• Odinshühnchen und alte Häuser

    June 7 in Norway ⋅ 🌬 10 °C

    Heute war ich auf Vogeltour. Die Varangerhalbinsel ist für ihr lebhaftes Birdlife bekannt und ich hatte mir im Vorfeld schon ein paar interessante Stellen notiert. Problem ist bei Vögeln die wesentlich kleiner sind als Adler, das ich die mit meiner 400mm Brennweite nicht richtig ranzoomen kann. Die Regenpfeifer, die ich gestern fotografiert hatte, passen beim Adler gerade mal in den Backenzahn....
    Erstmal musste ich aber ein paar lost Places fotografieren, die alten Fischerhütten und aufgelassenen Boote am Strand sind einfach zu malerisch. Allein ein malerischer Himmel hat gefehlt, der Seenebel geht mir auch schon auf die Nerven...
    Als ich dann bei einem Haus-Ensemble angehalten habe und angefangen habe Fotos zu machen, kam plötzlich eine alte Frau aus der Tür. Eins der Häuser war bewohnt und sogar gut in Schuss. Wir kamen ins Gespräch, und sie hat erzählt, das sie das ganze Gelände gekauft hat und wieder aufbauen will. Sie kam aus der Gegend, hat aber lange in Trondheim gewohnt und wollte wieder in ihre alte Heimat. Was eine Energie mit über 70!
    Es war eine so schöne Begegnung und wir haben Adressen ausgetauscht. Sie hat leider weder Handy noch Internet, wenn ich sie besuchen will, muss ich ihr einen Brief schreiben.
    Dann war ich an einem kleinen See, habe mich durch den Morast nach vorne geschafft, und da ein Fleckchen gefunden, wo ich mich hinsetzen konnte. Und nach einiger Zeit schwammen ein paar Odinshühnchen sogar direkt vor meiner Nase vorbei 🤗. Das war toll, denn auch die sind Mega klein (18cm bis zur Schwanzspitze). Noch ein Highlight waren die Kampfläufer. Die kenne ich zwar als Durchzügler in der Wetterau, aber die Männchen sind in ihrem Balzkleid nicht wiederzuerkennen. Und ich saß wohl an einem Balzplatz, wo die Männchen ihre Schau abzogen, und das Weibchen daneben stand, und sich nur mäßig interessiert zeigte. Da muss ich demnächst noch mal hin, das genauer studieren.
    Bin dann noch ein Stück weiter die Küste hoch, diverse Fotos gemacht, dann lachte mich ein einsamer Platz am Meer so an, das ich hier mein Nachtlager bezogen habe.
    Und wieder verrenke ich die Füße vor dem Heizungsgebläse und versuche sie warmzukriegen, ohne meine neuen Schlappen auch einzuschmelzen.

    Jetzt um Mitternacht kommt die Sonne raus. Die brauche ich jetzt auch nicht mehr. Ich bin gerade noch viel zu aufgewühlt, im ins Bett zu gehen, meine Mieterin hat mich um Hilfe gebeten, weil ihr Kater verschwunden ist, und ich habe es in unserer Dorfgruppe gepostet. Kam kurz darauf eine Nachricht, das er wohl überfahren wurde. Ich bin so traurig. Die arme Katja, ihr Freund, der eigendlich die Wohnung gemietet hat ist vor ein paar Monaten so schlimm gestürzt, das er wochenlang im Koma gelegen hat, und jetzt ist auch noch der Kater tot.
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