Vom roten Broome zum wilden Mary River
Sep 24–25 in Australia ⋅ ☀️ 36 °C
……also sozusagen von der Wüste in die Wildnis.
Erneut surren die Reifen auf dem Asphalt, während die rote Erde der Kimberley-Region langsam im Rückspiegel verschwindet. Hinter uns liegt Broome mit seinen endlosen weißen Sandstränden, vor uns das pure Abenteuer. Wir tauschen die Zivilisation wieder gegen die unendliche Weite des Outbacks ein und kommen über den Great Northern Highway in Richtung des Northern Territory.
Wir lassen uns auf unserer heutigen 540 Kilometer langen Etappe von Musik aus den 70zigern und einem Hörbuch des amerikanischen Thriller-Schriftstellers Lee Child begleiten. 20 spannende Kurzgeschichten! Der längste Streckenabschnitt der Reise wird kurzweilig. 😉
Unser Weg führt uns vorbei an gigantischen Road Trains und für einen schnellen Kaffee zum kultigen Willare Bridge Roadhouse. Kurz vor Derby wartet Geschichte zum Anfassen.
Der mächtige, 1.500 Jahre alte Boab Prison Tree, um dessen gewaltigen Stamm sich düstere Outback-Legenden ranken. Er hat einen Umfang von 14 Metern. In seinem Hohlraum sollen Ende des 19. Jh. Aborigines „verwahrt“ worden sein.
Diesen „ Flaschenbäume“ begegnen wir auf der gesamten Strecke, mal mit dünneren Stämmen, in denen das Wasser gesammelt wird, mal gewaltig mit spektakulärem Umfang.
Schließlich überqueren wir die Fitzroy River Bridge und lassen das trockene Outback hinter uns. Jeder Kilometer fühlt sich an wie ein neues Kapitel in einem Buch, das man nicht weglegen möchte. Manchmal kommst du dir am Steuer vor, als würde das Fahrzeug stehen und nur die Landschaft wird daran vorbeigezogen, wie früher in den alten Stummfilmen. Schnurgerade Straßen, Tempomat und das Steuer leicht umfasst. So geht es Kilometer um Kilometer. Irgendwie unwirklich, aber sehr entspannend.
Und jetzt sind wir fast da. Unser Ziel für heute ist ein einfaches Buschcamp direkt am Ufer des legendären Mary River.
Die trockene Savanne weicht plötzlich einer fast schon unwirklich grünen Oase.
Wir sind heute die letzten die mit dem letzten Sonnenlicht ankommen. Auch mal eine neue Erfahrung, im Licht der untergehenden Sonne, die der Landschaft eine eigene leuchtende Farbe verleiht, dahin zu gleiten. Als wir den Motor abstellen, drückt uns die tropische Hitze entgegen – und eine ohrenbetäubende Geräuschkulisse, die uns sofort Gänsehaut verpasst. Das laute Lachen der wilden Vögel und das Summen der Wildnis. Es riecht nach Eukalyptus. Kein Wunder, das Buschcamp ist voll davon. Morgen geht das Abenteuer weiter Richtung Kununurra, aber diese Nacht im Busch genießen wir, sitzen noch lange draußen bei Rotwein und Gesprächen, sehen das Sternbild „Kreuz des Südens“ hinter Wolken verschwinden. Der Mond leuchtet hell. Ob er uns zuhört?Read more


































