• DMZ Tour

    6 maggio, Corea del Sud ⋅ ⛅ 15 °C

    Heute erleben wir Geschichte und Politik hautnah. Unser Ziel: Paju, genauer gesagt der Imjingak Park an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea.

    Nach ca. 90 Minuten Fahrt und vielen Infos von unserer Tourguide "Lizzy" erreichen wir eine der gefährlichsten Grenzen der Welt.

    Die Demilitarisierte Zone (DMZ) ist die Pufferzone zwischen Nord- und Südkorea und gilt bis heute als Symbol der Teilung Koreas. Sie erstreckt sich über rund 248 Kilometer und ist etwa vier Kilometer breit. Trotz des Namens „demilitarisiert“ ist die Grenze extrem streng bewacht. Überall sieht man Stacheldraht, Wachtürme und militärische Absperrungen. Ein seltsames Gefühl zu wissen, dass auf der anderen Seite ein komplett anderes System existiert.

    Die Teilung Koreas besteht inzwischen seit über 75 Jahren. Zwar gab es in der Vergangenheit immer wieder Gespräche und Annäherungen, doch eine Wiedervereinigung scheint aktuell weit entfernt. Die politische Lage bleibt angespannt. Nordkorea sorgt regelmäßig mit Raketentests, oder wie vor ein paar Jahren mit Kot und Müll befüllte Ballons die sie in den Süden schicken, für Schlagzeilen.

    Ein besonders bewegender Teil der Tour ist das Treffen mit einer Überläuferin aus Nordkorea. Sie erzählte von ihrer Flucht nach Südkorea und beantwortete anschließend noch Fragen aus der Gruppe. Es ist unglaublich spannend, aber gleichzeitig auch bedrückend, ihre Geschichten aus erster Hand zu hören.

    Sie erzählt auch, wie schwierig selbst der Kontakt zur eigenen Familie in Nordkorea ist. Wenn sie mit Freunden oder Verwandten sprechen möchte, läuft das über Schlepper, die heimlich ein Telefon zu den Menschen bringen. Allein das ist schon extrem gefährlich, deshalb passiert so ein Kontakt verständlicherweise oft nur alle paar Jahre.

    "Lizzy" zeigt uns die vielen geschichtsträchtigen Highlights. Einerseits merkt man überall die politische Spannung und die Bedeutung dieses Ortes: Generell wurde während der gesamten Tour sehr deutlich, wie streng die Regeln rund um die Grenze sind. Fotografieren durfte man nur an bestimmten Stellen, und an vielen Orten waren Kameras komplett verboten. Dadurch wird einem noch einmal bewusst, wie sensibel und angespannt die Situation bis heute ist. Gleichzeitig gibt es aber überall Souvenirshops mit teilweise ziemlich skurrilen Artikeln: Shirts, Magnete und andere Andenken mit militärischen Motiven, Waffen oder Handgranaten.

    Diese bizarre Mischung aus ernster Geschichte, militärischer Präsenz und touristischer Unterhaltung ist wirklich schwer einzuordnen. Man schwankt ständig zwischen Nachdenklichkeit, Anspannung und dem Gefühl, in einem Freizeitpark zu sein.
    Leggi altro