in ein magisches Licht. Bei so etwas hält es uns natürlich nicht im Zimmer und wir gehen nochmal ans Meer, die Abendstimmung genießen. Von einem kleinen Aussichtsturm aus haben wir einen tollen Blick über den Strand. Im Wasser flitzen die Kite-Surfer im immer noch strammen Wind die Küste entlang und machen eindrucksvolle Luftsprünge.

    Soviel frische Luft macht Hunger. Gleich hinterm Deich entdecken wir ein unkompliziertes Fischrestaurant in dem man nebenbei die Ostfriesischen Inseln lernen kann. Aber uns interessiert mehr der frische Fisch. Der gehört für uns zur Küste einfach dazu.
    Read more

  • Deichwanderung

    May 26, 2025 in Germany ⋅ 🌬 15 °C

    Wir nutzen den nächsten Pausentag für eine kleine Wanderung am Deich und entscheiden uns, Richtung Nord-Osten zu laufen mit dem Blick nach Norderney. Das Wetter spielt auch mit, die Sonne kommt kurz nach unserem Start heraus und der Wind hat sich auch beruhigt. Weite Blicke über die Salzwiesen ins Watt, der grüne Deich, Schafe. Ein wunderbar entspannendes Setting. Hinter dem Hafen befindet sich eine kleine Vogelbeobachtungsstation auf dem Deich, wo man windgeschützt in Ruhe Vögel oder eben auch Schafe beobachten kann.
    Die Schafe begleiten uns lustigerweise bei unserer Wanderung. Wie auf Kommando setzt sich die ganze Herde plötzlich gleichzeitig in Bewegung, obwohl sie über mehrere hundert Meter verstreut ist. Als wir dann auf der anderen Deichseite zurücklaufen wiederholt sich das Spektakel und sie laufen mit uns zurück. Die Kommunikation der Schafe scheint gut zu funktionieren. Muss sie aber auch, denn Schilder weisen darauf hin, dass der Wolf hier sein Unwesen treibt. Das ist sicher auch für die zahlreichen Wildgänse von Bedeutung, die hier gerade ihre Jungen aufziehen. Irgendwas scheinen die Gänse an ihren Füßen zu haben, denn der asphaltierte Deichfuß ist voller Fußabdrücke der Gänsefamilien.
    Read more

  • Im Norderland

    May 27, 2025 in Germany ⋅ 🌬 17 °C

    Heute geht es nach den entspannten Pausentagen wieder auf's Rad. Kurz haben wir überlegt, mit dem Rad zurück nach Unna zu fahren, wo wir die Süd-Nord-Tour abgebrochen haben. Aber irgendwie ist diese Reise für uns abgeschlossen. Stattdessen wollen wir Richtung Hannover radeln, weil von dort die Bahnfahrt nach Berlin einfacher ist.
    Wir verabschieden uns von unserem netten Vermieter und fahren durch das Norderland in die Stadt Norden. Danach soll es quer durch das Ostfriesische Binnenland nach Jever gehen. Von dort stammt die besagte Freundin von vorgestern und wir haben schon viel davon gehört. Deshalb machen wir uns nun selbst ein Bild. Und weil wir inzwischen genug Küste gesehen haben, fahren wir lieber durch das uns völlig unbekannte ostfriesische Hinterland.
    Bevor es aber richtig losgeht, legen wir noch einen Stopp bei einem Fahrradladen ein, um meinen inzwischen arg verbogenen Fahrradständer auszuwechseln. Andrea kauft sich bei der Gelegenheit gleich einen neuen Helm. Kurz danach erreichen wir die Stadt Norden. Wir schauen kurz beim Ostfriesischen Teemuseum duch die Fenster und müssen dann erstmal einen ordentlichen Schauer abwarten, bevor es richtig losgeht.
    Als der Regen nachlässt, schieben wir durch die niedliche Fußgängerzone, dabei immer die große Windmühle an deren südlichem Ende im Blick. Als wir sie erreichen, sehen wir, dass daneben, eingebaut durch ein Einkaufszentrum, eine weitere Windmühle steht. Sehr imposante Bauwerke. Außerdem wundern wir uns über eine riesige Doornkaatflasche. Die kommt allerdings nicht von ungefähr, denn gleich nebenan befindet sich das Betriebsgelände der ehemaligen Kornbrennerei Doornkaat.
    Östlich von Norden erreichen wir ein weiteres unerwartetes Highlight, Schloß Lütetsburg, ein eindrucksvolles Wasserschloß mit weitläufigem Schloßpark. Zeit, ihn anzuschauen haben wir leider nicht. Das kurz darauf folgende Schloß Berum schauen wir uns auch nicht an, obwohl wir es ganz malerisch finden. Etwas später laden uns Bänke und ein Tisch an einem Vereinshaus zu einer längeren Rast ein. Direkt nebenan liegt eine Boßel-Strecke mit eigenem Warnschild für vorbeikommende Fahrzeuge. Boßeln ist ein Wurfspiel, dass auf öffentlichen Straßen gespielt wird und in ganz Friesland Volkssport ist.
    Read more

  • Weiter duch Ostfriesland

    May 27, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C

    Nun liegt es vor uns, das ostfriesische Binnenland. Bis Wittmund, kurz vor Jever, wird es keine großen Ansiedlungen mehr geben. Stattdessen große Höfe mit riesigen Backsteinscheunen. Die Landschaft ist grün und flach. Am Horizont sieht man kleinere Baumgruppen, meist bei den Höfen. Hier und da durchziehen Entwässerungsgräben das Land. Und natürlich gibt es Windräder. Wir wundern uns über ein Windrad mit Aussichtskanzel und fragen uns, was wohl der Sinn dahinter sein mag.
    Was es leider nicht so häufig gibt wie in anderen Regionen Deutschlands sind Bänke für eine kurze Rast an den Wegen und Straßen. Vieleicht wird hier nicht soviel gewandert? Außerhalb der Dörfer muss man deshalb auf Bushaltestellen oder Sportplätze zurückgreifen. Was uns noch auffällt, ist die Tradition des Maibaumes, die in Ostfriesland offenbar gepflegt wird. Das kannten wir bisher nur aus Süddeutschland. Aber auch hier stehen überall geschmückte Maibäume mit Blattwerk und bunten Bändern umwickelt. Sie sehen allerdings manchmal, wenn sie wie ein Galgen oder ein zotteliges Gespenst am grauen Horizont stehen, auch etwas gruselig aus.
    Bevor wir Jever erreichen, schauen wir uns noch kurz in der kleinen Stadt Wittmund um. Um ehrlich zu sein, hat es uns hier nicht wirklich gefallen, die Athmosphäre in der unbelebten Altstadt war seltsam. Ganz anders war es dann zum Glück ein paar Kilometer weiter in Jever, unserem Etappenziel.
    Read more

  • Stadtrundgang Jever

    May 28, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 15 °C

    Unser Hotel in Jever liegt mitten in der Innenstadt, an einem netten Platz mit einem historischen Karussell. Gestern war es schon zu spät für einen Stadtbummel, und so schauen wir uns heute, bevor wir losfahren, noch einmal Jever an. Jever ist nämlich nicht nur wegen der bekannten Brauerei sehenswert sondern hat auch eine hübsche Altstadt und ein Schloß. Früher war die Stadt sogar mit dem Meer verbunden und ein wichtiger Handelsknoten. Die historische Bedeutung erkennt man auch an der Architektur, die wesentlich ansehnlicher ist als z.B. im benachbarten Wittmund. Direkt an die Altstadt schliest sich das Brauereigelände an. Für eine Besichtigung haben wir aber keine Zeit, uns genügt der Blick in den Jever-Fanshop in der Innenstadt.

    Übrigens: Jever bitte mit "f" sprechen.
    Read more

  • Zum Jadebusen und ins Ammerland

    May 28, 2025 in Germany ⋅ ☀️ 12 °C

    Wir verlassen Jever Richtung Osten. Nach wenigen Kilometern erreichen wir eine holländisch anmutende Zugbrücke am Ems-Jade-Kanal. Direkt daneben liegen am Ufer Paddelboote an einer roten Holzhütte, was uns widerum an Schweden erinnert.
    Ein paar Kilometer weiter kommen wir an den Jadebusen, unser letzter Kontakt zur Nordsee. Von der Deichkrone aus geht der Blick über die gesamte Bucht mit ihren weiten Salzwiesen. Wir entdecken oben auf dem Deich eine Bank und nutzen diese für eine längere Pause an diesem schönen Ort.
    Nach ein paar Kilometern durch das flache Marschland hinter dem Deich biegen wir Richtung Süden ab. Wir wollen nach Bad Zwischenahn und verlassen Friesland. Die Gegend um Bad Zwischenahn herum nennt sich Ammerland und ist durch zahlreiche Großgärtnereien und Baumschulen geprägt. Besonders auffällig sind die riesigen Rhododendronsträuche die überall zu finden sind. Wir haben Glück, dass wir im Mai dort sind, denn die Rhododendren stehen in voller Blüte.
    Nach dem Einchecken im Hotel beeilen wir uns, die Abendsonne noch einzufangen und fahren mit dem Rad an daa Zwischenahner Meer, einen großen See direkt am Ort. Und es hat sich gelohnt, die Seerosen im Sonnenuntergang sehen wirklich malerisch aus.
    Offenbar waren wir aber zu lange am See, denn im Zentrum ist es schwierig, noch etwas warmes zu essen zu finden. Wir fragen in einer Pizzeria nach, die uns gnädig noch bewirtet. Da lassen wir uns dann auch gefallen, dass wir unsere Fahrräder doch bitte nicht vor dem Eingang an eine Laterne anschliessen dürfen.
    Read more

  • Am Zwischenahner Meer

    May 29, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C

    Die Sonne lacht, als wir morgens unsere Räder satteln. Wir sind guter Dinge und gehen den Tag gemütlich an. Wir wollen uns Zeit nehmen, den See noch einmal anzuschauen und vielleicht an seinem Ufer entlangzufahren. Unser Weg führt uns vorbei an einem lustigen Brunnen mit Fischskulptur in den ausgedehnten Kurpark direkt am See. Leider ist Radfahren dort nicht erlaubt und so schieben wir die Räder durch die gepflegte Anlage bis zum Bootsanleger. Denn ja, hier fahren große Ausflugsschiffe.
    Was wir auch nicht bedacht hatten: es ist Himmelfahrt und ganz offensichtlich ist der Park ein beliebtes Ausflugsziel. Es ist voll auf den Wegen, so dass wir beschließen, doch nicht mehr am Wasser entlang zu fahren sondern die Landstraße aus dem Ort heraus zu nehmen. Vorher schauen wir uns aber noch das kleine Museumsdorf mit typischen Häusern der Region an. Hier gibt es sogar einen netten Biergarten, der aber leider ziemlich überfüllt ist.
    Read more

  • Durch das Oldenburger Land

    May 29, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 16 °C

    Wir verlaasen die Landstraße schnellstmöglich und fahren entlang einer schnurgeraden Bahnstrecke nach Oldenburg. Immer wieder kommen uns Radlergruppen entgegen, die am Feiertag aus der Großstadt ans Zwischenahner Meer wollen. Kurz vor Oldenburg passieren wir ein Open-Air-Festivalgelände und nun kommen uns die Festivalgäste aus der Stadt entgegen, teilweise schon erkennbar in Vatertagslaune.

    So voll der Radweg war, so leer ist die Stadt. Alle Läden sind geschlossen und von der Athmosphäre einer Studentenstadt ist nichts zu spüren. Es könnte allerdings auch am aufkommenden Regen liegen. Wir gönnen uns trotzdem ein Eis und schauen uns die ansonsten sehenswerte Stadt an.
    Hinter Oldenburg geht es diesmal an kleinen Kanälen entlang. Das Wetter regnet sich ein und wir müssen in voller Regenkleidung fahren. Um keine großen Umwege fahren zu müssen bleiben wir am Kanal, auch wenn der Untergrund immer schlechter wird. Um uns herum sind nun wenig besiedelte Moore, es gibt nichts zum Unterstellen. Unsere Rettung ist eine einsame, geschlossene Werkstatt mit großem Vordach an einer Straßenkreuzung im Nirgendwo. Da es aber weiter regnet, sprinten wir irgendwann doch den Radweg neben der Bundesstraße im Regen entlang. Wir wollen nur noch in unser Hotel in Stuhr an der Bremer Stadtgrenze. Sightseeing in Delmenhorst lassen wir deshalb ausfallen. Die Heidelandschaft kurz vor dem Ziel hätten wir zwar gerne einmal bei besserem Wetter gesehen, aber als wir die Werbepylone des Gewerbegeietes sehen, in dem auch unser Hotel liegt, ist das auch egal. Nur noch ins Trockene!
    Read more

  • Auf dem Weg zur Weser

    May 30, 2025 in Germany ⋅ ⛅ 23 °C

    Am nächsten Tag ist uns das Wetter wieder gnädig. Wir fahren zunächst durch die Vororte von Bremen. Bremen selbst kennen wir schon und sparen uns den Schlenker in die Innenstadt. An einer Kirche legen wir einen kleinen Zwischenstopp ein, weil uns der Ort so idyllisch erscheint. Kurz hinter Bremen erreichen wir dann die Wesermarsch und tauchen ein in die weite Landschaft. Hier lässt es sich prima Fahrrad fahren und bei Sonne sieht alles sowieso noch einmal ganz besonders schön aus. Auch die Architektur ändert sich, Fachwerk kommt verstärkt ins Bild. Wir sind eben nicht mehr an der Küste.
    In Thedinghausen endecken wir zufällig das kleine Renaissanceschloss Erbhof mit einem großen, modernen Park und angegliedertem Arboretum. Überall im Park befinden sich einladende Picknickmöglichkeiten, denen auch wir nicht widerstehen können. Wir gönnen uns eine ordentlich große Pause bevor es weitergeht. Nicht lang, und wir erreichen auch schon die Weser. Sofort erkennen wir, dass es etwas für sich hat, sich seine Wege selbst zu suchen und nicht nur die touristischen Fernradwege zu nutzen. Denn plötzlich finden wir uns zwischen größeren Radlergruppen wieder - das hatten wir auf der ganzen Fahrt noch nicht.
    Read more

  • In die Heide nach Nedderaverbergen

    May 30, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    Kurz nach der Weser erreichen wir auch schon die Aller und mit ihr ein weiteres Highlight, die Stadt Verden. Eindrucksvoll leuchtet die Stadtkulisse hinter den Flußauen im Sonnenlicht. In der wunderbar erhaltenen Altstadt ist über den Feiertag Jahrmarkt, allerdings sind wir dafür wohl noch zu früh, die Buden sind alle geschlossen. Wir begnügen uns damit, einen Stadtrundgang zu machen. Hinter Verden fahren wir vom Fluss ab in die hier beginnende Lüneburger Heide. Nach einer Weile bricht die Sonne noch einmal durch die inzwischen dichte Wolkendecke und taucht die Landschaft in ein goldenes Licht. Besonders imposant leuchten die Birken an unserer kleinen Straße.

    Aber wir müssen weiter. Unser kleiner Gasthof schließt sonst die Küche und wir haben Hunger. Um mit den Etappen hinzukommen hatten wir außerhalb von Verden in einem Dorf mit dem unaussprechlichen Namen Nedderaverbergen gebucht und dort gibt es nichts außer diesem Gasthof. Im Nachhinein erweist sich unsere Wahl jedoch als Glücksgriff, denn unsere letzten stadtnahen Hotels hatten uns nicht wirklich überzeugt. Aber hier war alles, wie Radwandernde sich das wünschen. Unverfälschtes Dorfleben, gutes Essen, kleiner Biergarten und drumherum Ruhe und Idylle pur. Wir sind so angetan von der Athmospphäre, dass wir nach dem Essen in der Abenddämmerung noch einen kleinen Spaziergang durch das Dorf machen.
    Read more

  • An der Aller

    May 31, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 23 °C

    Und wieder beginnt der Tag mit Sonnenschein. Wir dürfen nach dem Frühstück die Kaffekanne mit auf unseren Balkon nehmen und genießen den Morgen. Unter uns befindet sich der Dorfladen und so können wir eine Weile das gemütliche Dorfleben beobachten. Auch wir kaufen gleich noch dort ein. Auf dem Weg nach Celle liegen einige größere, unbewohnte Waldabschnitte, da hat man lieber etwas dabei.

    Tatsächlich begegnen uns unterwegs wenig Ansiedlungen. Anfangs geht es durch weiches Hügelland durch Wiesen und Felder, später dann durch Wälder. Diese entpuppen sich als endlose Kieferplantagen, die kilometerlang schnurgerade durchquert werden. Nicht nur, dass wir so gar nichts von der Sonne haben, es ist auch auf Dauer langweilig. Da wir bislang nur die Nordvariante des Allerradwegs fahren, beschließen wir am Nachmittag auf die Südseite der Aller zu wechseln, in der Hoffnung, hier etwas weitere Blicke zu haben.
    Read more

  • Südlich der Aller nach Celle

    May 31, 2025 in Germany ⋅ ⛅ 24 °C

    Endlich haben wir eine Gelegenheit gefunden, den Fluss zu überqueren und wir verlassen die Straße, an der wir die letzten Kilometer entlang fahren mussten. Obwohl es einen Radweg gibt, sind wir mittlerweile nur noch genervt. Nicht nur der nicht endende Wald setzt uns zu, sondern auch der Verkehr, denn auf der schnurgeraden Strecke wird ordentlich gerast. Das macht das Fahrerlebnis laut und unentspannt. Aber nun geht es runter zum Fluss. Zur Entschädigung für den Stress der letzten Stunde entdecken wir eine schönen Pausenbank, auf der wir die Ruhe am Fluss genießen können. Leider erscheint nach einer Weile ein Pickup, dessen Fahrer uns fragt, ob hier zwei Frauen auf Sup's vorbeigekommen wären. Das waren sie nicht und so warteten wir gemeinsam auf Mutter und Tochter, die kurz danach um die Flussbiegung kamen und sich hier vom Papa nach ihrer Flussfahrt wieder einsammeln ließen.
    Gerade rechtzeitig vor dem Eintreffen einer größeren Radlergruppe machen wir uns wieder auf den Weg. An der Schleuse, die wir für die Flussquerung nutzen, bestaunen wir eine Fischteppe, die den Fischen erlaubt, das Hindernis zu überwinden. Nachdem wir die Flusseite gewechselt haben, fährt es sich jetzt wieder schöner duch die etwas offenere Landschaft.
    Wir erreichen Celle leider erst in der Abenddämmerung. Die Sonne steht schon zu tief, um die schöne Fachwerkstadt noch richtig auszuleuchten. Trotzdem schlendern wir durch die Gassen und suchen uns zum Abschluss der Reise ein nettes Lokal an einem belebten Platz. Ein kleines bißchen kommt noch einmal Sommerstimmung auf, denn solche Momente waren uns in den wettermäßig wechselhaften letzten Wochen nicht oft gegönnt.
    Read more

  • Abschied von Celle

    June 1, 2025 in Germany ⋅ ☁️ 23 °C

    Heute heißt es Abschied nehmen Es ist der Tag der Rückreise, mit dem nicht nur unsere kleine Niedersachsenfahrt, sondern unsere ganze große Sommerreise, die Anfang Mai in Zürich begann, endet. Wir drehen nochmal eine kleine Runde durch die Altstadt auf dem Weg zum beeindruckenden Schloß und radeln dann zum Bahnhof.
    Wir wollen mit der S-Bahn nach Hannover und dann mit Regionalzügen nach Berlin. Denn erfahrungsgemäß ist am Reisetag spontan kein Fahrradstellplatz in einem Fernzug mehr zu bekommen und mangels Sparpreis-Tickets ist man auf Standardtickets der Bahn beschränkt, die die Sache wesentlich teurer machen. Wir haben beide ein Deutschlandticket und sind damit unabhängiger. Und man kann in die meisten Regios ja auch einfach reinrollen, das ist doch ein Klax. Dachten wir...
    Read more

  • Zwischenstopp in Wolfsburg

    June 1, 2025 in Germany ⋅ 🌧 20 °C

    Bis Wolfsburg ging unser Plan auf. Celle ist Endbahnhof der S-Bahn und so sind wir als erste im Zug. In Hannover startet der Regio und so haben wir auch hier keine Platzprobleme. In Wolfsburg müssen wir in den Regio nach Stendal steigen. Offenbar sind den Wolfsburgern aber die Reisenden in den Osten ziemlich egal, denn der schmale Bahnsteig ist nicht einmal überdacht. Schade, denn es regnet in Strömen und wir müssen hier über eine Stunde warten. Also machen wir, was alle machen. Wir nutzen das Erdgeschoss der direkt neben dem Bahnsteig stehenden Architekturikone Phaeno als Wartehalle (vielleicht war das auch so von Zara Hadid so gedacht 🤔). Als der Zug eintrifft sind wir entsetzt. Hunderte Mensch strömen auf den Bahnsteig und es gibt nur zwei Wagons. Am Ferienende! Mit Müh und Not kämpfen wir uns ins Wageninnere, einige müssen draußen bleiben. Eine miteingequetschte Mitfahrerin berichtet uns, das sonst vier Wagons kommen.
    In Stendal wechseln wir in den Regio nach Berlin der zwar nicht ganz so voll, aber auch nicht so leer wie erwartet ist. Und er bringt uns immerhin direkt bis Lichterfelde Ost, so dass wir uns die berliner S-Bahn sparen können.
    Read more

    Trip end
    June 1, 2025