• Tag 20 Besuch bei BMW und zum Südkap

    July 1 in Norway ☀️ 22 °C

    Heute ist noch ein Besuch bei BMW in Kristiansand gebucht. Ich hatte gestern dort angerufen und gefragt, ob man mal kurz über die Vorderradbremse schauen könnte. „Für Geld machen wir alles“, haben sie gesagt, aber ich solle nicht vor 9:00 Uhr vorbeikommen.
    Also gemütlich aufstehen, müslien und dann packen. Abflug über die kleinen Straßen, alle mit dreistelliger Nummer. Die 403, 405 und 453 – eine supakurvige Strecke. Die 60 Kilometer nach Kristiansand waren im Nu heruntergewedelt. Einfach klasse! Elise liegt mit dem Gepäck wie ein Brett.

    Um 9:02 Uhr geht die Tür auf und ich marschiere zielstrebig auf einen Servicemitarbeiter zu. Ich hatte gestern mit Christian von BMW Motor-Teknikk gesprochen. Ich erzähle ihm mein Problem, wir fachsimpeln ein wenig und schließlich stimmt er meiner Vermutung zu. Ich lasse einfach mal die Bremsflüssigkeit wechseln. Irgendwas stimmt da nicht. Nach einer Weile Fahrt verliere ich den Druckpunkt und die Bremse wird knatschig. Ich denke, da hat sie irgendwo ein wenig Luft gezogen.

    Nach einer Stunde und zwei Cappuccino bekomme ich Elise wieder. Macht 81 Euro. Bei BMW in der Münchner Niederlassung sagen sie für 81 Euro gerade mal „Grüß Gott“. Elke hat mir neben den zwei Cappuccino mit einem Telefonat die Wartezeit verkürzt. Und ich bin eine Runde mit einem Leihmotorrad gefahren.

    Abflug. Kurzer Test mit den Bremsen und siehe da: Sie wirft wieder gescheit den Anker, wenn man am Hebel zieht – genau so, wie es sein soll.

    Ich gebe dem Navi die Anweisung: Kurs Südkap und Adventure Mode. Dann geht die Luzzi schon wieder ab. Über die kleinen vierhunderter Straßen rund um Kristiansand, und schon ist der Asphalt wieder zu Ende. Mein Popometer schalte ich auf Offroad-Modus und los geht's quer durch die Walachei auf Schotter.

    Macht richtig Spaß hier zu fahren. Die Strecken im Hinterland sind gut geschottert und man kann mit 40 bis 50 km/h entspannt dahingleiten. Ich werde aber jäh eingebremst. Ein Holzlaster kommt genau vor mir auf die Straße – rückwärts aus einer Verladestelle. Da ist erst mal Schluss mit lustig, weil der so viel Staub aufwirbelt, dass man fast nicht hinter ihm fahren kann. Ich mache eine Pause an einem kleinen See und lasse den Staubi mal vorausfahren.

    Irgendwann ist auch diese unbefestigte Strecke zu Ende und es geht mit Kurven weiter bis zum Südkap. Man sagt, es ist das Einsteiger-Kap für Norwegen. Danach kommen das Westkap, das Nordkap und die ganz Harten fahren zum Ostkap, wo man nach Russland rübergucken kann.
    Apropos gucken, ich guck mal bei Circle K rein auf einen Cappuccino, Kakauli und ein Rosinenboller.

    Ach, Baustelle war auch wieder.

    Wegen Ostkap, ich schaue mal zu Elise. Sie wippt mit der Gabel, was bedeutet, dass sie dabei ist, falls es wirklich dahin gehen sollte. Hildegard sagt, sie rettet mir bei so einer Tour auch wieder den Hintern. Und Tigger? Der ist eigentlich nur dabei, wenn im Topcase Bierdosen transportiert werden.

    Ich mache ein paar Fotos vom alten Leuchtturm und fahre zum nächsten Campingplatz: Solstrand Camping in Lindesnes.
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