• Entschleunigung in Riga

    Aug 3–10 in Latvia ⋅ ☁️ 24 °C

    Eine ganze Woche bin ich nun in Riga und lasse mich durch die Stadt treiben. Ausschlafen, spontan entscheiden worauf ich Lust habe und mich dann auf den Weg machen. Mein Apartment im nördlichen Zentrum ist gut gelegen, ich komme überall zu Fuß hin und vor der Tür fahren direkt mehrere Busse! In alle Richtungen gibt es nette Cafés, Bars, etc., so dass man auch einfach nur gemütlich mit einem Buch in der Sonne bei einem Cappuccino sitzen kann. Besonders schön ist es im Jungendstilviertel mit seinen prächtig renovierten Villen.

    In der Altstadt ist alles komplett auf Tourismus ausgelegt, allerdings ist es außer am Samstag relativ leer; sehr viele freie Plätze in den Restaurants rund um den Dom und den Rathausplatz. Das liegt wohl vor allem an den fehlenden osteuropäischen/ russischen Touristen, stattdessen sieht man auch hier überall die ukrainische Flagge. Und glücklicherweise liegen im Hafen auch keine Horden von Kreuzfahrtschiffen. So muss ich nirgends reservieren oder Schlange stehen, weder in Museen noch zum Essen, wenn ich mir mal ein schönes Restaurant gönne.

    Viel Zeit habe ich im Lettischen Nationalen Kunstmuseum verbracht, am meisten beeindruckt hat mich jedoch das Okkupationsmuseum. Nach dem ersten Weltkrieg waren die Letten mal rund 20 Jahre unabhängig, bevor Hitler und dann Russland dies bis 1991 zu Nichte machten.

    Weiterhin kann man entlang der Daugava durch schön angelegte Parks schlendern oder mit dem Boot fahren, die Märkte der Stadt besuchen und zumindest letzten Samstag bayrischer Blasmusik lauschen, die die deutsche Botschaft organisiert hat.

    Als wir am Dienstag selbst hier fast 30 Grad haben gibt es einen Strandtag in Jurmala und ich bin außer bei Saunabesuchen zum ersten Mal so richtig im Meer! Jurmala gilt als Sehnsuchtsort und zufällig treffe ich auf eine lettisch stämmige Familie aus Kempten, die die knapp 2000 km mit dem Auto zurückgelegt hat und jeden Sommer hier verbringt.
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