Tag 14 Aursjøvegen
June 25 in Norway
☁️ 13 °C
Ach, habe ich wieder gut geschlafen. Vielleicht lag es daran, dass das Schlaffass mal ein altes Weinfass war?
Ich frühstücke mein Müsli und mache mir einen Filterkaffee. Mit der Kaffeetasse gehe ich auf die Veranda und unterhalte mich mit den beiden schwedischen Motorradfahrern über Ikea.
„Let's talk about Ikea.“
Sie fanden es witzig und schon war der Einstieg für einen Plausch da. Einer der beiden – der mit den abgefahrenen Reifen – ist der Tourguide. Der andere fährt einfach hinterher, hat er mir erzählt. Er weiß eigentlich gar nicht, wo es hingeht.
Eigentlich wollen sie auch den Aursjøvegen fahren, doch der Profilelose hat dann doch Zweifel bekommen. They do the chicken switch und fahren über Asphalt weiter.
Ich habe noch einen Plausch mit der Campingplatzbesitzerin, zeige ihr meine fein geputzte Röhre und fahre mit gepackter Elise los.
Mein Chicken Switch war heute noch einmal vollzutanken – für die Route. Es gehen 2,6 Liter rein. Naja, die hätte es gar nicht gebraucht. Aba haben ist besser wie brauchen.
Das Wetter sieht vielversprechend aus. Hat sich das Aufessen also gelohnt.
Was steht bei Visit Norway?
Der ca. 100 Kilometer lange Aursjøvegen zwischen Eikesdal und Sunndalsøra ist eine der dramatischsten Gebirgsstraßen der Region – mit Haarnadelkurven, wilder Natur und Stopps, die du so schnell nicht vergisst.
Genau sowas braucht die blaue Elise und der Chrissie sowieso. Tigger wird nicht gefragt. Dem ist sowieso alles egal, solange er eine Dose Bier im Topcase hat. Und Hildegard ... ist einfach froh, dabei zu sein und mir den Hintern zu retten.
Die Anfahrt bis zum Einstieg der Gravelroad ist schon phänomenal. Es geht durch Täler, an einem See vorbei. Aha, hier wäre auch ein Campingplatz gewesen. Kein Verkehr weit und breit. Gut, wer will schon freiwillig in so eine verlassene Gegend?
Ich hebe den Finger und sage: Ich.
Ich kämpfe mit der Online-Registrierung. Man muss 100 Kronen zahlen, das sind etwa 9 Euro. Ich vertage das auf später, weil man 48 Stunden Zeit zum Bezahlen hat. Danach hetzen sie bestimmt die Bären und Wölfe auf einen.
Ich stelle mein Popometer auf Schotter und gebe Hildegard Bescheid, dass es etwas härter werden kann.
Es geht steil los und gleich in einen Kehrtunnel. Ein Three-Sixty. Ich fahre rein. Dunkel wie in einem Bärenarsch. Ich bremse, um meinen Augen ein bisschen Zeit zu geben. Aha ... glitsch, Matsch ... da geht's lang.
Ich habe fast keine Worte dafür, wie aufregend diese Straße ist.
Ich habe ja ein paar Bilder angehängt.
Oben angekommen, etwa auf halber Strecke, ist die bewirtschaftete Aursjøhytta. Ich bekomme einen Kaffee, ein süßes Teil und jede Menge Gespräche – mit einem Kölner Ehepaar, das seinen Seat-SUV hier oben ausprobieren will, einem norwegischen BMW F 900 GS-Fahrer und einer Familie aus Oslo.
Der Motorradfahrer textet mich mit weiteren Informationen zu den Schotterstraßen hier in der Gegend zu.
Es dauert den ganzen Vormittag bis etwa zwei Uhr, bis ich hier durch bin und wieder Asphalt unter mir habe. Ich bleibe immer wieder stehen und mache Pause, um die Gegend zu genießen.
Sowas gibbet es in Deutzland nich.
Angekommen in Sunndalsøra mache ich erst mal den Kaffeeautomaten bei Circle K leer. Ich ziehe den Flatrate-Joker. Nach den Kaffees, die jetzt leer sind, gibt es noch einen Kakauli mit einem Hefeteil.
Ich brauche etwa 60 Minuten, um die letzten Stunden zu verarbeiten und wieder weiterfahren zu können. Das war echt klasse.
Ich quäle meine Campingplatz-App und suche mir einen Platz raus, der etwa eine Stunde entfernt ist. Dann noch schnell zum Extra-Supermarkt und was für die Pfanne besorgen.
Die Stunde bis zum Campingplatz läuft nicht normal über Asphalt. Kurviger.de und mein Navi haben noch eine Schotter- und Sandpiste eingeschoben.
Zelt aufbauen, mit einem fetzen Kohldampf das Essen zubereiten und dann einfach gewolft. Bissi Schlemmen war auch dabei. Wieder kam ein großes Lob an den Küchenmeister.
Es gab zwei Stück Lachs, auf der Haut gebrutzelt, dazu Zwiebeln, reichlich Knoblauch, Fetakäse mit Tomaten und einen großen Coleslaw ... an Krautsalat hoid. Das alles mit einem Bier.
Abspülen, zusammenpacken, duschen, bissi Blog schreiben, Luftmatratze, fertig.
Das waren 193 Kilometer, etwa zwei Drittel unbefestigt. Klasse 👍 und sicherlich eine artgerechte Haltung einer GS.Read more



























Traveler
Wahnsinn,hier kommt sehr wahrscheinlich kein Touribus hin