Etappe 8 – zur Zollnersee-Hütte
August 31 in Austria ⋅ ☀️ 15 °C
Der eigene Clou des Gasthauses Valentinalm ist der Pächter. Beziehungsweise sein – man weiß es nicht genau – trockener Humor oder stoffelige Art. Wir haben uns gestern Abend und heute Morgen auf jeden Fall kaputtgelacht. Genauso hätte man sich aber auch ganz schrecklich ärgern können.
Nun ja, das Frühstück war unter dem Durchschnitt. Die Frau, die uns am Vortag in Empfang genommen hatte, hatte angekündigt, dass wir uns natürlich auch einen Apfel oder ein Corny mitnehmen könnten, aber davon war nichts zu sehen. Auch das Brot wurde relativ genau abgezählt.
Die ersten Kilometer der Etappe sind wir zusammen mit Robert und Anneliese gegangen. Das war auch mal eine schöne Abwechslung und wir hatten einen regen Austausch.
Später, als es steiler wurde, haben wir uns getrennt und sind vor weggelaufen. Für uns war es die anstrengendste Etappe, da sie zugleich lang als auch vom Weg her anspruchsvoll war. Nicht so sehr technisch, aber es gab keine Passagen, in denen man richtig ausschreiten konnte. Dafür war der Weg aber auch wundervoll abwechslungsreich inklusive Gipfelbesteigung. Auf selbigen haben wir unsere mitgebrachte Jause gegessen und einen frisch gebrühten Kaffee genossen.
Ich komme für uns ganz gut mit dem Schweizer Modell zur Berechnung der Gehzeit zurecht: 15 Minuten pro Kilometer + 15 Minuten pro 100 m bergauf bzw. pro 200 m bergab.
Gegen 14:00 Uhr hatten wir noch mal Handyempfang, und ich habe bei Gregor Zwanzig einen neuen Wetterbericht angefordert. Für 17:00 Uhr war für unseren Zielort die höchste Stufe (Gewitter mit Hagel) vorhergesagt. Und nach dem Schweizer Modell sollten wir um 17:00 Uhr an der Zollnersee-Hütte ankommen!
Also keine Pausen mehr, sondern stramm weitergehen, und der Weg hatte es in sich: ziemlich felsig und glitschig.
Am Ende nach einer kurzen, schönen Passage mit Gehweg um eine Alm herum ging es noch mal richtig steil bergauf – voll auf die Fresse könnte man sagen. Und auch nach diesem steilen Anstieg war die Hütte noch nicht in Sicht.
Zum Glück verarscht sie sich nur hinter einem kleinen Hügel in der wunderschönen Hochmoorlandschaft.
Und die Hütte war echt genial.
Wir haben dann direkt Bescheid gegeben, dass wahrscheinlich noch zwei weitere Gäste 2 Stunden später kommen. Ich hab dann ergänzt, dass diese 2 Stunden Wunschdenken sind, weil es sich bei einer dieser Personen um eine knapp 70-jährige Frau handelt und es etwas beschämend wäre, wenn wir auf der Distanz nicht mindestens 2 Stunden schneller wären. Tatsächlich kamen Robert und Anneliese nur etwas über 1,5 Stunden später an!
Zuerst waren wir zu zweit und am Ende des Abends zu viert – ein sehr intimer Hüttenaufenthalt mit sehr leckerem Essen und toller Stimmung.
Wir fuhren dann auch, dass der 70. Geburtstag nicht irgendwann in der nächsten Woche ist, sondern morgen (also heute, wo ich diese Zeilen schreibe).
Schnell haben wir morgen zusammen mit der lieben Hütten-Mitarbeiterin ein Geburtstagsfrühstück improvisiert.
Es war einfach eine wunderschöne emotionale Stimmung. Und das Frühstück war auch ohne den kurzerhand hergezauberten Geburtstagskuchen das beste bisher. Es gab bestimmt 5 unterschiedliche Obstsorten, Hefezopf und Eier… einfach nur lecker!
Heute gehen wir nur 4 Stunden und besteigen auf dem Weg zur Straninger Alm noch einen kleinen Gipfel. Steffi möchte sich gern der Challenge eines ausgesetzten Grates stellen – ganz in Ruhe.Read more






















