• Grasbäume und der Nambung Nationalpark

    September 9 in Australia ⋅ 🌬 21 °C

    Der Tag ist noch lange nicht zu Ende, wir sind weiter auf dem Indian-Ocean-Drive an der Küstenlinie unterwegs. Wir sehen das Meer, weiße Dünen im Landesinneren und jede Menge sogenannter Grasbäume. Früher „Black Boys“ genannt, zählen sie zu der typisch australischen Vegetation. Der Stamm übersteht jedes Buschfeuer, das Gras darauf wächst wieder nach. Von einem Parkplatz aus, laufe ich durch diese, uns völlig unbekannte eigentümliche Botanik. Unglaublich was die Natur so hervorbringt.
    Unterwegs gibt’s auch noch fotogene „Caution Wildlife“ Warnschilder.
    Darauf abgebildet sind das Känguru, der Emu und der Schnabeligel.

    Kurz vor Cervantes, unserem nächsten Ziel, biegen wir ab in der Nambung Nationalpark. Es stand noch ein besonderes Highlight auf dem Programm:
    die Pinnacles!
    Rund 200 Kilometer nördlich von Perth ragt hier eine der skurrilsten Landschaften Australiens aus dem Boden.
    Mitten in einer weiten Wüste aus feinstem, gelbem Quarzsand stehen tausende von bizarren Kalksteinsäulen. Manche sind nur fingerhoch, andere ragen bis zu vier Meter in den Himmel. Das Ganze wirkt absolut surreal – fast wie eine Kulisse aus einem Science-Fiction-Film oder eine raue Mondlandschaft direkt an der Küste Westaustraliens.
    Wie sind diese Säulen entstanden? Die Geschichte hinter den Pinnacles reicht ca. 25.000 bis 50.000 Jahren zurück. Damals zog sich das Meer aus dieser Region zurück und hinterließ riesige Mengen an Muschelresten und Kalkablagerungen. Über die Jahrtausende hinweg setzten sich Quarzsand und Pflanzenerosion darüber. Regen wusch den Kalk tiefer in den Boden, wo er sich verfestigte. Schließlich trug der Wind den weichen Sand an der Oberfläche wieder ab – und legte die versteinerten Pfeiler frei, die wir heute bestaunen können.
    Das Coole hier ist, dass man die Wüste auf verschiedene Arten erkunden kann. Es gibt einen markierten Fz-Rundweg (den Pinnacles Desert Drive), den man im Schritttempo mit dem Auto abfahren kann. Wir sind aber zu Fuß losgezogen, um ganz nah an die rauen Säulen heranzukommen.
    Unser Campingplatz in Cervantes liegt direkt am Strand.
    Passend zu diesem geilen Tag gibt es einen eben solchen Sonnenuntergang.
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