• Kiki, Chaos und ganz viel Ghibli

    14 maggio, Giappone ⋅ ☁️ 23 °C

    Heute geht es für uns von Kyoto nach Nagoya und von dort mit der Regionalbahn direkt weiter zum Ghibli Park. Wir haben uns im Vorfeld einen Slot um 12 Uhr für das Warehouse gesichert. Das war tatsächlich das Einzige, was wir noch von Deutschland aus buchen konnten.

    Als wir ankommen, geht es erst einmal mit einem Fahrstuhl nach unten zum Park. Danach laufen wir noch ein ganzes Stück. Der Park ist wirklich weitläufig. Viel zu sehen gibt es auf dem Weg allerdings nicht, hauptsächlich große Grünflächen.

    Vor dem Warehouse erwartet uns schon eine lange Schlange, die im Vergleich zu dem, was uns drinnen erwartet, aber noch harmlos wirkt. Punkt 12 dürfen wir endlich rein.

    Das Ghibli’s Grand Warehouse ist so etwas wie das Herzstück des Parks. Es ist eine riesige Indoor-Ausstellung mit vielen verschiedenen Bereichen aus den bekannten Filmen von Studio Ghibli. Es gibt detailgetreue Nachbauten von Szenen, kleine Ausstellungen zu den Filmen, Figuren, Requisiten und sogar ein eigenes kleines Kino. Man läuft quasi durch eine Mischung aus Museum und Filmkulisse.

    Es ist wirklich toll, sich die ganzen Sets anzusehen. Gleichzeitig ist es aber auch extrem voll. Für ein Foto muss man fast überall lange anstehen und das Licht in den Sets ist überraschend schlecht. Das hätte man bei den schönen Designs und den detailreichen Nachbauten wirklich nicht gedacht. An manchen Stellen darf man dafür gar keine Bilder machen, zum Beispiel bei der Ausstellung zum Essen oder zu den verschiedenen Ghibli-Filmen.

    Nachdem wir alles gesehen haben, gehen wir erst einmal ins Café, um uns zu stärken. Danach wollen wir noch ins Valley of Witches. Dieser Bereich ist komplett den magischen Welten aus Kiki's Delivery Service, Howl's Moving Castle und Earwig and the Witch gewidmet. Überall stehen europäisch wirkende Häuser, kleine Gassen und riesige Filmkulissen. Dort gibt es unter anderem Howls Schloss, Kikis Elternhaus, kleine Läden, Restaurants und sogar echte Fahrgeschäfte.

    Hier kommen wir mit unseren Tickets zwar rein, aber für die einzelnen Häuser braucht man wieder separate Karten.

    Wir entscheiden uns dafür, noch Tickets für Kikis Haus zu kaufen. Ein absolutes Highlight. Das Haus ist wunderschön und steckt voller Details. Alles ist liebevoll eingerichtet und wirkt, als wäre Kiki gerade erst kurz rausgegangen. Überall stehen kleine Gegenstände herum, Bücher liegen offen auf den Tischen und selbst die Küche sieht aus, als würde dort wirklich jemand wohnen.

    Als wir gerade gehen wollen, zieht ein großes Gewitter auf. Wir werden gebeten, zurück ins Haus zu gehen. Ein absoluter Glücksfall. Plötzlich dürfen wir nicht nur alles anschauen, sondern auch richtig stöbern. Wir werden sogar dazu ermutigt, Schränke zu öffnen und in Schubladen zu schauen. Die Details verstecken sich nämlich nicht nur offen im Raum, sondern auch hinter Türen und in den kleinsten Ecken.

    Das Gewitter ist vorüber und wir gehen noch in Kikis Bäckerei. Verrückterweise kann man dort tatsächlich echtes Brot kaufen. Wenn man reinkommt riecht alles nach frischem Gebäck. Es fühlt sich total absurd an, plötzlich mitten in dieser Filmwelt zu stehen und dort wirklich etwas zu kaufen zu können.

    Natürlich landen wir danach auch noch im Souvenirshop vom Valley. Und leider ist der wirklich gefährlich. Überall stehen liebevoll gestaltete Figuren, Plüschtiere und Kleinigkeiten aus den Filmen herum. Man nimmt ständig irgendwas in die Hand und denkt sich: „Ach komm, das noch.“

    Was für ein Tag und was für ein Erlebnis.

    Wir sind durch! Die Füße Schmerzen, der Magen knurrt und weil man hier immer sehr weit laufen muss, bestellen wir im Restaurant auf dem Weg zum Airbnb Essen to go - uns starren entgeistert Gesichter an und es wird einmal laut durch den ganzen Laden diskutiert. Dann bestellen wir noch zwei Lemon Sour zum gleich trinken. "Mit Alkohol?" Werden wir gefragt. "Natürlich!" Ist unsere Antwort. Kurz nachdem die Getränke auf dem Tisch stehen, kommt auch schon das Essen in "improvisierten" To-Go-Boxen. Wir stürzen die Drinks runter und werden wieder ungläubig angestarrt. Wir lachen, die Mitarbeiter lachen. Wir springen auf und stürmen aus dem Restaurant, um noch die letzten 12 Minuten Fußweg zu schaffen. Wir haben richtig Hunger!
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