• Zugfahrt nach Lettland - Sigulda

    July 30 in Latvia ⋅ ⛅ 25 °C

    In Tartu nehme ich den Zug nach Lettland und steige in Sigulda aus. Man kennt die Stadt als Wintersportort fürs Rodeln und das war auch für mich der initiale Grund für den Halt. Der Ort ist mehr eine Ansammlung von Häusern im Gaujo Nationalpark, der zusammen mit Turaida und Krimulda einen gemeinsamen Bereich bildet. Es klappt alles gut ohne Auto - zu Fuß, mit Bus, Zug und Seilbahn komme ich gut voran. So schön der Ort auch ist, irgendwie wirkt es komisch. Breite Straßen führen durch die Stadt für nicht allzu viele Autos, die bebauten Grundstücke haben oft keine Zäune und dazwischen liegen größere Grünanlagen…

    Am ersten Tag sind 28 Grad angesagt und ich entscheide mich nach der Burgbesichtigung für eine schattige Wanderung hinter dem Gaujo-Fluss nach Turaida, die doch etwas über Berg und Stein führt. Der Weg ist für mich schon anstrengend - der Fluß spaltet die Landschaft, die höchste Erhebung, die ich bisher hier gesehen habe, natürlich alles relativ… Eigentlich wollte ich den Bus zurück nehmen, hat irgendwie aber nicht geklappt, so bin ich echt schlapp zurück und sinke nach dem Essen direkt ins Bett…

    Am nächsten Morgen nehme ich den Zug nach Césis, einer umschwärmten Kleinstadt eine halbe Stunde zurück Richtung Estland. Ich lande in vollem Getümmel eines Laufevents, der die ganze Stadt beschäftigt. Nach etwas Sightseeing kann ich mich auch gut darauf einlassen, die Sieger begrüßen und den Nachmittag nach Burgbesichtigung ausklingen lassen.

    Meinen letzten Tag lasse ich gemütlich angehen. Spätes Frühstück und dann mit der Seilbahn zum anderen Flußufer nach Grimulda. Das Herrenhaus, das zu Kriegszeiten auch als Sanatorium gedient hat ist zwar äußerlich noch schön anzuschauen, drinnen ist nur das Sanatorium übrig und das „Landschulheim“, wie ich es bezeichnen würde… Der Rückweg führt mich vorbei am Schloss, wo heute das Abschlussevent eines klassischen Musikfestivals inkl. freier Konzerte herrscht.
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