• Wellness für Haut, Augen und Magen

    September 5 in the United States ⋅ 🌬 29 °C

    Ein ganzer Tag in Salt Lake City, was soll man dann nur anfangen. Da ich Salt Lake City Downtown kenne, hatte ich es aus der Planung gelassen. Sonni konnte natürlich sagen, ob sie die Stadt dennoch sehen will. Und sie wollte.
    Die Straßen zur City sind verhältnismäßig leer. Man sieht die Menschen beim Sport oder beim Bauen am Haus oder Garten. Auf der Straße sind diesen Samstag aber wenig. Gut so für uns, denn dadurch kommen wir schnell voran.
    Die Stadtrundfahrt fand ich vor 12 Jahren klasse. Alles klar, dann machen wir doch die. Also rein in die Stadt und Nähe des Tempel Square einen Parkplatz gesucht. Viele Parkplätze laufen entweder mit Münzen, also genug bei der Hand haben, oder mit der ParkSLC App. Nur als Deutscher hast du bei Zweitem schlechte Karten, da sie für uns German People nicht verfügbar ist. Okay, wir wollen das Auto für knapp 90 Minuten hier stehen lassen. Immerhin haben wir schon 5,70 Dollar in den Futterautomaten gesteckt. Wir sind nur eine Straße entfernt und finden einen besseren Platz gegenüber dem Washington Square. Wir haben Glück, denn es ist ein Parkplatz für Studenten der Uni. Da heute aber Samstag ist und die Uni geschlossen, ist der Parkplatz für die Öffentlichkeit zugänglich. Das bezahlen funktioniert problemlos online. Eigentlich ganz simpel und selbsterklärend. Jetzt haben wir Zeit und müssen nicht hetzen. Also ab zum Visitor Center. Ich erinnere mich, dass wir damals hier die Tickets gekauft hatten und ja die Hop On Hop Off Touren gibt es immer noch. Doch jetzt geschieht das alles online und, jetzt kommt's............ das Ganze soll 59 Dollar für ein Tagesticket für eine Person kosten. Diese Preise empfinden wir überzogen und nicht fair. Dann also nicht und wir gehen zu Fuß weiter zum Temple Square. Hier im Heiligtum der Mormonen ist alles sauber. Ein Modell zeigt die gesamte Anlage und was sich darin befindet. Das ist schon überwältigend, auch die Toiletten sind in einem 1a Zustand. Sehr interessant sind die verschiedenen Tempel der Mormonen. Hat einer gewusst, dass es in Deutschland auch drei Tempel gibt? Nein? Wir auch nicht. Sie stehen in Hamburg, Frankfurt/M und in Freiberg. Des Weiteren noch überall auf der Welt.
    Wir schlendern um den Tempel bis zum Gebäude welches den Mormon Tabernacle Choir beheimatet. Um 12 Uhr sollen hier einige Stücke an der Orgel gespielt werden. Aus welchen Gründen auch immer, das haben wir nicht verstanden, findet es erst zu einem späteren Zeitpunkt statt. Okay, dann eben weiter. Aber eigentlich ist hier auch Schluss alles was offen war und was man sich anschauen konnte haben wir gemacht. Zumindest das was kostenfrei ist. Die Tempeltour haben wir uns gekniffen.
    Weiter geht es Richtung Capitol. Dabei kommen wir am Eagle Gate vorbei. Dies soll wohl der Eingang zur Heimstätte von Brigham Young, dem Begründer der Mormonen in Salt Lake City, sein. Wir sehen von hier aus das Capitol, davor wird es fast immer von der Kirche der Mormonen verdeckt. Der letzte Teil zum Capitol geht bergauf. Wir haben mittlerweile 30 Grad und 10.000 Schritte hinter uns, daher nehmen wir diesen Kraftakt nicht auf uns sondern schlendern durch die Stadt zurück zum Auto. Mit dem kommen wir dann auf dem Weg nach Antelope Island am Capitol vorbei. Vorbild für dieses Capitol des Staates Utah, war das Capitol in Washington. Dieses hier ist nur etwas kleiner.
    Es geht zum Antelope Island State Park. Der Eintritt hier kostet 15 Dollar. Eine ewig lange Straße, ich glaube um die 11 Meilen, führt durch den Salt Lake hinüber. Gleich hinter der ersten Kurve sehen wir sie, eine kleine Herde Bisons, ungefähr 15 Stück. Sie liegen im Gras, nur wenige stehen, und genießen sicher ihre Siesta. In diesem Urlaub wurden sie uns schon oft angekündigt via Verkehrsschild. Diese waren die ersten leibhaftigen. Wunderschön.
    Wir fahren weiter zum Beach Access. Hier gibt es Duschen, Toiletten und Picknickplätze. Genau richtig für uns, denn wir wollen in den See. Also raus aus den Straßensachen und rein in Badehose und Bikini. Wer hier baden gehen möchte sollte die Badeschuhe nicht vergessen, denn der Sand ist heiss. Wir haben natürlich daran gedacht.
    Ein Stück weit entfernt ist der See zu erspähen. Sonni meinte, dass es bestimmt noch ein Kilometer bis dorthin ist und ich muss ihr recht geben. Es ist ein langer Weg bis man das Wasser erreicht. Jetzt im Sommer ist viel von dem Wasser des Frühjahrs verdunstet. Aber wir schaffen es, uns durch den feinen Sand bis zur Wassergrenze zu kämpfen.
    Der See ist angenehm kühl und erfrischt. Aber Mund zu wenn man sich hinlegte, denn immerhin hat er 28 % Salzgehalt. Sobald man hineingeht und der modrige Boden aufgewirbelt wird riecht es etwas unangenehm aber daran gewöhnt man sich.
    Ich bin schon bis zu den Knien im Wasser und tiefer wird es, glaub ich, nicht. Der modrige Boden lässt mich nicht los und die Erdanziehung bewältigt den Rest. Ich bin drin und Sonni lacht sich kaputt. Naja, aber es ist erfrischend. Beine und Arme hoch und man treibt im seichten Wasser, umgeben von abermillionen kleinen Krebsen, den einzigen Tierchen hier im See. Sonni ist nun auch im Wasser und kommt rübergepaddelt. Beim Paddeln Schubbern wir beide immer über den modrigen Boden und schaufeln so eine Menge Schlamm in unsere Hosen. Manche mögen es ja Heilschlamm nennen, für uns ist es einfach übelriechender Schlamm. Unser Bad ist beendet und wir treten den beschwerlichen Weg zurück an. Bei den Duschen angekommen, spannt die Haut an den Gelenken und der ganze Körper ist mit Salzkristallen übersät. Wer zuviel abgestorbene Hautschuppen hat sieht vielleicht genauso aus wie wir gerade.
    Glücklicherweise gibt es ja Duschen. Man hat hier Einzelduschen, diese funktionieren jedoch nur mit Münzen oder eben die kostenlose Gemeinschaftsdusche im Freien. Wir sind der Meinung, dass wir uns gut abgeduscht haben aber wir finden immer noch Kristalle an unseren Körpern bis wir zurück im Zimmer sind.
    Hätte uns auf Antelope Island ein Grizzly gefressen, den es da aber nicht gibt, dann hätte er eine gut gewürzte Mahlzeit gehabt.
    Auf der Insel gibt es eine große Herde Bisons, daher konnten die 15 am Anfang nicht alles gewesen sein. Wir nehmen den Weg zur Südspitze der Insel und nach nur wenigen Kilometern erspähen wir eine weitere kleine Herde aus der Ferne. Je näher wir kommen, desto mehr Bisons erblicken wir. Wir können sie nicht zählen. Überwältigend der Anblick dieser gemächlichen Tiere. Einige stehen Nähe der Straße und so bilden sich Autonester. Man kann genau beobachten wie sich die Bisonkühe aufstellen und ihre Kälber in die Mitte nehmen . Ein herrlicher Anblick und man könnte ewig stehenbleiben. Wir fahren noch weiter bis zur Historic Ranch und sehen immer wieder noch ein paar kleinere Herden. An der Historic Ranch kehren wir wieder um. Bei der großen Herde haben sich neue Nester gebildet und auch wir bleiben nochmal stehen.
    Dann geht es aber zurück zum Motel.
    Wir haben Hunger. Neben dem Motel gibt es ein kleines Restaurant, ein Familiengeführtes und wir versprechen uns schmackhafte Hausmannskost. Ramblin Roads heißt es und es ist geräumig. Von innen recht nett und sauber. Das Interieur ist nicht zu üppig, rustikal und einladend. Die Bedienung ist nett und freundlich und sie kümmern sich auch schnell um ihre Gäste, ohne aufdringlich zu sein. Unser Essen kommt und es sieht verdammt lecker aus, dazu schmeckt es auch verdammt lecker. Das ist es was wir wollen, kein gehobenes Restaurant wo man nicht satt wird. Hier wird man satt. Und das Beste, das alles zu einem absolut fairen Preis. Man merkt, dass die Mitarbeiter ihren Job hier gerne machen. Eine Bedienung kommt immer wieder einmal laut singend durch den Raum gelaufen und zwischendurch werden dann auch mal kleine Witze mit den Gästen gemacht. Ein klein bisschen Erlebnisgastronomie.
    Mit vollem Bauch nun endlich unter die Dusche und das restliche Salz abgewaschen und dann ist auch dieser Tag vorbei.
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