• Tag 29 Der letzte Rutsch nach Hause

    July 10 in Germany ☀️ 25 °C

    Ich wache gegen 6 Uhr kurz auf … Puuh, ist das warm in dem Zimmer. Ich war ja in den letzten vier Wochen nur luftiges Zelten gewohnt oder Gartenhäusl, wo der Wind durchpfeift. Hier in dem KfW-40-Haus geht kein Lüftchen.
    Ich schau auf die Uhr, denke mir: Näää, und dreh mich nochmal auf die andere Seite. Ich sage mir: A gutes Stünderl geht noch. Und tatsächlich – a Stünderl ging noch.
    Irgendwann ist dann doch Aufstehen angesagt. Ich kontrolliere das Toilettenpapier – ui, weich – und fange an zusammenzuräumen. Ich mache wieder den Lumpi und wälze mich auf der Packtasche hin und her, bis die überschüssige Luft draußen ist. Es kommt wieder all das Gepäck auf Elise.
    Christine ist schon in der Arbeit, und Erich hat für uns zwei die Kaffeemaschine bereits klargemacht.
    Gemütlich bei einem Kaffee gibt es noch ein Ratscherl. Ich gebe meinem Navi noch die letzten Anweisungen: Richtung Heimat, einen Bäcker am Weg, kurvig, wenig Verkehr und … Spannung, Spiel und Schokolade.
    Kurz vor 9 Uhr schaffe ich den Abflug Richtung Haimhausen. Die Route habe ich extra kurvig gewählt und komme an einem Stoppelfeld mit Strohballen vorbei. Ha, noch schnell ein Foto. Handy eingeklemmt, Selbstauslöser … nur bin ich immer zu langsam. Ich werde aufgenommen, wie ich gerade hochklettere. Also nochmal. Mit Anlauf und Schwung klappt es. Foto gemacht und weiter geht die wilde Fahrt.
    Ein Verkehrsschild weist auf Wackersdorf hin. Bei dem Ortsnamen fällt mir die wilde, große Party von 86/87 ein, die damals hier war. Massenschlägereien zwischen Polizei und Demonstranten.
    Ein paar Kilometer weiter gibt es dann eine ganz andere Party: Go-Karts mit Verbrennern. Mmmh, es riecht nach Benzin. Sowas würde ich auch gerne mal wieder machen – den Hintern ein paar Zentimeter über dem Boden und gescheit Gas geben.
    Ich komme durch den östlichen Teil vom Altmühltal und halte nach einer Bäckerei Ausschau. Eine hatte ich schon angefahren, die hat aber keinen Kaffee ausgeschenkt. Einen Ort weiter ist eine Bäckerei bei einem Edeka-Supermarkt. Und die gehört jetzt mir.
    Eine kleine Pause mit einem Kaffeetscherl und einer Butterbreze – das ist genau das Richtige für Papas Sohn.
    Weit ist es nicht mehr heim. Ich freu mich schon, Elke und Thommy wiederzusehen. Gut, wir waren ja über WhatsApp in Kontakt, aber so in natura ist schon besser.
    Elise läuft wieder super. Sie hat ja noch den billigen tschechischen Sprit im Bauch und wir nehmen jede Kurve genüsslich. Es sind ja wieder offiziell 100 km/h auf der Landstraße erlaubt. Wobei ich sagen muss: Die Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h in Norwegen hat auch was. Irgendwie gemütlicher.
    Um 13 Uhr bin ich dann nach vier Wochen und vier Stunden heil und mit allen Knochen in Haimhausen angekommen. Es gibt kein Empfangskomitee wie beim Nordkap-Trip. Elke hat sich ja in meiner Abwesenheit einen Bänderriss angelacht und ist eher auf dem Sofa mit hochgelegtem Fuß unterwegs als auf dem Garagenhof.
    Das war eine Sause. 7.082 Kilometer habe ich abgespult. 7.082 Kilometer hat Hildegard meinen Hintern ertragen müssen. Und ich weiß nicht, wie viele Kilometer Tigger mit Bierflaschen und Dosen im Topcase herumgekullert ist. Elise als treue Begleiterin freut sich auf eine Dusche und vielleicht auch über einen Ölwechsel.
    Die Reise ist zwar vorbei, aber die Erinnerungen bleiben. Auch durch den Blog, den ich nur mit wahren Geschichten gefüllt habe.
    Die letzten Meter von Gaisthal hierher waren dann nochmal 207 Kilometer. Irgendwie waren die anders als die vorherigen.
    Mittag gab es dann nach dem vielen Entrecôte im Urlaub Spaghetti mit Zwiebeln, Knoblauch und Schinkenspeckwürfeln. Das Ganze mit einer ordentlichen Portion Chiliflocken.
    Auf jeden Fall freu ich mich, wieder zu Hause zu sein.
    Ähäm … mein ganzes Gepäck ist mittlerweile sortiert und aufgeräumt und wartet nur darauf, für den nächsten Trip wieder komplettiert zu werden.
    Meine Wäsche habe ich auch schon gewaschen, gut war ja nicht viel.
    Aber ich hatte noch eine jungfräuliche frische Unterhose und 2 ungetragene T-Shirts, ich hätte also noch 2 Wochen unterwegs sein können.
    Sodalla, wann geht's wieder los?????
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