Auf dem Stuart Highway nach Wauchope
October 6 in Australia
🌬 32 °C
Wir sind weiter unterwegs auf dem Stuart Highway – und inzwischen fühlt es sich ein bißchen wie Heimat an. Denn diese legendäre Straße werden wir tatsächlich einmal komplett befahren: vom tropischen Darwin im Norden bis hinunter Richtung Süden nach Alice Springs. Rund 2.700 Kilometer liegen zwischen Port Augusta und Darwin – eine Straße, die Australien mitten durch das rote Herz des Kontinents teilt. Benannt ist sie nach dem Entdecker John McDouall Stuart, der 1862 als Erster erfolgreich Australien von Süden nach Norden durchquerte. Mit unserem spannenden Hörbuch: „Alles wird Asche“ von Nele Neuhaus geht es flott voran. 😅
Heute geht es Richtung Wauchope. Unser nächster besonderer Halt ist das John Flynn Memorial. Flynn war der Mann mit der großen Vision: „Niemand, der draußen im abgelegenen Outback lebt, sollte im Notfall ohne medizinische Hilfe sein“.
Aus dieser Idee entstand der Flying Doctor Service. 1928 startete in Cloncurry der erste offizielle Flug – zunächst wurden im ersten Jahr 26 entlegene Orte angeflogen und 225 Patienten behandelt. Später kam das von Alfred Traeger entwickelte Pedal-Funkgerät dazu und machte es möglich, auch aus der größten Einsamkeit Hilfe zu rufen.
Unweit von Tennant Creek erinnert ein kleines Memorial an John Flynn. Ein besonderer Gedanke, wenn man hier durch diese endlose Weite fährt: Genau diese scheinbar grenzenlose Einsamkeit war es, die Flynn nicht als unüberwindbares Hindernis akzeptieren wollte.
Dann erreichen wir Tennant Creek, eine Stadt, die eng mit dem Goldrausch der 1930er-Jahre verbunden ist. Und von hier sind es noch etwa 100 Kilometer bis zu unserem nächsten Höhepunkt: Karlu Karlu – den Devils Marbles.
Schon von weitem tauchen die riesigen, rotbraunen Granitkugeln vor uns auf. Manche liegen scheinbar völlig unmöglich übereinander, andere sind sauber geteilt, als hätte jemand mit einem riesigen Messer angesetzt. Ihr Aboriginal-Name Karlu Karlu bedeutet „runde Felsen“.
Und natürlich gibt es auch hier eine Geschichte aus der Traumzeit: Einer Überlieferung nach sollen die mächtigen runden Steine die Eier der Regenbogenschlange sein. Sie gilt in vielen Aboriginal-Traditionen als eine der großen Schöpferinnen, die das Land formte und Flüsse, Berge und Wasserlöcher entstehen ließ. So bekommen die gewaltigen Felskugeln für uns noch einmal eine ganz andere Bedeutung – nicht nur faszinierende Natur, sondern Teil einer uralten Geschichte, die seit Generationen weitergegeben wird.
Eine weitere überlieferte Geschichte erzählt von Arranji, einem spirituellen Wesen, das durch dieses Gebiet wanderte. Die Haarstränge, die er bei seinen Zeremonien zwischen den Händen drehte, ließ er zu Boden fallen – und daraus sollen die Karlu Karlu entstanden sein. Noch heute soll der Geist von Arranji in den beiden markanten Hügeln östlich des Reservats ruhen.
Zwei Geschichten, ein Ort – und wir stehen mittendrin zwischen diesen gewaltigen roten Felsen.
Am späten Nachmittag fahren wir nochmal hin und genießen die untergehende Sonne, die diesen gewaltigen Felsen ein besonderes Rot verleiht und schauen auf eine Landschaft, die gleichzeitig spektakulär, geheimnisvoll und voller Geschichten ist. Der Stuart Highway bringt uns weiter nach Wauchope – aber Karlu Karlu bleibt heute ganz sicher als einer dieser besonderen Orte unserer Australienreise im Gedächtnis.Read more
































Traveler
Welche Urgewalten getobt haben müssen, um die Felsen, die aussehen wie Kartoffeln, zu spalten...
Traveler
Der absolute Wahnsinn...
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Wow 👍