• Tag 11: Thorong Pedi - Muktinath (Pass)

    September 30, 2024 in Nepal ⋅ ⛅ 11 °C

    Es ist soweit, unser großer Tag, die Überquerung des Thoron La Pass und damit der höchste Punkt unserer Tour steht heute bevor. Also von unserem Ausgangspunkt
    Thoron Pedi mit 4.450 m über das Thorong Base Camp mit 4.925 m zum Thorong La Pass mit 5.416 m um kurz darauf wieder hinab zu steigen auf 3.870 m nach Muktinath. In Summe fast 1.000 m hinauf und über 1.600 m hinunter, wir haben einen Mega-Respekt!
    Wir stehen gefühlt mitten in der Nacht auf und ja, wir konnten sogar beide etwas schlafen. Nach Zähneputzen unter tropfenden Tauwasser vom Dach und zügigen Anhosen stehen wir wenig später im „Dining room“ und sind nicht die ersten. Nachdem ich die Tage zuvor immer spätestens nach dem Frühstück die Toilette aufsuchen durfte, funktioniert das heute nicht. Mein Darm blockiert erwartungsgemäß die Art der Toilette.
    Also Start: Mit Stirnlampe bewegt sich eine Lichterkette langsam im ZickZack in Richtung BaseCamp, vor welchem uns übrigens aufgrund der Höhe zum Schlafen abgeraten wurde. Nach 1 1/2 Stunden ist diese erste Tagesetappe geschafft, gegen 6:00 Uhr sind wir da. Wir machen fast eine Stunde Pause zum Fotografieren, Stärken und bekommen glücklicherweise direkt hier oben Grödel zu kaufen (Steighilfen für die Schuhe). Der Weg ist mittlerweile komplett mit Schnee bedeckt, teilweise vereist. Wie einige hier mit bloßen Turnschuhe hochkommen, verstehen wir nicht.
    Weiter geht’s, wir queren ein längeres Geröllfeld mit Steinschlag, welches von Bergführern (einer oben, einer unten) mittels Trillerpfeifen abgesichert wird, Danke dafür 🫶.
    Nun beginnt die eigentliche Quälerei, die Sonne heizt langsam mächtig, die Luft wird dünn. Micky bekommt wieder Ihre Probleme ähnlich Icelake, gefühlt halten wir alle halbe Minute an. Der Weg zieht sich unendlich aber die Sicht, Wetter und Luft sind einfach wunderbar ☺️. Endlich nähern wir uns dem ersehnten Ziel. Ich biete Micky ab, auf der letzten Strecke Ihren Rucksack abzunehmen, aber sie zieht trotz völliger Erschöpfung durch 👍. Oben angekommen erholt sie sich erstmal eine Zeit lang, während Puru und ich schon mal die Bierflasche kalt stellen (habe ich extra hoch geschleppt) und erste Fotos machen 😎🤩☀️❄️🫶. Hurra, geschafft, was für ein befreiender Augenblick 👍✈️. Wir bleiben ca. eine Stunde da, stärken uns standardgemäß mit den teuersten Ingwer-Zitronen-Honigtee um schließlich im Freudentaumel den Abstieg anzugehen. Gehen wir am Anfang noch sehr langsam, merken wir wie es immer leichter fällt mit jedem Höhenmeter bergab. Die Landschaft auf der „anderen“ Seite ist völlig gegensätzlich zu vorher. Schnell schwinden die Schneefelder und wir befinden uns inmitten einer riesigen Gerölllandschaft mit interessant geschliffener karstiger Bergkulisse.
    Irgendwann kommen wir schließlich in Thorong Pedi (dem auf der anderen Seite) an. In den terrassenförmig nacheinander angelegten Rasthöfen schauen wir in viele bekannte, von der Anstrengung gezeichnete aber glückliche Gesichter. Jeder ist erstmal mit sich selbst beschäftigt. Auch wir brauchen erstmal unsere Ruhe und verziehen uns in einen sehr kargen, aber von der Sonne geschützten Raum. Ich genieße eine eiskalte Coke Zero und einfach nur Pommes, mehr nicht. Micky hat bereits während des Abstiegs mit Bauchweh und Durchfall zu kämpfen. Hier meint sie, ein Müsli essen zu wollen. Na ja, der Schuss ging eher nach hinten los, so dass wir den restlichen Weg mehrfach unterbrechen müssen.
    Vor 18:00 Uhr landen wir dann endlich in Muktinath. Der Weg führt durch eine Klosteranlage, wo wir inmitten einer buddhistischen Zeremonie landen, fast wie in einer anderen Welt. Weiter in die Stadt geht’s über eine sehr lange abschüssige Treppe, an welcher beidseitig Händler, Heiler bis Bettler ihr Weniges feilbieten. Dies alles ist sehr interessant, treibt uns jedoch die Verdauung schleunigst ins Hotel mit einer europäischen Toilette. Weitere Ausführungen seien hierzu erspart, haben wir beide es gerade noch geschafft 🙏.
    Unser Hotel ist etwas abgelegen, gefühlt sind wir allein da, was uns nicht unrecht ist. Die als heiß angepriesene Dusche lässt mich kalt duschen. Es dauert eine Stunde, dann wurde zumindest ein Fehler gefunden. Im Ergebnis duscht Micky heiß, jetzt fehlt kaltes Wasser 🚿. Zu Abend esse ich leckeres Huhn chinesisch zubereitet. Zur Feier des Tages gibt’s einen ordentlichen heißen Grog, welcher uns bestens schlafen lässt. Gute Nacht 😴 🌙.
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