• Fahren und Wandern

    September 6 in the United States ⋅ ☀️ 24 °C

    Auf unserem Weg zum Yellowstone NP wollen wir heute nur ein wenig näher heran kommen, da sonst der Weg für einen Tag zu lang wäre.
    Es geht also nach dem Frühstück, heute wieder recht spät, raus auf die Straße mit erstem geplanten Stopp in Afton/Wyoming.
    Wir fahren wieder durch die Vororte von Salt Lake City und dann auch gleich in einen Canyon. Die Luft ist angenehm und die kurvenreiche Strecke zieht sich durch viel Wald. Einige Kilometer weiter geht es bergauf raus aus dem Canyon und aus dem Wald in den Berg. Bäume stehen hier immer noch aber sie werden weniger. Einige Stellen des Berges werden wieder von jeder Menge Birken bewachsen. Leider gibt es hier oben keine Stelle für ein schönes Panoramafoto. Motorräder kommen uns entgegen. Ich kann mir hier gut eine Tour vorstellen, kurvig aber nicht sehr anspruchsvoll.
    Es geht wieder den Berg hinab und wir kommen in ein Gebiet welches wir schon gesehen haben. Weite Weiden bestückt mit einigen Bergen. Die Rinderzucht nimmt wieder zu. Dazu kommen dann auch wieder Pferde und Schafe. Wir machen einen kurzen Stopp an der Tankstelle von Randolph. Ein wirklich kleiner, aber hübscher Ort.
    Wir verlassen Utah und sind in Wyoming. Kurz darauf sind wir in Idaho, aber dann doch wieder in Wyoming, lustig. Jetzt bleiben wir aber in Wyoming. Stellenweise sehen wir kilometerlang kein Auto und überholt werden wir auch nicht. Ach so, Siedlungen sehen wir auch keine. Zwischendrin versteckt vielleicht mal ein Haus aber das war es auch. So etwas kennen wir von Island. Dort sind es die wenigen Einwohner und hier einfach das weite Land. Wer die Serie "Yellowstone" und seine Ableger schon einmal gesehen hat: Ja, so sieht es hier teilweise aus.
    Wir erreichen Afton. Warum eigentlich Afton? Nun in Afton steht der weltgrößte Elkhorn Arch. Dieser Bogen steht in der Mitte der Stadt direkt auf oder sollte man besser sagen über der Main Street. Ein oder zwei Fotos müssen sein. Heute ist Sonntag und die Geschäfte haben Pause. Eine Bar, ein-zwei Essensläden und die Tankstelle haben geöffnet. Aber auch sonst sieht die Stadt eher trostlos aus. Viele Geschäfte sind geräumt und warten auf einen neuen Glücksritter. Schade darum. Vor 12 Jahren war es in meiner Erinnerung noch anders.
    Zum Zweiten gibt es in Afton den Intermittent Spring oder auch Periodic Spring genannt.
    Ein Fluss der sich aus einem Berg ergießt und zu regelmäßigen Zeiten stärker und schwächer ist. Ein kleines Schild steht an der Straße, welches man aber leicht übersehen kann. Man muss in die E 2nd Ave einbiegen und dann immer der Straße folgen. Zuerst ist sie asphaltiert und führt aus der Stadt in den Wald. Später wird es ein Schotterweg der immer tiefer in den Wald führt, entlang des Flusses eingesäumt von Bergen. Irgendwann sehen wir ein Auto am Wegesrand stehen und dann kommt uns auch eins entgegen. Also ganz so falsch kann es nicht sein. Nach knapp 7 Meilen in der Wildnis erreichen wir einen Parkplatz mit einer Indianertoilette (Wer unsere Berichte liest, weiß was damit gemeint ist). Hier lassen wir das Auto stehen und es folgt ein Fußweg von knapp 20 Minuten, immer wieder bergauf am Fluss entlang.
    Wir sind am Periodic Spring angekommen, nur noch eine kleine Brücke überqueren. Man kann bis zu dem Loch im Berg laufen, aus dem das Wasser kommt, was wir aber nicht machen. Vor 12 Jahren war hier alles frei, heute ist ein Teil zugewachsen. Wir suchen uns einen schönen Platz an einem kleinen Wasserfall. Wenige Minuten später sehen wir das jetzt mehr Wasser den Berg hinunter fließt. Vorher hat man nichts gesehen, wobei Wasser immer fließt und dann wird der Fluss weiß. Erst oben ein kleines Stück und dann mehr und mehr. Es dauert ein wenig bis das Wasser bei uns ankommt. Der Kleine Wasserfall schwillt an und es wird laut durch das viele Wasser was jetzt hinunter strömt. Nach einer Weile versiegt die weiße Gischt wieder von oben und es dauert zwischen 12 und 18 Minuten bis dieses Spiel wieder von vorne beginnt.
    Fazit dessen, es war schön nicht nur im Auto zu sitzen, sondern sich zu bewegen. Das Spiel des Flusses anzuschauen, war auch schön. Es ist aber kein Abstecher der auf jeder Wyomingreise sein muss.
    Damals war es noch so etwas wie ein kleiner Geheimtipp. Heute ist es ein Ausflugsziel für einige Menschen. In unserer Zeit am Fluss kommen und gehen die Menschen. Und auch auf unserer Rückfahrt, nachdem Sonni ein halbes Stück Carrot Cake vom Ramblin Roads, gegessen hat, ist reges Treiben auf der engen Schotterpiste.
    Ein paar letzte Kilometer und wir sind in Alpine. Wir müssen das Flying Saddle Resort ein wenig suchen. Meine Erinnerung ist doch nicht mehr so gut, aber dann haben wir es gefunden. Das einchecken geht schnell und wir sind froh die Beine ein wenig ausruhen zu lassen.
    Eigentlich wollten wir noch nach Jackson Hole fahren, aber hatten dann doch nicht mehr die Lust dazu. Hätte uns jemand hingefahren und wieder zurück gebracht , dann vielleicht schon. Wir haben uns daher entschlossen hier zu bleiben und uns unsere Abendessen bei Bourmlin's, dem Einkaufsmarkt in Alpine, gejagt. Ein wirklich feiner netter Laden in dem man so gut wie alles bekommt. Von der Bärenglocke bis zur Flasche Whisky. Unser Abendessen hat uns sehr lecker geschmeckt und es war wieder reichlich, so dass wir morgen noch davon zehren können.
    Morgen erwartet uns der Yellowstone NP und wir freuen uns auf die 3,5 Tage im Park.
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