Tag 18 Bissi Schotter und bis zum Imingfjell
June 29 in Norway
☀️ 15 °C
5:59 Uhr … und die Äuglein gehen auf. Ich werde ohne Wecker wach und muss dringend im Waschhaus kontrollieren, ob die Toilettenspülung noch funktioniert.
Ich habe nachgemessen: Es sind 222 Meter vom Zelt zum Waschhaus. Also 444 Meter hin und zurück.
In der Nacht musste ich mal für kleine Königstiger und habe ein Foto gemacht. Also dunkel ist anders. Sonnenuntergang ist gegen 23 Uhr und Sonnenaufgang gegen 4 Uhr. Und in den restlichen fünf Stunden ist Dämmerung.
Ich packe geschwind zusammen, da ich vor der großen Hitze am nächsten Campingplatz sein möchte und vielleicht 200 Kilometer inklusive unbefestigter Straße vor mir habe.
Ich rolle gegen 7 Uhr leise vom Campingplatz. Ich will ja die vor Ort lebenden alten Leute hier nicht wecken. Meine Eintrittskarte für den Waschraum und meine Platzkarte werfe ich, wie ausgemacht, in den Briefkasten am Ausgang und düse zur nächsten Tankstelle.
Elise hat einen vollen Ranzen und wir sind unterwegs zur ersten Offroad-Etappe.
Auf der Strecke sehe ich dann den Hintern von einem Elch. Also kein Foto – müsst ihr mir halt einfach glauben. Und dann stehe ich einer Herde wilder Stiere 🐂 gegenüber. Sie blockieren die Straße und lassen mich erst mal nicht durch. Ich steige ab und gehe mit ausgebreiteten Armen auf die Viecherl zu und schreie laut: „Hoi! Hoi! Hoi!“ Ich glaube, das habe ich mal bei Bauer sucht Frau gesehen.
Sie weichen ein wenig zurück, aber die halbstarken Jungs bleiben stehen. Ich probiere dann doch langsam durch die Herde zu fahren. Puuuh, ich habe überlebt. Nicht, dass sie sich für die vielen Entrecôtes rächen wollen, dachte ich mir.
Da sind die Schafe am Wegesrand ganz anders drauf. Die interessiert nix, die bleiben einfach liegen.
Ich sehe ein komisches Schild: Vorsicht Skilangläufer. Heute werde ich wohl keinen sehen.
Mitten im Nirgendwo, im Wald, steht eine Tankstelle. Ein Häuschen, alte Zapfsäulen, alte Ersatzteile und ein paar Sachen zum Naschen, die man per Vipps – sowas Ähnliches wie PayPal – im Häuschen kaufen kann. Da hat sich jemand sein privates Museum aus den flotten Fünfzigern verwirklicht.
Nach einer Stunde bin ich mit Offroad durch und komme an einem Kiwi-Supermarkt vorbei. Ich kaufe kurz was fürs Abendessen ein und sehe ein mariniertes Flintsteak vom Schwein. So groß wie ein Klodeckel. Eine Scheibe vom Schwein, die quer aus der Keule geschnitten ist. Memo an mich: So was brauche ich zu Hause für meinen Weber.
In Uvdal schaue ich mir die Stabkirche an, die ungefähr um 1200 erbaut wurde. Rundherum stehen Gebäude mit einer komischen Fundamentkonstruktion. Sie stehen auf Stelzen. Es sind Futter- und Vorratshütten, die man früher erhöht gebaut hat, damit keine Mäuse und Ratten rankommen und auch Schnee und Wasser fernbleiben.
Ah, schön – mal wieder ein Fjell. Das Imingfjell ist nicht so lang wie andere, die ich gefahren bin, aber dafür sauwindig. Das Café dort macht erst in eineinhalb Stunden auf. Ich fahre weiter. Es kommt gewiss noch ein anderes. Irgendwie kommt heute keine Circle-K-Flatrate-Kaffee-Tankstelle.Read more



























Traveler
Das sieht ja aus, man kann sich nicht vorstellen, daß da noch Benzin drin ist.
Traveler
Das Haus schaut aus, wie bei uns in den Bergen. Wunderschön.