Hochbetrieb nebenan: Wie ich zum Platzwart wurde😉
Today in Spain
☀️ 17 °C
Ein Camper-Problem, das keiner im Reiseführer findet: die Platzwahl für die Nacht. Wir informieren uns vorher brav per App, und trotzdem bleibt es eine Gratwanderung.
Variante eins: ein Platz nur für Camper. Obwohl locker genug Fläche da wäre, kuscheln sich die Neuankömmlinge gerne ganz eng an uns heran. Warum, wissen wir nicht. Angst vor der Dunkelheit? Wärmebedarf? Uns ist es meistens zu eng. Wir mögen Nähe, aber bitte mit Sicherheitsabstand. 😄
Variante zwei: ein Platz, wo auch zusätzlich PKWs stehen. Das ist eigentlich gar nicht schlecht, denn ein kleines Auto neben uns heißt: Der Fahrer geht nach Hause, und kein Großer kann sich danebenkuscheln. Soweit die Theorie.
Die Praxis kam heute Nacht um 2:30 Uhr. Der Platz neben uns war frei, der Rest gut besetzt. Dann rollte ein Auto an, und plötzlich wummerten die Bässe durch die Nacht. Bum, bum, bumbum, bum. Ich schob das Plissé ein Stück nach unten und lugte durch den Sehschlitz: Nebenan war Hochbetrieb. Der Kleinwagen wackelte im Takt, die Scheiben beschlugen, und es war klar, dass hier gerade ernsthaft geheizt wurde, bei unter 5 Grad draußen. Respekt für den Einsatz, auch wenn man sich fragt, ob es auf der Welt kein wärmeres Plätzchen gibt. 🥶
Wir spielen unsere Konzertprogramme unverstärkt, die beiden nebenan dagegen mit Subwoofer. Das Publikum, also wir und der halbe Parkplatz, hatte keine Chance wegzuhören. Nach ein paar Minuten Zuhören war mir klar: Das muss nicht mit Bässen sein. Also bin ich raus und habe ans Fenster geklopft. Mein erster Einsatz als Platzwart, um halb drei Uhr nachts und im Schlafanzug. 🕺🫣😎
Die beiden waren erschrocken, und das kann ich verstehen: Wer will schon mitten im Crescendo unterbrochen werden? Ich habe höflich um Zimmerlautstärke gebeten, und sie haben ihre "Beschäftigung" tatsächlich leiser fortgesetzt. Danke dafür. Nach rund anderthalb Stunden fuhren sie davon. Das war nicht nur ein Konzert, das war ein Abendprogramm mit Zugabe. Ausdauer hatten sie, das muss man ihnen lassen. 😏 Am nächsten Morgen bedankten sich die Nachbarcamper bei mir. Man ist halt manchmal der Held des Platzes, ohne es zu wollen. 💪
Unser Fazit: Liebe darf sein, überall, aber bitte im Piano statt im Fortissimo. Und falls ihr nachts ein Auto neben unserem Tourbus parkt: Wir sind Musiker und wissen, wann ein Stück zu laut gespielt wird. ☺️
¡Hasta la próxima!
Y en el futuro: Amor sí, Subwoofer no. 🌻Read more
Freiluft-Rolltreppen, singende Aufzüge, 200 Gipfel
October 30 in Spain
☀️ 19 °C
Dritte Woche NomadenTour 5.0, und wir sind auf unseren eigenen Spuren unterwegs. Über fünf Jahre ist es her, dass wir hier schon einmal waren: Santander, Kantabrien, Picos de Europa. Damals noch Frischlinge, heute Profis im Zickzackkurs. Fünf Jahre quer durch Europa, und wir landen wieder dort, wo es sich so gut angefühlt hat. Back to the roots, nur mit mehr Kilometern auf dem Tacho und weniger Ahnung, wo wir morgen schlafen. 🚐
Santander ist eine Großstadt mit fast 200.000 Einwohnern, liegt direkt am Meer und hat trotzdem mehr Hügel, als man bei einem Strandurlaub erwartet. Man läuft ständig bergauf und bergab. Die Stadt weiß das und hat die Lösung gebaut: Rolltreppen im Freien, genau dort, wo es richtig steil wird. Eine Stadt, die versteht, dass man nach der dritten Caña, dem kleinen frisch gezapften Bierchen, nicht mehr in Wanderstimmung ist. 🍺
Das größte Highlight war aber der singende Fahrstuhl im Centro Botín, einem futuristischen Gebäude für moderne Kunst direkt am Meer. Der Aufzug bringt einen aufs Dach, wo eine wunderbare Aussicht über Santander wartet. Dazu singt beim Hochfahren eine Stimme, die mit jedem Stockwerk höher wird. Fährt man runter, wird sie wieder tiefer. Als Musiker fühlten wir uns sofort angesprochen. Wir haben kurz überlegt, die Stimme in unser nächstes Konzertprogramm einzubauen. 🎺🎷
Überhaupt ist die ganze Stadt ein bisschen kurios: alt und modern, Tür an Tür. Dazu lange Strände, die auch im Herbst sportlich genutzt werden. Während wir nur zuschauen, wird gejoggt, gepaddelt und gekickt. Uns reicht das Zuschauen völlig, das ist anstrengend genug. 🫣
Dann der große Kontrast: Von der Atlantikküste ging es ins Landesinnere, in den Nationalpark Picos de Europa, nach Potes. Auf der einen Seite die Großstadt am Meer, auf der anderen ein kleines Dorf mit schönen alten Gemäuern, das gerade mal ein Prozent der Einwohner von Santander hat und sich trotzdem anfühlt wie eine Metropole. Wir dachten an Natur, Ruhe und Kuhglocken. Gefunden haben wir Souvenirläden, Verkehr und Touristenmassen, durch die man sich quetscht, immer in der Hoffnung, nicht überfahren zu werden. In der Großstadt Santander war es deutlich entspannter. Offenbar sind wir mit unserem Geheimtipp nicht allein, denn die Picos de Europa sind bei Urlaubern aus dem Ausland genauso beliebt wie bei den Spaniern selbst. Kein Wunder: Auf engstem Raum stehen hier rund 200 Gipfel mit über 2000 Metern Höhe, der höchste ist der Torre de Cerredo mit rund 2650 Metern. Wir haben ihn ehrfürchtig bewundert, und zwar vom Tourbus aus, denn der steht bekanntlich auf Meereshöhe am liebsten. Wir bleiben bei unserem Bus und erobern Gipfel nur mit dem Blick. 😉
Zurück zum Zickzackkurs: Den fahren wir kreuz und quer durch Kantabrien, und hier können wir uns das auch leisten. Während die Menschen in Deutschland bei Dieselpreisen weit jenseits der 2-Euro-Marke zu Recht stöhnen, liegt der Preis hier bei rund 1,70 Euro. Die Tankstellen-Konzerte mit Hutkasse aus Frankreich können wir uns also vorerst sparen. Das Navi hat zwar längst aufgegeben, unser Tank aber noch lange nicht. ⛽
Fünf Jahre später ist vieles anders und manches doch erstaunlich vertraut. Das Beste am Wiederkommen: Man weiß, was einen erwartet, und wird trotzdem überrascht. Zum Beispiel von einem Aufzug, der singt. 🙃
¡Hasta pronto, aus den Bergen! 🌻Read more
Von Stieren, Müllhaken und Meeeeehr
October 23 in Spain
⛅ 19 °C
Navarra, Baskenland, Kantabrien: Von Stieren, Müllhaken und Meeeeehr ☺️
Zwei Wochen NomadenTour 5.0, und wir haben die Grenze nach Spanien geschafft! Erste Station: Pamplona in Navarra. Berühmt ist die Stadt für das Stiertreiben beim Fest Sanfermines, bei dem einmal im Jahr Menschen freiwillig vor tonnenschweren Rindviechern durch die Gassen rennen. Wir sind keine Fans dieser Stierspektakel, und die Stiere vermutlich auch nicht. Aber als Gäste verkneifen wir uns den Lehrmeister, das Mitrennen sowieso. Und dann die Arena. Wir erwähnen sie nur, weil man sie schlicht nicht übersehen kann: eine der größten Stierkampfarenen der Welt, in einer Stadt mit nur rund 200.000 Einwohnern. Hier hat offenbar niemand gefragt, ob es auch eine Nummer kleiner geht. Schon Hemingway war so beeindruckt, dass er sie in seinem berühmten Roman „Fiesta" verewigt hat. Wir waren im Herbst da, also ohne Stiere. Gerannt sind wir trotzdem: auf der Suche nach einem Parkplatz für unseren Tourbus. Das war mindestens genauso aufregend. 🐂
Weiter ging es ins Baskenland, genauer gesagt nach Oñati. Hübscher Ort, aber mit einer Besonderheit, die uns sofort aufgefallen ist: dem Müllsystem. Auf den Bürgersteigen stehen Stangen mit gut einem Dutzend Haken, und jeder Haken hat einen Strichcode. Darüber wird er genau einem Haushalt zugeordnet. Montags hängt dort die Restmülltüte, dienstags der Komposteimer, und so weiter. Ein Kleiderständer für Abfall, quasi die Garderobe der Müllabfuhr. Praktisch ist das bestimmt, schön eher weniger: Das Stadtbild hat durch die Haken-Wälder doch ein bisschen gelitten. Wir wissen jetzt jedenfalls, dass auch Müll in Oñati einen festen Platz in der Gesellschaft hat. 🚮
Und dann endlich: der Atlantik! In Kantabrien liegt Laredo, eine kleine Stadt mit einer unfassbar langen Strandpromenade. Im Sommer soll hier der Teufel los sein, jetzt im Herbst ist es herrlich ruhig. Wir haben die Promenade fast für uns allein und fühlen uns wie die Ehrengäste einer Veranstaltung, zu der sonst niemand gekommen ist.
Was uns in den letzten Tagen hier in Spanien außerdem aufgefallen ist: Viele der kleinen Bars werden inzwischen von asiatischen Familien geführt. Der Kaffee kommt pronto, die Bestellung stimmt, alles läuft wie am Schnürchen. Nur das Temperament ist ein anderes. Wer den lauten, herzlichen Plausch mit dem spanischen Wirt gewohnt ist, bekommt hier Service im Understatement-Modus: stets aufmerksam, perfekt organisiert, aber ohne große Gesten. Man wird bedient wie vom Autopiloten der Gastronomie: freundlich, fehlerfrei und ohne einen Hauch von Drama.
Dazu kommt: Unser rudimentäres Spanisch kapituliert hier gleich doppelt. Die Betreiber sprechen sehr gut Spanisch, nur mit ganz anderem Tonfall und anderer Aussprache, und wir verstehen sie noch schwerer als die Einheimischen. Die sind ja eigentlich bekannt dafür, so schnell zu reden, dass man kaum hinterherkommt. Vermutlich liegt es an uns, die Betreiber müssen sich schließlich täglich im Spanischen behaupten, und wir bestellen weiter mit Händen, Füßen und einem möglichst breiten Lächeln. Vielleicht steckt es ja an. 😄
Morgen geht es weiter nach Santander, immer die Küste entlang. Bis Porto sind es nur noch 800 Kilometer, zumindest für Menschen im Geradeausfahrmodus. Bei unserem Schneckentempo und Zickzackkurs werden daraus aber locker 1600 km. Das Navi hat uns schon aufgegeben, wir uns noch lange nicht. 🐌🚐
¡Hasta pronto, vom Meer! 🌻Read more

TravelerHallo ihr zwei Lieben, habe euch gerade auf fp gefunden. Wir sind hier auch unterwegs. Seit 01.07. bin ich in Rente nach 48 Berufsjahren, Uwe muss jedoch noch ein bisschen arbeiten. Genießt eure Tour und viel Erfolg bei euren Konzerten. Vielleicht klappt es ja mal mit einem Treffen wenn ihr wieder zurück seid. Ganz liebe Grüße senden Jutta und Uwe
Baguette statt Bier: Wir sind jetzt Weintrinker 😉
October 16 in France
☀️ 23 °C
Eine Woche NomadenTour 5.0, und Frankreich hat uns schon komplett um den Finger gewickelt. Übernachtungsplatz suchen? Entspannter als ein Sonntag im Liegestuhl. Man fühlt sich als Wohnmobilist hier so willkommen, dass wir kurz überprüft haben, ob wir nicht aus Versehen berühmt geworden sind.
Croissants und Baguette schmecken herrlich und sind hier deutlich günstiger als bei uns in Deutschland. Wir frühstücken jetzt dreimal täglich, rein aus Sparsamkeit. 🥐
Und dann gibt es in Frankreich noch eine Kuriosität, auf die wir uns jedes Mal freuen: den Pizza-Automaten! Pizza auswählen, bezahlen, ein paar Minuten warten, und schon hält man eine richtig leckere, dampfend heiße Pizza in der Hand. Wir wissen nicht, wer das erfunden hat, aber wir würden ihm sofort ein Ständchen spielen. Ein absolutes Must-Have. Das Video dazu seht ihr oben. 🍕
Beim Sprit sind die Preise vielerorts gedeckelt. Klingt gut, heißt aber nur: immer noch astronomisch. Wir überlegen, ob wir an der Tankstelle ein Konzert geben und den Hut rumgehen lassen. 🎺🎷
Und das Bier: 7,50 € für die Halbe! Dafür erwarten wir, dass der Wirt mit uns anstößt und ein Lied dazu singt. Die Konsequenz liegt auf der Hand: Aus uns werden Weintrinker. Wer hätte gedacht, dass eine Preisliste mehr Kultur in unser Leben bringt als jede Weinprobe?
Dazu Sonne, Wärme und null Eile Richtung Spanien. Die Grenze läuft uns schließlich nicht weg. Porto wartet, aber bis dahin trainieren wir fleißig: morgens Croissant-Stemmen, abends Rotwein-Schwenken. Profis eben. 🎺🎷
À bientôt, aus dem Südwesten Frankreichs! 🌻Read more

TravelerEr ist schon ein wenig in die Jahre gekommen 🙃 Überall klappert und scheppert es 🫣😁
Lage ist nicht alles...
October 7 in Germany
☀️ 23 °C
So schön die Lage auch ist, so leicht fällt uns doch die Abreise aus Zellingen. Obgleich man hier überall tolle Möglichkeiten vermutet, hat man aus jeder Parkbucht ein Verbot für Wohnmobile gemacht. Das nervt gewaltig! Doch wo sich eine Tür schließt, öffnet sich eine Straße: Wir lassen das hinter uns und brechen auf zu unserer NomadenTour 5.0 in den Süden. Unsere Route führt uns über Frankreich und Nordspanien nach Portugal, wo wir in Porto unser nächstes Konzert haben 🎺🎷
¡Vamos! 🌻Read more




















































