• Tag 13 Gamle Strynfjellvegen

    Ontem, Noruega ⋅ ☁️ 9 °C

    Ich wache kurz vor sieben auf. Kurzer Check: Wo bin ich? Hilfe, es ist noch dunkel … ach ja, ich habe meine Schlafbrille auf. Der Blick nach draußen sagt mir: bewölkt, Boden nass, bissi grau, aber kein Regen. Na also, hat sich das Ausessen gelohnt.

    Ich packe zusammen, mache mir ein Müsli und einen Kaffee und verstaue alles auf Elise.

    Ich muss das Gartenhäusl in einem sauberen Zustand verlassen, sonst werden 300 Kronen fällig. Also ziehe ich meine grünen Spülhandschuhe an und putze es zwei Stunden lang picobello sauber. Schlüssel abgeben, Begutachtung, Freigabe, Abflug. Die 27 € wollte ich mir einfach sparen. Am Ende waren es dann fünf Minuten – einmal rauskehren und wischen hätte gereicht.

    Hier auf der Toilette war wieder das gute Toiletten-Schleifpapier. Christian, Achtung: gleich ein paar Blätter als Souvenir mitnehmen für die Holzschleifarbeiten zuhause.

    Ab zur nächsten Tankstelle, weil die hier auf den Nebenstrecken sehr rar sind.

    Nach 25 Kilometern geht es von der Hauptstraße ab auf die Straße 258. Die hat dieses verschlungene braune Zeichen, das die Norwegischen Landschaftsrouten markiert. Es kennzeichnet 18 landschaftlich besonders spektakuläre Straßenabschnitte.

    Die alte Autostraße ist ein reines Museumserlebnis. Dazu kommen jetzt noch tief hängende Wolken, und es wirkt erstmal nicht besonders gemütlich. Aber der Gamle Strynefjellsvegen (Fylkesvei 258) ist ein absolutes Motorrad-Highlight in Norwegen. Die 27 km lange historische Touristenstraße zwischen Grotli und Videseter besticht durch unberührte Natur, handgefertigte Steinmauern und spektakuläre Wasserfälle. Für die Region Molde ist diese Route eine landschaftlich reizvolle Etappe, wenn man Richtung Fjordnorwegen oder Geiranger unterwegs ist.

    Der Schotter ist bei Trockenheit eigentlich gut zu fahren. Durch den Regen der letzten Tage und die tief hängenden Wolken hier oben ist der Weg eher wie mit Schmierseife überzogen. Uiuiui – da war Vorsicht geboten, und das Popometer musste ein paar Mal eingreifen. Gut, dass ich mit Hildegard so eine gute Verbindung zur Sitzbank habe. Aber es war soooo geil zu fahren. Kaum zu beschreiben. Und der ganze Spaß hat nicht einmal Eintritt gekostet, wie auf anderen Privatstraßen. Leider ist der Offroad-Spaß nur 27 Kilometer lang. Man braucht bei dem Wetter und mit Fotostopps hier und da etwa 1,5 Stunden. Bei schönem, trockenem Wetter heizt man da sicher in 30 Minuten durch.

    Neben Motorrädern und SUVs verirren sich auch holländische Wohnmobile hier oben. Keine Ahnung, wie die durch den Matsch gekommen sind. Elise war auf jeden Fall ein bisschen eingesaut.

    Irgendwann kommen wir auf die Fv15, die uns Richtung Geiranger bringt.
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