• Anemurium und die Bananen

    Nov 10–15, 2025 in Turkey ⋅ ☁️ 24 °C

    Zurück auf dem Festland machen wir nur ein paar Kilometer vom Fährhafen entfernt auf einem Campingplatz Halt zum Wäschewaschen. Wäre der Lärm der Straße nicht, ein absoluter Traumplatz. Wir stehen ganz allein direkt am Wasser, werden sofort von den Hofhühnern begutachtet und haben durchweg Gesellschaft durch die Hofkatzen, den Hund, die Hähne oder die Hühner mit ihren Küken. Für den übernächsten Tag ist Regen angesagt, die Wäsche trocknet Gott sei Dank schnell. Es bleibt zunächst aber doch trocken, lediglich Wetterleuchten sehen wir in der Ferne über dem Meer.
    Unser nächstes Ziel ist die antike Stadt Anemurium. Sie bestand aus einer Oberstadt auf dem Kap Anamur und einer Unterstadt mit Theatern, einem Odeon und Bädern. In der Nekropole direkt nebenan stehen an die 350 zweistöckige, tonnengewölbte Gräber. Aufgrund seiner Nähe zu Zypern diente Anemurium vorallem in der Römerzeit als wichtiger Zwischenstopp. Es war über eine Straße mit Germaniopolis, einer der bedeutendsten römischen Städte, verbunden und war eines der wichtigsten Wirtschafts- und Politikzentren in der Region.
    Als wir dort ankommen, sind wir von der Größe des Areals beeindruckt. Auch wenn vieles aufgrund von Erdbeben eingestürzt und zerstört ist, hat man das Gefühl, eine ganze römische Stadt zu sehen. Die Nekropole ist jedoch kaum begehbar, wir krachseln den mit Dornenbüschen bewachsenen Hang hoch. Das es hier einmal Wege gegeben hat, ist kaum vorstellbar. Die Kirchenbauten und Überreste der Stadt selbst sind besser zugänglich, offizielle Wege gibt es aber auch hier nicht. Die einzigen gut restaurierten Bereiche sind jedoch geschlossen. Der Rest wird, wie an vielen archäologischen Stellen in der Türkei, sich selbst überlassen. Wirklich schade, dennoch hat sich der Besuch gelohnt. Wir übernachten in unmittelbarer Nähe am Strand. Dieses Mal zusammen mit ein paar anderen Campern. Rechts von uns liegt die heutige Stadt Anamur, die für ihre Bananenplantagen bekannt ist. Am nächsten Tag fällt uns noch rechtzeitig vor der Weiterfahrt auf, dass die Radmuttern dringend nachgezogen werden müssen. Anschließend geht es dann Richtung Antalya an weiteren unzähligen Bananenplantagen, größtenteils in Gewächshäusern, vorbei. Bis Manavgat erstreckt sich hier der Bananenanbau 200km die Küste der Türkei entlang. Da machen wir doch direkt einmal Halt, um welche zu kaufen. An diesem Tag regnet es dann eine kurze Zeit während der Fahrt. Wir fahren bis zu einem Waldcamping in Avsallar.
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