• Agafay Desert

    January 1 in Morocco ⋅ ☁️ 19 °C

    01.01. – Tag 11: Neujahr in der Agafay-Wüste. Möwenglück und Oberliga-Tajine

    Neujahr. Erster Tag des neuen Jahres. Der Start ist überraschend komfortabel, denn das Frühstück gibt es auswärts, nicht im Apartment. Sehr gut, sehr modern, sehr teuer. Unter anderem mit Avocado-Toast – komplett un-marokkanisch, aber mit eindeutig glücklicher Tochter. Und darum geht’s ja bekanntlich.

    Danach kehren wir zu unserem Mietwagen zurück. Mit einer gewissen inneren Anspannung, ob wir ihn wohl mit zerstochenen Reifen oder zerkratztem Lack vorfinden werden – der Parkplatzwächter vom Vortag sitzt noch locker im Hinterkopf. Die Realität zeigt sich gnädig: Das Auto ist unversehrt. Einziger Schaden ist eine beachtliche Möwenhinterlassenschaft auf der Frontscheibe. Damit können wir leben.

    Dann geht es zügig Richtung Agafay-Wüste, wo wir unser Wüstencamp beziehen. Wir sind die einzigen Gäste. Ruhe, Weite, nichts. Sehr angenehm.

    Ein Camp-Mitarbeiter nimmt uns noch mit auf einen kurzen Rundgang. Vorbei an einer verlassenen Ortschaft und einem etwa 50 Meter tiefen Brunnen, aus dem früher mithilfe von Dromedaren Wasser heraufgezogen wurde. Man blickt hinein und ist sofort dankbar für moderne Technik und feste Straßen.

    Langsam versinkt die Sonne hinter dem schneebedeckten Atlas. Neujahr kann landschaftlich schlechter anfangen.

    Das Abendessen ist dann wirklich Oberliga. Ausnahmsweise beginnen wir mit mehreren sehr feinen Vorspeisen, danach folgt eine exzellente Tajine – für Maje vegetarisch, für mich mit Hühnchen. Geschmacklich großartig, mengenmäßig ambitioniert. Der Preis ist entsprechend ebenfalls ambitioniert. Aber gerechtfertigt.

    Mit sehr rundem Bauch fallen wir ins Bett.

    Die Nacht ist etwas unruhig. Ein kräftiger Wind setzt ein, das Zelt flattert und klappert, hält aber stand. Wir auch. Neujahr in der Wüste darf offenbar laut sein.
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