Freiluft-Rolltreppen, singende Aufzüge, 200 Gipfel
October 30 in Spain
☀️ 19 °C
Dritte Woche NomadenTour 5.0, und wir sind auf unseren eigenen Spuren unterwegs. Über fünf Jahre ist es her, dass wir hier schon einmal waren: Santander, Kantabrien, Picos de Europa. Damals noch Frischlinge, heute Profis im Zickzackkurs. Fünf Jahre quer durch Europa, und wir landen wieder dort, wo es sich so gut angefühlt hat. Back to the roots, nur mit mehr Kilometern auf dem Tacho und weniger Ahnung, wo wir morgen schlafen. 🚐
Santander ist eine Großstadt mit fast 200.000 Einwohnern, liegt direkt am Meer und hat trotzdem mehr Hügel, als man bei einem Strandurlaub erwartet. Man läuft ständig bergauf und bergab. Die Stadt weiß das und hat die Lösung gebaut: Rolltreppen im Freien, genau dort, wo es richtig steil wird. Eine Stadt, die versteht, dass man nach der dritten Caña, dem kleinen frisch gezapften Bierchen, nicht mehr in Wanderstimmung ist. 🍺
Das größte Highlight war aber der singende Fahrstuhl im Centro Botín, einem futuristischen Gebäude für moderne Kunst direkt am Meer. Der Aufzug bringt einen aufs Dach, wo eine wunderbare Aussicht über Santander wartet. Dazu singt beim Hochfahren eine Stimme, die mit jedem Stockwerk höher wird. Fährt man runter, wird sie wieder tiefer. Als Musiker fühlten wir uns sofort angesprochen. Wir haben kurz überlegt, die Stimme in unser nächstes Konzertprogramm einzubauen. 🎺🎷
Überhaupt ist die ganze Stadt ein bisschen kurios: alt und modern, Tür an Tür. Dazu lange Strände, die auch im Herbst sportlich genutzt werden. Während wir nur zuschauen, wird gejoggt, gepaddelt und gekickt. Uns reicht das Zuschauen völlig, das ist anstrengend genug. 🫣
Dann der große Kontrast: Von der Atlantikküste ging es ins Landesinnere, in den Nationalpark Picos de Europa, nach Potes. Auf der einen Seite die Großstadt am Meer, auf der anderen ein kleines Dorf mit schönen alten Gemäuern, das gerade mal ein Prozent der Einwohner von Santander hat und sich trotzdem anfühlt wie eine Metropole. Wir dachten an Natur, Ruhe und Kuhglocken. Gefunden haben wir Souvenirläden, Verkehr und Touristenmassen, durch die man sich quetscht, immer in der Hoffnung, nicht überfahren zu werden. In der Großstadt Santander war es deutlich entspannter. Offenbar sind wir mit unserem Geheimtipp nicht allein, denn die Picos de Europa sind bei Urlaubern aus dem Ausland genauso beliebt wie bei den Spaniern selbst. Kein Wunder: Auf engstem Raum stehen hier rund 200 Gipfel mit über 2000 Metern Höhe, der höchste ist der Torre de Cerredo mit rund 2650 Metern. Wir haben ihn ehrfürchtig bewundert, und zwar vom Tourbus aus, denn der steht bekanntlich auf Meereshöhe am liebsten. Wir bleiben bei unserem Bus und erobern Gipfel nur mit dem Blick. 😉
Zurück zum Zickzackkurs: Den fahren wir kreuz und quer durch Kantabrien, und hier können wir uns das auch leisten. Während die Menschen in Deutschland bei Dieselpreisen weit jenseits der 2-Euro-Marke zu Recht stöhnen, liegt der Preis hier bei rund 1,70 Euro. Die Tankstellen-Konzerte mit Hutkasse aus Frankreich können wir uns also vorerst sparen. Das Navi hat zwar längst aufgegeben, unser Tank aber noch lange nicht. ⛽
Fünf Jahre später ist vieles anders und manches doch erstaunlich vertraut. Das Beste am Wiederkommen: Man weiß, was einen erwartet, und wird trotzdem überrascht. Zum Beispiel von einem Aufzug, der singt. 🙃
¡Hasta pronto, aus den Bergen! 🌻Read more
















