• Paradise Valley

    December 29, 2025 in Morocco ⋅ ☁️ 14 °C

    29.12. – Tag 8: Von Taroudannt über Agadir ins Paradise Valley

    Der Morgen in Taroudannt beginnt kalt. Nicht emotional, sondern ganz konkret. Frühstück im Innenhof, der nach oben offen ist, sorgt für frische Temperaturen und die leise Frage, warum Innenhöfe im Winter immer wie Kühlschränke funktionieren.

    Wir schnappen unsere Rucksäcke und marschieren zum Auto, das wir vor der Medina geparkt haben. Parkgebühr für eine Nacht: 20 Dirham, also rund zwei Euro. Dafür kann man nicht mal in Deutschland schief anschauen. Absolut verschmerzbar.

    Dann geht es auf guten Straßen Richtung Agadir, sogar ein kurzes Stück mautpflichtige Autobahn ist dabei. In Agadir selbst wird es wieder quirlig. Drei Spuren pro Richtung, ebenso im Kreisverkehr – theoretisch. Praktisch schneiden die Marokkaner den Kreisverkehr so, dass maximal zwei Spuren gleichzeitig passen. Beim Rausfahren landet man zuverlässig auf einer anderen Spur als der, auf der man reingefahren ist. Physik? Optional. Hier ist volle Aufmerksamkeit gefragt, damit es keinen Blechschaden gibt. Dazwischen immer noch Mofas und Rollerfahrer, die offenbar ein eigenes Regelwerk benutzen.

    Eingekauft wird im größten Supermarkt von Agadir. Auf der Liste: Arganöl, Safran, Baguette, Gewürze, Mandelmus, Käse und natürlich Cornes de Gazelle – unser Lieblingsgebäck in Marokko. Sie sehen aus wie Vanillekipferl, bestehen aus Marzipan und sind überraschend wenig süß. Gefährlich gut.

    Danach ein kurzer Bummel am Strand entlang. Agadir ist im Fußballfieber: Trikots, Plakate, Fans überall. Der Strand selbst ist… okay. Breit, lang, sandig. Funktional schön, aber kein Ort für große Emotionen.

    Anschließend fahren wir weiter nach Norden in die Berge ins Paradise Valley. Zuerst zur Unterkunft, Gepäck abladen, dann nochmals etwa fünf Kilometer mit dem Auto weiter hinein in die Berge. Dort starten wir eine Wanderung durch die Schlucht.

    Die ist deutlich spannender als erwartet. Durch die starken Regenfälle der letzten Tage ist viel Wasser durchgegangen. Wege sind teilweise unterspült oder ganz verschwunden, immer wieder müssen wir den Bach überqueren. Provisorische Übergänge aus Holzbrettern und alten Sandsäcken kommen zum Einsatz. Abenteuerlich, aber gut machbar – und landschaftlich wirklich beeindruckend.

    Jetzt sind wir zurück, etwas müde, leicht staubig, und warten auf das Abendessen.
    Das Paradise Valley hat geliefert.
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