• Playa San Luis 🌴

    Jul 26–28, 2025 in Colombia ⋅ 🌬 30 °C

    Ich hatte noch 2 weitere Tage auf San Andrés. Heute ist Samstag und leider zeigt sich das Wetter nicht von seiner besten Seite. In der Nacht und am frühen Morgen regnete es stark und anhaltend und es wehte eine steife Brise. Infolgedessen blieb ich am Vormittag in meiner Ferienwohnung, telefonierte und schrieb an meinem Reiseblog. Als der Himmel endlich aufklarte und es draußen trockener wurde, lief ich zur Bushaltestelle. In der Regel funktioniert es auf San Andrés so, dass man sich an die Straße stellt und den Bus per Handzeichen anhält. Ich musste nicht lange warten, saß im Bus und bezahlte die üblichen COP 5000, was etwa einem Euro entspricht, für die Fahrt. Es sollte wieder Richtung Playa St. Luis gehen. Da es mittlerweile schon nach 13 Uhr war, entschied ich mich, in Freetown, einem Aussichtspunkt, der sich kurz vor dem Ort San Luis befindet, auszusteigen und ein Strandrestaurant anzusteuern. Es gab Fisch, Coconut-Rice, Patacones, und eine kleine Salatbeilage. Nach dem Essen lief ich Richtung San Luis town, in der Hoffnung nach dem Ort einen ruhigen Strand zu finden. Diese waren aber ewig weit entfernt, zudem war es plötzlich wieder unerträglich heiß. Ich kehrte um und hoffte, schnell wieder in einem Bus sitzen zu können. Dieser kam leider nicht. Ich entschied mich, ein Mototaxi anzuhalten und das war ein Fehler. Der Fahrer war ein spanischsprachiger Einheimischer, der mich mit Fragen löcherte. Als mir die Fragerei nach einer Weile zu viel wurde, bat ich ihn anzuhalten, was er glücklicherweise auch tat, mir aber noch Massagen und verschiedene andere „Annehmlichkeiten“ anbot. Ich lehnte dankend ab 😳, aber der Typ redete immer noch unaufhörlich weiter. Endlich kam ein Bus, der mich für die üblichen COP 5000 ins Zentrum zurückbrachte. Es war ein kurzer, aber intensiver Ausflugstag. Ich freute mich auf Ruhe und Erholung in meinen eigenen 4 Wänden.

    Heute ist Sonntag und bereits mein letzter Tag auf San Andrés. Die Zeit vergeht auch in der Karibik viel zu schnell. Das Wetter zeigt sich heute freundlicher als gestern, so dass ich etwas früher aufbrechen konnte. Heute wollte ich mich etwas treiben lassen, mich in den Bus setzen und mal schauen, an welchem Ort sich das Aussteigen lohnen würde. Wie gestern ging es Richtung Süden nach San Luis. Ich blieb diesmal länger im Bus und schaute mir zuerst den gesamten Küstenstreifen an. Am südlichsten Punkt der Insel entschied ich mich für den Ausstieg. An diesem Ort herrschte reges Treiben. Ich war bei den sprudelnden Löchern, auch bekannt als "El Hoyo Soplador", angekommen. Dies bedeutet auf Deutsch "das blasende Loch.“ Hierbei handelt sich um eine natürliche Gegebenheit, bei der Wasser vom Meer aus kommend durch unterirdische Tunnel nach oben gedrückt wird und einen Wasserstrahl erzeugt. Manchmal kam durch das Loch nur wenig Wasser, manchmal ganze Fontänen. Die kolumbianischen Touristen ließen sich natürlich wie wild fotografieren 📸. Nachdem ich mir dieses Naturspektakel angeschaut hatte, setzte ich mich nochmals in den Bus und hoffte, dass dieser an der Westküste in Richtung Zentrum zurückfahren würde. Bisher war ich nur an der Ostküste unterwegs gewesen. Dem war leider nichts so, d.h. ich fuhr praktisch im Kreis wieder zurück an den Playa St. Luis und entschied mich, mir ein schönes Plätzchen zum entspannen zu suchen. Das funktionierte bestens. Ich fand einen Strandabschnitt, an dem eine junge lokale Familie eine Tür zum Meer, Holzbänke und eine Terrasse mit Hängematten gebaut hatten. Auf der anderen Straßenseite betrieben sie auf dem eigenen Grundstück eine kleine Bar. Essen gab aus auf Nachfrage. Es war so ein schöner und friedlicher Ort. Die paar wenigen Badegäste waren Insulaner, die den Sonntag mit den Kindern am Strand verbrachten. Der Barbesitzer war sehr bemüht, es allen recht zu machen. Seine Frau bereitete mir neben dem Barbetrieb 2 Fischsteaks mit unendlich leckeren Patacones (gebratene Kochbananenscheiben) zu, dazu gab es ein Andina, für mich das beste Bier Kolumbiens. Als es am Strand immer schattiger wurde, entschied ich mich, den Rückweg anzutreten. Ich plauderte noch kurz mit dem jungen Paar und verpasste derweil 2 Busse. Das war fatal, denn am Sonntag fuhren diese sehr unregelmäßig. Hmmm 😕. In der kommenden Stunde fuhr in meiner Richtung keiner mehr. Ich lief bei schweißtreibenden Temperaturen zu Fuß bis nach San Luis town und wartete hier geduldig auf den Weitertransport. Nach der gestrigen Erfahrung mit dem Mopedtaxifahrer wollte ich Taxifahren erstmal vermeiden. Im völlig überfüllten Bus ging es am späten Nachmittag zurück ins Zentrum.

    Am Abend bereitete ich mich auf die Weiterreise zur Nachbarinsel Providencia vor. Per Flugzeug sollte es am Montagmorgen weitergehen.
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