• Ourika Valley

    January 3 in Morocco ⋅ ☁️ 9 °C

    03.01. – Tag 13: Abschied, Ourika Valley und Grillgut

    Der Tag beginnt mit einem kleinen Einschnitt. Wir bringen Maje zum Flughafen. Sie muss zurück nach Hause, denn in Bochum ist der 6. Januar bekanntlich kein Feiertag und schon am Montag wartet eine Pflichtveranstaltung an der Uni. Romantik endet, wenn die Studienordnung ruft.

    Nach dem Abschied fahren Kerstin und ich an Marrakesch vorbei weiter nach Süden ins Ourika Valley. Der schneebedeckte Atlas rückt immer näher, die Straße wird schmaler, das Tal tiefer. Links und rechts steile, unbefestigte Felswände, teilweise marode, immer wieder liegen große Steinbrocken auf der Straße. Spuren der letzten Regenfälle überall.

    Mehrfach ist die Straße von schlammbraunem Wasser überflutet. Kleine Wasserfälle stürzen von rechts direkt über die Fahrbahn. Es hat in den vergangenen Tagen ordentlich geregnet, und das merkt man.

    Der Bach im Tal führt extrem viel Wasser. Die Restaurants, die direkt am Ufer gebaut sind, stehen über die letzten zehn Kilometer hinweg teilweise schon bedenklich nah am Element. Die Brücken über den Bach sehen sehr… marokkanisch aus. Bei Hochwasser möchte man sie eher nicht benutzen. Vertrauen ist gut, trockene Füße besser.

    Am Ende der Straße, bei Setti Fatma, herrscht dann Hochbetrieb. Touristen, Einheimische, Parkeinweiser, Parkwächter – alles gleichzeitig. Uns ist das eindeutig zu viel. Wir steigen nicht einmal aus, drehen direkt um und fahren zurück.

    Auf dem Rückweg dann doch noch ein Highlight: Berberaffen direkt am Straßenrand. Sitzen da einfach rum, schauen gelassen, als wäre das völlig normal. Ist es vermutlich auch.

    Unsere Unterkunft am Eingang des Tals ist wieder sehr schön. Der Besitzer ist Engländer, seine Frau Marokkanerin, der Sohn spricht fünf Sprachen, darunter Japanisch und Spanisch. Offenbar wird Mehrsprachigkeit hier ernst genommen. Die Familie ist etwas enttäuscht, dass wir nicht bei ihnen essen wollen.

    Was sich im Nachhinein als sehr gute Entscheidung herausstellt.

    Wir marschieren etwa zwei Kilometer in die Ortschaft hinein und landen in einer Metzgerei mit integriertem Restaurant. Konzept: Man sucht sich beim Metzger aus, was man essen möchte – zum Beispiel Koteletts – und diese werden hinten frisch gegrillt. Dazu Orangensaft und marokkanischer Salat. Einfach, ehrlich, großartig.

    Preis: 15 Euro für zwei Personen, inklusive allem. Sehr lecker, sehr günstig, sehr zufriedenstellend. Hat sich mal wieder gelohnt, dem offensichtlichen Angebot zu misstrauen und dem Unscheinbaren zu vertrauen.

    Ein guter Abschluss für einen Tag zwischen Abschied, Naturgewalt und Grillrost.
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