• Tag 13 Tromsö - Lapphaugen Turiststasjon

    6. juli 2024, Norge ⋅ ☀️ 10 °C

    Heute bin ich extra ein paar Minuten früher aufgestanden, der Stadt Campingplatz von Tromsö hat nur fünf duschen und sieben Toiletten. Man geht einfach davon aus, dass die Leute ihr Bad im Wohnmobil oder im Wohnwagen benutzen. Zu normalen Zeiten ist Schlange stehen und Nummern ziehen angesagt. Die Dusche hat einen Timer und läuft 4 Minuten, dann ist es aus und der nächste darf rein. Man hat eine Chipkarte bekommen und einmal 4 Minuten duschen ist im Tagespreis inbegriffen. Wer öfters duscht muss nachzahlen. Ich bin schon richtig zackig im zusammenpacken. Hier dürfte aber die Elise nicht neben mir schlafen, sondern muss auf einen gesonderten Parkplatz vor der Schranke stehen. Ich habe alle Koffer gepackt und musste sie dann zum Parkplatz tragen. Irgendwie hab ich Probleme alles in die Koffer zu bekommen. Eigentlich habe ich nichts dazu gekauft, aber trotzdem wird es immer schwieriger sie zuschließen. Nur mit Nachdruck, gehen die Deckel zu. Ich bin aus Tromsø raus Richtung Senja.. Da komme ich doch glatt an einer Circle K Tankstelle vorbei werft den Blinker an und zieh mir noch schnell einen Flatratekaffee rein. Die Straße windet sich zu einem Hochplateau, wo ein mächtiger Gegenwind herrscht. Nicht nur Gegenwind, sondern auch Seitenwind. Ich tanze von einer Fahrbahnseite zu andern. 1-2-3 4-5-6 im Walzertakt. Ich fahr doch viele Fjorde, kurvenreiche Strecken und kommt schließlich am Fähranleger an. In 30 Minuten soll die Fähre abgehen. Ich sehe die Schlange schon und weiß aber, dass sich Motorradfahrer nicht anstellen brauchen, sondern bis ganz vorne hinfahren müssen. In den meisten Fällen werden sie als erstes verladen. Älteren deutschen Wohnmobil Fahrer schauen dann immer grimmig. Es war wieder eine größere Fähre mit einem Passagierbereich und einen Kiosk wo es auch ein Hotdog gegeben hat. Aus der Tiefe meines Herzens gebe ich dem Hotdog eine 3- … Eigentlich wär mangelhaft gewesen. Wie ich dieses komische Teil verdrücke, schau ich mal aus dem Fenster. Danach gehe ich auf das Aussichtdeck und sehe eine tiefschwarze Front. Einen der Matrosen frage ich, ob das die Richtung ist, in der wir dann fahren. Und er sagt mir, dass ich mit meinem Motorrad wohl ein wenig nass werden werde, ich hab ihm erzählt, dass ich eigentlich auf Senja bleiben wollte und er sagte es ist bei den momentanen Bedingungen keine gute Idee. Wie ich von der Fähre runter fahre, hat es schlagartig das regnen angefangen. Ich hatte natürlich nicht den Strampelanzug an, bin dann zu einer kleinen Hütte gefahren und hab mich dann als Glühwürmchen verkleidet. Mit den grünen Spülhandschuhen und den Überzieher für die Stiefel habe ich mich auf dem Weg gemacht und bin circa 2 Stunden Richtung Süden weitergefahren. Das war ein ziemlich heftiger Regensturm und Blitze. Zwischendurch habe ich mir gedacht, wo denn mein faradayscher Käfig ist. Also war es nicht so gut mit dem Motorrad bei Gewitter zu fahren. Weiter südlicher war die Welt wieder in Ordnung. Es sieht alles aus wie im Allgäu. An einem kleinen See hab ich angehalten. Dort war ein netter Rastplatz. Dort habe ich mir dann die Rentierwürstchen einverleibt. Sie sind ziemlich fettig und schmecken so ähnlich wie Landjäger oder eine Kaminwurz. Die müssen gut schmecken zu einem Bier oder zu einem Glas Rotwein. Es ist dann noch ein norwegisches junges Pärchen auf den Parkplatz gekommen. Sie haben sich dann ausgezogen und ihre Badebekleidung angezogen und sind in das eiskalte Wasser gegangen. Noch besser, sie hatten ihr Duschshampoo dabei und haben quasi in der großen Badewanne gebadet. Ich hatte mit Elke einen Videochat und hab ihr die Gegend live gezeigt. Danach haben wir noch eine halbe Stunde telefoniert. Ich hab nur noch mehr 50 km bis zum Campingplatz, auf kurvigen Straßen und Hügel rauf und Hügel runter, fast so wie im Allgäu. Der Campingplatz hat eigentlich keine ausgewiesene Zeltwiese. Er hat nur Stellplätze für Wohnmobile und Gartenhütten, die man mieten kann. Aber die Campingplatz Inhaberin hat mir gesagt ich soll mir einfach irgendwo dazwischen eine Wiese suchen und soll dann mein Zelt dort aufbauen. Für 17 € ist es auch in Ordnung. Unterwegs hab ich zweimal anhalten müssen einmal weil ich mir das Abendessen gekauft hab und das zweite Mal weil ich mein Bier vergessen hatte. Ich hab mein Zelt aufgebaut, hab mein Essen gepackt und bin in die Gemeinschaftsküche gegangen dann brauche ich wenigstens meine Küche aus dem Koffer nicht rausholen und hinterher wiederTetris spielen und versuchen, alles wieder hinein zu schlichten. Mit einer grandiosen aussieht und einer Dose Bier in der Hand habe ich mein Abendessen genossen.Læs mere