• Tag 13 Geiranger

    Eilen, Norja ⋅ ☁️ 11 °C

    Ich lasse es richtig schön laufen hinunter zum Geirangerfjord. Einige Busse voller Kreuzfahrttouristen werden überholt, und dann ist die Straße frei. Ich höre nur noch das Johlen von Tigger im Topcase.

    Bei einem Stop werde ich von einen Motorradfahrer Ehepaar angesprochen wegen meiner Sitzheizung. Ich kläre auf und stell ihnen Hildegard vor. Sie biegen sich vor lachen und können es gar nicht fassen, dass man einem Schaffell einen Namen gibt.

    Unten angekommen der übliche Ärger: Renault Twizys, Reisebusse, tausende Kreuzfahrer, die gedankenlos über die Straße laufen.

    Auf der Adlerstraße geht es dann zur Fähre Richtung Eidsdal. Ich lasse es wieder richtig laufen – klasse Kurven, kaum Verkehr. Mit Gepäck liegt Elise satt auf der Straße und gleitet durch jede Kurve.

    In Eidsdal ist die Fähre gerade weg. Ich wollte eigentlich noch einen kleinen Plausch mit der netten Norwegerin von der Abfertigung halten, aber sie macht eher auf: „Ich nix verstehen Englisch.“ Na gut, denke ich mir – willst wohl nicht mit einem alten, unrasierten Mann schäkern.

    Zur Fähre kommen dann noch eine ganze Gruppe älterer Herren aus Schweden mit Honda Gold Wings an. Die Dame ist auf einmal verschwunden. Ich unterhalte mich dann ganz nett mit den Jungs. Bei einem habe ich kurz das Gefühl, er braucht Hilfe, um wieder in den Sattel zu kommen – so alt waren die schon.

    Komisch: Alle Nationalitäten reden mit mir, nur Deutsche drehen sich weg. Alle Motorradfahrer reden mit mir, nur die 12xxer GS und vor allem die 1300er GS nicht. Eigenartiges Volk.

    Nach der Fähre suche ich mir etwas zu essen. Ein Supermarkt kurz vor der Abzweigung zum Trollstigen hat ein paar Kleinigkeiten für mich. Ich setze mich am Fjordufer auf eine Bank und verschwende eine Stunde damit, aufs Wasser zu schauen und nebenbei zu essen.
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