• Ein Camper-Problem, das keiner im Reiseführer findet: die Platzwahl für die Nacht. Wir informieren uns vorher brav per App, und trotzdem bleibt es eine Gratwanderung.
    Variante eins: ein Platz nur für Camper. Obwohl locker genug Fläche da wäre, kuscheln sich die Neuankömmlinge gerne ganz eng an uns heran. Warum, wissen wir nicht. Angst vor der Dunkelheit? Wärmebedarf? Uns ist es meistens zu eng. Wir mögen Nähe, aber bitte mit Sicherheitsabstand. 😄
    Variante zwei: ein Platz, wo auch zusätzlich PKWs stehen. Das ist eigentlich gar nicht schlecht, denn ein kleines Auto neben uns heißt: Der Fahrer geht nach Hause, und kein Großer kann sich danebenkuscheln. Soweit die Theorie.
    Die Praxis kam heute Nacht um 2:30 Uhr. Der Platz neben uns war frei, der Rest gut besetzt. Dann rollte ein Auto an, und plötzlich wummerten die Bässe durch die Nacht. Bum, bum, bumbum, bum. Ich schob das Plissé ein Stück nach unten und lugte durch den Sehschlitz: Nebenan war Hochbetrieb. Der Kleinwagen wackelte im Takt, die Scheiben beschlugen, und es war klar, dass hier gerade ernsthaft geheizt wurde, bei unter 5 Grad draußen. Respekt für den Einsatz, auch wenn man sich fragt, ob es auf der Welt kein wärmeres Plätzchen gibt. 🥶
    Wir spielen unsere Konzertprogramme unverstärkt, die beiden nebenan dagegen mit Subwoofer. Das Publikum, also wir und der halbe Parkplatz, hatte keine Chance wegzuhören. Nach ein paar Minuten Zuhören war mir klar: Das muss nicht mit Bässen sein. Also bin ich raus und habe ans Fenster geklopft. Mein erster Einsatz als Platzwart, um halb drei Uhr nachts und im Schlafanzug. 🕺🫣😎
    Die beiden waren erschrocken, und das kann ich verstehen: Wer will schon mitten im Crescendo unterbrochen werden? Ich habe höflich um Zimmerlautstärke gebeten, und sie haben ihre "Beschäftigung" tatsächlich leiser fortgesetzt. Danke dafür. Nach rund anderthalb Stunden fuhren sie davon. Das war nicht nur ein Konzert, das war ein Abendprogramm mit Zugabe. Ausdauer hatten sie, das muss man ihnen lassen. 😏 Am nächsten Morgen bedankten sich die Nachbarcamper bei mir. Man ist halt manchmal der Held des Platzes, ohne es zu wollen. 💪
    Unser Fazit: Liebe darf sein, überall, aber bitte im Piano statt im Fortissimo. Und falls ihr nachts ein Auto neben unserem Tourbus parkt: Wir sind Musiker und wissen, wann ein Stück zu laut gespielt wird. ☺️
    ¡Hasta la próxima!
    Y en el futuro: Amor sí, Subwoofer no. 🌻
    Read more