• Henning Emmrich
  • Henning Emmrich

GR20 auf Korsika

Ich wandere/klettere den GR20 vom Südosten in den Nordwesten.
16 Tage. 200km. 13.000 Höhenmeter.
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  • Trip start
    July 18, 2023
  • Pre-Start und Zielsetzungen

    July 18, 2023 in Germany ⋅ ☀️ 25 °C

    Jetzt geht’s nach Düsseldorf in ibis budget – so muss ich morgen erst um 5:00 Uhr aufstehen 😀
    Apropos 5:00 Uhr aufstehen: viele Leute, die den TR 20 gehen, stehen jeden Morgen um 5:00 Uhr auf, um der großen Hitze zu entgehen, beziehungsweise schon möglichst viele Kilometer geschafft zu haben, bevor es ab 10:00 Uhr sehr heiß wird. Mir kommt das ganz gelegen, da ich ohnehin immer sehr früh wach bin…

    So, warum mache ich den ganzen Quatsch, was reizt mich am GR20?

    Als ich vor 2 Jahren eine Etappe gegangen bin, hat es mich fasziniert, welchen Fokus der Track verlangt. Denn es ist keine Wanderung, oder vielmehr nur teilweise eine Wanderung. Immer wieder gibt es Klettereinlagen, führt der Weg über Geröllfelder oder andere „Weg“-Formen, die die komplette Aufmerksamkeit fordern.

    Also, Fokus ist ein Punkt.

    Der andere ist die Abgeschiedenheit. Nur gelegentlich quert man eine normale Straße. Die meisten Refuges (die bewirtschaften Hütten, in deren Umfeld man sein Zelt aufschlägt), werden per Maultier, Helikopter oder zumindest Geländewagen beliefert.
    Auch Mobil-Empfang gibt es nur gelegentlich – am besten schaltet man den Flugmodus ein, ist der Akku ganz schnell leer. Apropos Akku: natürlich gibt es auch keine Steckdosen.

    Und zu guter Letzt finde ich es spannend, auch körperlich mal an meine Grenzen zu gehen. Genau genommen ist es eine Mischung aus den körperlichen Grenzen und den Grenzen des Wohlstandes. Ich werde 16 Tage lang ein Großteil dessen, was ich zum Leben brauche, auf meinem Rücken tragen. Wenn ich Glück habe, werde ich ab und an mal eine kalte Dusche bekommen.

    Ich verspreche mir von dieser Zeit – neben der körperlichen Strapazen –viele interessante Gedankengänge und Erkenntnisse. Und hoffentlich auch ein paar spannende Gespräche mit Mitreisenden.

    Sooo, der Rucksack ist hoffentlich gut verpackt aufgegeben. Schon spannend, wenn man von so einem Ding die nächsten Wochen abhängig ist.
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  • Urlaub

    July 18, 2023 in Germany ⋅ ☀️ 24 °C

    Ich hatte noch überlegt, ob ich mir etwas Selbstgemachtes mitnehme. Aber dann dachte ich: ach so eine Pizza oder ein kleiner Döner wäre ja auch ganz nett. Leider ist hier Urlaubssaison, so dass ich dann bei Edeka zuschlagen musste.Read more

  • ibis budget DUS airport & travel light

    July 18, 2023 in Germany ⋅ ☀️ 23 °C

    Das ibis Düsseldorf Airport ist ein super Hotel für die Vorabendanreise.
    Ziemlich modern und schick eingerichtet (natürlich nur das notwendige) und dazu zählt heute eine USB-A und -C Steckdose. Spannend!

    Apropos „das notwendige“: mein Gepäck ist auch recht übersichtlich: mein Rucksack wiegt ca. 11 kg. Wenn ich davon noch das „Notessen“ (Gefriergetrocknetes, Energieriegel, Iso-Pulver) abziehe, bleiben 8kg. Für Zelt, Luftmatratze (!), Schlafsack, Daunenjacke, … eine Wechselunterhose und ein Wechsel-T-Shirt.
    Ich bin gespannt, ob es ein guter Plan war, mit Bein- und Armlingen anstatt einer langen Hose bzw. einem Long Sleeve zu planen.
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  • „Ein Kind schreit immer“

    July 19, 2023 in France ⋅ ☀️ 28 °C

    „Ein Kind schreit immer“* – das gilt leider auch an den meisten Urlaubsorten.
    Aber nicht auf dem GR20!
    16 Tage kein Kleinkindergeschrei 🎉
    Warum ich das schreibe: ich hatte zwei süße (tatsächlich) aufgeregte Kleinkinder auf dem Flug direkt hinter mir 😅

    * Frei nach Charles Bronsons „Einer wartet immer“ in „Spiel mir das Lied vom Tod“
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  • Hitchhiking

    July 19, 2023 in France ⋅ ☀️ 36 °C

    Nach 25 Jahren bin ich mal wieder getrampt. Und das lief wie geschmiert – aber Geduld braucht man trotzdem vor allem bei der Hitze.
    Ich habe drei Lifts für die Strecke von 110km gebraucht.
    Für den ersten habe ich 20 min „akquiriert“, für den zweiten 15 und beim dritten musste ich praktisch gar nicht warten.
    War mal wieder eine interessante Erfahrung.

    Apropos „interessante Erfahrung“: aktuell sitze ich im Schatten unter einem Baum und bewege mich praktisch nicht. Aber mein Shirt ist komplett nass. Es sind ja auch 35°C.
    Ich frage mich wie das morgen wird, wenn ich über 1.000 Höhenmeter bewältigen muss. Größtenteils ohne Schatten!
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  • Etappe 1 – Das Abenteuer beginnt

    July 20, 2023 in France ⋅ 🌙 25 °C

    Seit langem brauche ich mal wieder einen Wecker. Um 5:00 Uhr werde ich nicht zuverlässig von selbst wach 😇
    Dass es um 5:30 Uhr schon so warm ist, dass man ins schwitzen kommt, hätte ich nicht gedacht. Was heißt ins schwitzen kommt? Mir lief die Suppe so runter wie ansonsten nur in der Sauna.
    Nach eineinhalb Stunden kam dann auch zum ersten Mal die Frage, auf was ich hier eigentlich mache.
    Nach circa 6 Stunden, 12 km und 1000 Höhenmetern hatte ich dann meinen ersten echten Tiefpunkt erreicht. Meine 3 l Wasser waren alle und es waren noch circa 30 Minuten zum Refuge. Seit einiger Zeit hatte ich Schwierigkeiten, meinen Puls unter 140 zu bekommen (160 ist mein maximal Puls). Das war nicht einmal die Anstrengung, sondern vor allem die unerträgliche Hitze. Im Schatten habe ich 34° gemessen. In der Sonne war es entsprechend viel wärmer.
    Naja, ich habe es trotzdem zum Refuge geschafft und dort ging es mir, nachdem ich circa 2-3 l Wasser (mit Elektrolyten natürlich) getrunken habe dann auch gleich etwas besser.
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  • Der Worst-Case

    July 20, 2023 in France ⋅ ☀️ 33 °C

    Nachdem ich eine schöne Siesta gehalten habe gab es auf einmal ein komisches Geräusch, dass ich zuerst gar nicht zuordnen konnte. Dann stellte ich fest, dass eine Kammer meiner Luftmatratze geplatzt war. Naja, eigentlich nicht geplatzt, sondern der Steg hat sich gelöst.
    Ich hoffe das es daran lag, dass sie in der Hitze relativ stramm aufgeblasen in der Sonne lag. Denn das kann ich zukünftig natürlich verhindern. Wenn sie generell an Materialermüdung leidet, habe ich ein großes Problem, denn die Luftmatratzen bekomme ich hier nicht schnell ersetzt. Wenn mehrere Kammern sich lösen, kann ich nicht mehr drauf schlafen .
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  • Refuge de Paliri

    July 20, 2023 in France ⋅ ☀️ 31 °C

    Zum Abschluss des heutigen Tages noch ein paar Eindrücke vom heutigen Refuge. Ich hatte ja eigentlich überlegt, noch 2 Stunden weiter zu gehen, weil dieses Jahr sehr unkomfortabel sein soll.
    Das stimmt auch, denn es gibt nur eine Dusche, die sehr weit weg ist und auch nur eine Toilette. Aber ansonsten ist das hier sehr schön gelegen und der Gardien war auch sehr nett.
    Eigentlich hatte ich vor, heute nur mit dem Innenzelt zu schlafen, aber aus irgendwelchen Wolken vielen dann auf einmal ein paar Regentropfen, so dass ich doch lieber das Außenhülle drüber gemacht habe.
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  • Menu au refuge de Pallri

    July 20, 2023 in France ⋅ ☀️ 30 °C

    Für ein Dreigänge-Menü war es eigentlich auch die 25 € Wert.
    Wobei es wahrscheinlich nur hier bzw. nach den Strapazen so gut schmeckt.
    Ich habe zusammen mit einem netten Ehepaar aus der Normandie gegessen, die beide ganz passabel englisch sprechen. Tatsächlich sind hier fast ausschließlich Franzosen, was die Kommunikation für mich etwas schwierig macht.Read more

  • Logoprint

    July 21, 2023 in France ⋅ ☀️ 28 °C

    Temperaturen viel besser als gestern. Viel Schatten und nur 31°.
    Ich habe mein Wasser auch immer wieder auffüllen können und so dieses schöne Muster auf mein Polo geschnitzt.

  • I‘m fixing the hole…

    July 21, 2023 in France ⋅ ☀️ 27 °C

    … where the air goes out.

    Frei nach den Beatles.

    Eine Luftmatratze, die sehr schnell komplett ihre Luft verliert, ist so ziemlich das schlimmste, was passieren kann.
    Netterweise hat mir der Gardien, den ich nach einer Leihmatratze gefragt habe, eine Matratze geschenkt. Total nett!
    Allerdings ist diese nur 1 cm dick, anstatt 9. Was mich dazu treibt, doch noch einen Reparaturversuch zu machen.
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  • Etappe 2 – Solitude

    July 21, 2023 in France ⋅ ☀️ 25 °C

    Warum ich diesen Trip alleine mache:

    Zu aller erst: ich bin mir selbst genug. Das war früher nicht so. Ich kann mich daran erinnern, dass die Vorstellung alleine einen Urlaub zu machen, der absoluter Horror war.

    Ich finde es auch mal schön, keine anderen Stimmen zu hören und keine Menschen um mich herum zu haben. Nicht als Dauerzustand, aber mal für ein paar Tage.

    Und vielleicht am wichtigsten: Ich muss nur auf mich selbst Rücksicht nehmen und keine Erwartungen erfüllen. Ich bin auch so langsam gehen und so viele Pausen machen, wie ich will. Kurz: Ich kann einfach ganz so machen, wie ich es möchte.
    Und ich muss niemanden motivieren. Insbesondere in der Zeit von Frontastic habe ich dies zurückblickend als sehr anspruchsvoll empfunden. Es waren nicht nur die Teammitglieder und das Leadership, dem immer wieder das Land am Ende des Horizonts gezeigt werden musste. Auch in der eigenen Familie und bei meinen Eltern habe ich eine ähnliche Rolle eingenommen.
    Und so kann ich jetzt meine mentale Stärke ganz auf mich einwirken lassen *hust*
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  • Schöner Abend in der Bergerie Basseta

    July 22, 2023 in France ⋅ 🌙 20 °C

    Leider habe ich die anregenden Gespräche nicht auf Fotos festgehalten. Heute haben wir (das Ärzte Ehepaar aus Frankreich und ich) den Jungen Zehnkämpfer oh Axel Hubert kennen gelernt, der ebenfalls den GR20 nach Norden geht, aber immer in seiner Hängematte übernachtet.
    Spannend, mal etwas über das Leben eines professionellen Leichtathleten zu erfahren.

    Ich schlafe heute wieder ohne Außenzelt aber das erste Mal ohne Ohropax. Natur kann auch laut sein. Die letzten beiden Abende war es so windig, dass ohne Ohropax kaum Schlaf zu denken war.
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  • … danach kam anspruchsvolles Klettern…

    July 23, 2023 in France ⋅ ⛅ 28 °C

    … auf einem Grat. Dreieinhalb Stunden lang.
    Hoch und runter und auf die andere Seite und zurück auf die erste Seite.
    Lustig war, dass die eine Seite wie in der Sauna war, Sonne, kein Wind (auch der Geruch – die Korsische Maccia – war ähnlich) und auf anderen Seite waren kühle 25°C, starker Wind und Schatten.
    Das Refuge d'Usciolu konnten wir schon 2 Stunden sehen, aber der Weg war sehr mühsam.
    Um die Situation noch etwas spanender zu gestalten, zogen noch dunkle Wolken auf. Aber dabei blieb es auch.
    Ah ja, ein kleines Picknick mit Kaffee und Müsli haben wir auch noch gemacht.
    Foto 3 ist runter fotografiert und Foto 4 (auf dem Ludowig runter klettert hoch).
    Auf Foto 7 sieht man das Refuge bereits in der Ferne.
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