• earlybird
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Finnischer Meerbusen

A 22-day adventure by earlybird Read more
  • Trip start
    June 25, 2017

    Vorbereitungen

    June 26, 2017 in Germany ⋅ 🌧 15 °C

    Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Tasche ist gepackt. Das Fahrrad ist in der Box verstaut. Morgen geht's mit dem Flieger los nach Estland und in den darauffolgenden zwei Wochen durch Russland und Finnland einmal um den finnischen Meerbusen. Erste Aufregung macht sich breit. Hoffentlich geht alles gut.Read more

  • Flughafen Tegel

    June 26, 2017 in Germany ⋅ ⛅ 18 °C

    Die erste Hürde ist geschafft. Der Morgen war mit ordentlich Stress verbunden. Maddin musste früh noch zu einer Not-Zahn-OP. :-) Zwischendurch haben wir auch sein Rad verpackt. Das Großraumtaxi hatten wir bereits 2 Stunden vorher zu 11 Uhr bestellt. Nur dass die Taxifirma unsere Bestellung vergaß und wir erst eine halbe Stunde später wegkamen. Dank der Fahrleistung des indischen Fahrers waren wir aber pünktlich am Flughafen und checken jetzt ein.Read more

  • Airport Tallinn

    June 26, 2017 in Estonia ⋅ ⛅ 12 °C

    Nach 2 Stunden Flug mit einem super kleinen Flieger sind wir überraschend sanft und entspannt in Tallinn gelandet. Estland begrüßt uns jedoch mit kalten 14 Grad und Regen. An der Gepäckausgabe stellten wir erstmal fest, dass sie unsere Pakete einfach unlieb übers Band transportieren ließen. Dementsprechend sahen die Kartons auch aus. Blieb abzuwarten, ob die Räder und Teile in Ordnung geblieben sind. Wir suchten uns eine ruhige Ecke und fingen an sie zusammen zu bauen. Doch wir waren überrascht. Keine Acht im Vorderrad oder verloren gegangene Teile. Nur Maddin sein eisernes Urgetüm wehrte sich bis aufs letzte, was zu ordentlich Zeitverzug führte. Aber jetzt haben wir es endlich geschafft. Schnell raussuchen, wo unser Hotel ist und dann endlich was futtern.Read more

  • Abendprogramm

    June 26, 2017 in Estonia ⋅ 🌙 11 °C

    Beim abendlichen Spaziergang durch Tallinn stellten wir fest, dass es immer noch sehr hell am Himmel war. Zur weiteren Irritation führte der Umstand, dass es hier bereits eine Stunde später als in Berlin war. Die Restaurants schlossen bereits größtenteils. Wir fanden jedoch noch einen urigen Keller und konnten endlich was Essen. Das Bier dazu schmeckte ebenso. Anschließend stöberten wir noch durch die Altstadt-Idylle und stolperten in eine kleine Kellerbar, wo lauthals Karaoke gesungen wurde. Sehr lustig anzuhören. Aber wir waren doch schon ganzschön Müde und kehrten in unsere Munken-Höle zurück.Read more

  • Energia Café

    June 27, 2017 in Estonia ⋅ ⛅ 14 °C

    Morgenstund hat Gold im Mund. Duschen, Zähne putzen, Wäsche waschen. Da wir in unserem bescheidenen Mauerhaus kein Frühstück bekommen, machten wir uns erstmal auf den Weg und folgten einer Empfehlung der ausliegenden StreetMap zum nahezu ältesten Café in der Stadt. Hier scheint die Zeit echt stehen geblieben zu sein. Das Ambiente erinnert an alte russische Zeiten. Traditionell gibt es hier leckeres Fischbrot zu Ei. Gut gestärkt wollen wir uns nun Tallinn etwas näher anschauen.Read more

  • Sightseeing in Tallinn

    June 27, 2017 in Estonia ⋅ 🌬 13 °C

    Nach dem Frühstück begaben wir uns zur Tourismus Zentrale. Eine geführte Runde mit einem deutschsprachigen Touristenführer hätte uns satte 116 € gekostet. Doch es gab Alternativen. Wir schlossen uns nämlich kurzerhand einer englisch geführten Runde an, welche in 3 Minuten begann und zudem auch noch kostenlos war. Die gute Helene führte unsere Touristengruppe ganze 2 Stunden durch Tallinn. Das waren ganzschön viele Informationen über dieses erst junge Land.

    Das Land hatte viele Einflüsse und war stets von allen baltischen Ländern umkämpft. Sowohl die Dänen, die Deutschen, die Schweden und die Russen buhlten um die Vorherrschaft, bis um 1710 die Russen das Land vollständig eroberten. Die deutsche Sprache war sogar noch bis 1885 Schul- und Behördensprache, bis die russisch-zarische Regierung sie von der russischen Sprache ablöste. Die jungen studierenden Esten wollten jedoch unabhängig werden und schafften dies schlussendlich 1918 in einer Oktoberrevolution während des Zerfalls des russischen Reiches. Im Zuge des Zweiten Weltkrieges und des deutsch-russischen-Nichtanangriffspaktes wurde Estland jedoch wieder zur Sowjetunion annektiert, was auch nach dem Ersten Weltkrieg gegen den Willen der ursprünglichen estnischen Bevölkerung beibehalten wurde. Erst am 30. März 1990 erklärte sich Estland wieder zur unabhängigen Republik. Die Sowjetunion erkannte diese Unabhängigkeit dann im September 1991 an.

    Helen führte uns durch die Stadt an vielen geschichtsträchtige Orten vorbei, bis wir wieder auf dem großen Marktplatz ankamen. Was wir uns auf jeden Fall merken konnten, Estonia is a very nice northern country! With a beautyfull language! Und Tallin ist eine wunderschöne Stadt. Anschließend gab sie uns noch ein paar Tipps für weitere sehenswerte Orte. Also weiter geht die Sightseeing Tour auf eigene Faust.
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  • Sightseeing Teil 2

    June 27, 2017 in Estonia ⋅ 🌬 12 °C

    Nach der ersten Runde durch die Altstadt folgten wir der Empfehlung der Stadtführerin und liefen zum etwas außerhalb gelegenen kleinen Jachthafen von Tallinn. Hier befand sich auch ein altes russisches Gefängnis und ein luftschutzgeschützter Bunkerhafen. An beide kamen wir natürlich nicht ran. Bei den ebenfalls anliegenden Militärschiffen waren wir uns nicht ganz sicher, ob sie Museen sind oder doch jederzeit auslaufen könnten. Vom Pier aus genossen wir den Ausblick auf die Ostsee und die Hafeneinfahrt vor Tallinn. Auf dem Rückweg liefen wir durch das von angesiedelten Briten erschaffene sogenannte "bunte Viertel". Jetzt waren wir noch Verpflegung für den heutigen Abend und die morgige Tour einkaufen. Später bereiten wir schonmal die Taschen für Morgen vor und schauen uns danach noch das U21 EM-Halbfinale an.Read more

  • Dubliner

    June 27, 2017 in Estonia ⋅ ⛅ 11 °C

    Beim Abendessen in der Gemeinschaftsküche trifft man interessante Leute. Wir haben uns so gut unterhalten, dass wir das U21 Spiel vergaßen. Welches wir dann per Stream aufm Handy schauten. Anschließend haben wir unsere Taschen vorgepackt. Ein kurzer Abstecher zum Dubliner musste aber nochmal sein. Das war ja die Empfehlung von Helene, um gepflegt Fußball zu schauen. Nach dem Spanien-Italien Spiel sind wir aber auch gleich zurück ins Hostel. Verdammt ist der Himmel hell um Mitternacht. Gute Nacht.Read more

  • Valkla

    June 28, 2017 in Estonia ⋅ ⛅ 16 °C

    Die erste Etappe ist geschafft. Knapp 45 Km sind auf der Uhr. Nach Frühstück, Post und Bankautomat zog sich die Strecke elendig lang aus Tallinn heraus. Unseren Radweg fanden wir erst hinter Koservali ordentlich ausgeschildert. Gleich darauf waren wir ein weiteres Mal verdutzt, als uns der Radweg quer über die Autobahn führte. Zum Pausieren bogen wir von der eigentlichen Streckenführung ab und landeten am Strand von Valkla direkt an der Ostsee. Es ist ordentlich windig und kalt hier. Kurz die Beine ins Wasser halten und was Essen. Wir machten es uns im Windschatten gemütlich. Nach ausreichender Entspannung ging es dann schon wieder weiter. Es liegen noch ca. 60 Km vor uns.Read more

  • Loksa

    June 28, 2017 in Estonia ⋅ ⛅ 14 °C

    Zweite Pause. 88 Km auf der Uhr. Der Radweg ist gut ausgeschildert, jedoch führt er uns fast nur auf Landstraßen entlang. Der Asphalt ist eher grobkörnig und nervt auf dauer. Die Ostsee sieht man selten. Dafür viel Wald. So langsam merken wir auch unsere Beine durch die andauernde Belastung. Hier in Loksa sind wir erstmal in einem guten alten Konsum einkaufen gegangen. Da kommen Ostalgie-Gefühle auf. Jetzt schnell einen Happen essen und was trinken. Es sind nur noch knapp 25 Km bis zu unserem ersten Domizil. Auf geht's.Read more

  • Võsu - Guest House Rannaliiv

    June 28, 2017 in Estonia ⋅ 🌬 14 °C

    Vom Wetter her hatten wir heute wirklich Glück gehabt. Angenehme Temperaturen bei herrlichem Sonnenschein. Mal schauen was die nächsten Tage so bringen. Angeblich soll morgen ein Sturm über Estland ziehen. Wir sind gespannt.

    Die letzten Kilometer liefen locker vom Pedal. Wir wählten eine Strecke abseits des eigentlichen Radweges, welche uns quer durch den Wald nach Võsu brachte. Das Gasthaus war schnell gefunden und wir wurden freundlich mit einem Kaffee empfangen.

    http://rannaliiv.ee

    Der kleine 3-jährige Sohnemann der Gasthausfamilie hing uns erstmal ne Weile am Rockzipfel. Wir haben mit ihm gerappt und getanzt. In welcher Sprache auch immer. Danach hat er uns gnädiger Weise zu unserem Zimmer geführt. Wir bedankten uns bei dem zukünftigen Hotelbesitzer. :-)

    Jetzt wird erstmal geduscht, danach wird sich der Ort genauer angeschaut.
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  • Võsu am Abend

    June 29, 2017 in Estonia ⋅ 🌙 10 °C

    Võsu ist ein kleines verstecktes Idyll. Es hat seine eigene kleine Bucht an der Ostsee mit einem wunderschönen Strand und einem kleinen Yachthafen. Für sportliche Betätigung ist hier alles aufgebaut. Von Beachvolleyballplätzen und Beachsoccer bis hin zum Wassersport. Zunächst waren wir im Dorfladen Wasser holen und erkundeten die Strandpromenade. Hier gibt es tatsächlich nur vier bis fünf Restaurants welche teilweise schon um 21 Uhr zu machten. Wir fanden noch ein Restaurant dass bis 23 Uhr geöffnet war, aber selbst hier war um 21:30 Uhr die Küche geschlossen. So vergnügten wir uns mit Nachos und Bier und schauten nebenbei, wie die Chilenen die Portugiesen im Confed Cup raushauten. Gegen Mitternacht begaben wir uns nochmal bei klirrender Kälte an die Promenade, um diesen niemals endenden Sonnenuntergang / Sonnenaufgang zu bestaunen. Der Mond stand wie selbstverständlich am Himmel und schien sich das Schauspiel ebenso anzuschauen.Read more

  • Eisma

    June 29, 2017 in Estonia ⋅ ☀️ 18 °C

    Tag zwei - erste Pause in Eisma.

    In unserem wünderschönen Guest House bekamen wir herrliches Frühstück mit selbstgemachem Porridge, gekochtem Ei, frischem Lachs und dem landestypichen Schwarzbrot gereicht. Lecker. Dementsprechend trödelten wir ein wenig herum. Die ersten 10 Kilometer führte uns der Radweg quer durch den Wald. Wir kamen nur langsam voran. Der Waldboden verlangte alles von den Fahrrädern ab. Querliegende Bäume, Äste, Wurzeln und teilweise Sandboden. Doch der Wald belohnte uns mit zwei Fünf-Euro-Scheinen. Danke.. Das machte alles gleich wieder viel erträglicher. Anschließend ging es auf Asphalt Straßen weiter. Wir hatten ganzschön viel Zeit und Kraft liegen gelassen. Deswegen jetzt auch schon die erste Pause. In der Ostsee spülten wir erstmal unsere dreckigen Beine ab.Read more

  • Viru Nigula

    June 29, 2017 in Estonia ⋅ ☀️ 18 °C

    Die zweite Etappe war hart. Unsere Route führte fast ausschließlich auf eine stärker befahrene Landstraße entlang. Nicht nur, dass hier die Busse und LKWs mit 80 Sachen an uns vorbei sausten und uns teilweise aus der Bahn warfen. Die Straße ging zuletzt über 10 Km stur geradeaus und stieg stetig an. Hinzu kam dieser hässliche Frontalwind. Eine Tortur. Die ganze Zeit kein einziger Baum am Straßenrand, welcher mal den Wind hätte brechen können. Der absoluten Erschöpfung nahe peilten wir eine in der ferne erscheinende Kirche an. Pause! Endlich! Zu unserem Glück entdeckte Maddin einen Supermarkt, sodass wir uns nochmal versorgen konnten. Aber es tat auch mal gut einfach nur alle Viere gerade sein zu lassen.Read more

  • Liimala

    June 29, 2017 in Estonia ⋅ 🌙 15 °C

    Die Pause war wichtig gewesen. Die letzten 20 Km zogen sich wie Kaugummi. Und wieder ging es bergauf. Wussten gar nicht, dass es hier in Estland an der Ostsee Berge gibt. Aber das Festland liegt einfach einige ordentliche Meter über dem Meeresspiegel. An der Abzweigung zu unserem Campingplatz kurz vor Liimala ging es auch promp steil bergab. Nur doof, dass wir die oben gelegene Einfahrt verpassten. Also nochmal umdrehen und ein letztes Mal einen Berg besteigen. Auf dem Campingplatz Mereoja

    www.mereoja.eu

    begegneten wir einem sehr coolen Betreiber, der uns später mit seinem Laptop ermöglichte das Deutschlandspiel zu schauen. Fernsehen gab es hier nicht. Einen Supermarkt auch nicht. Um noch was vor dem Spiel zu essen, empfahl er uns ein am Strand gelegenes "900m" entferntes Restaurant. Von wegen 900 Meter. Gefühlte 5 Km Steinstrand später landeten wir in einem Nobel Restaurant mit nur vier Hauptgerichten. Sagen wir mal so, es war lecker und sah hübsch aus, machte aber nicht wirklich satt. Anschließend schauten wir uns den grandiosen Sieg der Deutschen über Mexiko an. Das heißt wir werden beim Finale in Sankt Petersburg ganz in der Nähe sein. Wir überlegen jetzt schon, ob wir das irgendwie hinbekommen würden, das Spiel dort live zu sehen.
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  • Voka Alevik

    June 30, 2017 in Estonia ⋅ ☁️ 14 °C

    Tag 3

    Wir verabschiedeten uns auf dem Campingplatz und erhielten noch ein paar nützliche Informationen. Unter anderem dass über Tallinn gerade ein Unwetter zieht, welches sich in unsere Richtung bewegt. Nach den Wettervorhersagen soll es in 4-5 Stunden hier sein. Das heißt, mir müssen uns beeilen und hoffentlich vorweg fahren. Wir machten uns zügig zum nächsten Supermarkt auf, da es auf dem Campingplatz außer Kaffee kein Frühstück gab. Pünktlich beim Losfahren fing es auch gleich leicht zu regnen an. Nicht nur dass wir auf der kurzen Strecke auf der Landstraße von oben nass wurden, die vorbeifahrenden LKWs klatschten uns das Wasser auch von unten gegen die Beine. Super. Am Supermarkt angekommen, war dieser dann noch nicht mal geöffnet, sondert erst ab 10 Uhr. Also nass wie schonmal waren, suchten wir uns eine windgeschützte Ecke zum Warten. Nach dem Frühstück im Bushäuschen ging es dann endlich los. Der Regen hatte sich wieder beruhigt, dafür kam jetzt heftiger Wind auf. Und selbstverständlich immer von vorne. Durchgeschwitzt und angefroren durch den Wind wechselte ich kurz die Klamotten. Nach knappen 45 Km suchten wir uns ein windstilles Plätzchen für die erste Pause. Doch vergebens. Weit und breit nur vereinzelte kleine Grundstücke und keine Baumgeschützten Ecken. Als wir in Voka reinkamen dann endlich die Rettung. Ein Gebäude hinter dem man sich vor dem Wind verstecken konnte. Zum Glück war dieses Gebäude gleich ein Supermarkt. Also auch gut um die Wasserreserven aufzufüllen. Hier liefen schon komische Gestalten herum. Lauter besoffene Männer wankten die Straßen entlang. Also schnell wieder weiter. Immer weiter gegen den Wind.Read more

  • Narva Jõesuu

    June 30, 2017 in Estonia ⋅ ⛅ 13 °C

    Als wir von unserer ersten Pausen aus starteten, setzte so langsam der Regen wieder ein. Im Zusammenspiel mit Wind, welcher übrigens immernoch von vorne kam, peitschte uns das Wasser ins Gesicht. Zudem dachte sich der örtliche Bauer, dass es bestimmt sehr hilfreich ist, den ohnehin schlechten Ackerweg an unzähligen Stellen mit fetten Steinbrocken zu befüllen. Maddin kam da noch locker drüber weg. Aber meine dünnen Reifen hüften von Steinkante zu Steinkante. Später führte uns die Route wieder auf die große Landstraße Nr. 1 zurück. Das war heftig. LKWs, Busse und Russen rasten so knapp sie nur irgendwie konnten an uns vorbei und schoben uns mit ihren Druckwellen fast von der Straße. Der Regen wurde immer heftiger und wirkte wie kleine Nadelstiche im Gesicht. So langsam waren unsere Regenfesten Klamotten vollkommen durchnässt. Das konnten selbst die besten Kleidungsstücke nicht aushalten. Hinter Sillamäe bog unsere Route endlich von der Hauptverkehrsstraße ab ins Ländliche. Weniger Autofahrer weniger Stress. Sie führte uns wieder ran an die Ostsee. Doch wirklich Beachtung konnten wir ihr nicht schenken. Waren wir zusehr damit beschäftigt gegen Wind und Regen anzukämpfen, welcher übrigens immernoch von vorne kam. In Narva Jõesuu ließen wir uns letztlich in einem kleinen überdachten Häuschen nieder. Maddin wechselte für die letzte Strecke seine völlig durchnässten Socken. Insgesamt fühlte sich alles nass an und je länger wir aßen umso kälter wurde es. Wir wollten noch kurz zu einem Aussichtspunkt, der hier direkt an der Grenze zu Russland stehen sollte. Aber irgendwie fanden wir den nicht. Also ab aufs Rad und die letzten 16 Km abspulen. Das Wetter war eh sch..ße, also Augen zu und durch.Read more

  • Narwa

    June 30, 2017 in Estonia ⋅ ☁️ 13 °C

    Die letzten 16 Km waren nochmal sehr feucht. Die Straße nach Narva war stark befahren. Einen Radweg gab es erstmal nicht, sodass wir am Straßenrand fahren mussten. An den Seiten säumten sich diverse Denkmäler Russischer Streitkräfte, welche hier in der Vergangenheit am gleichnamigen Fluß die Grenze zu Russland hielten. Die Straße war jedoch im schlechten Zustand und an den Seiten mit Schlaglöchern gespickt. Hier sammelte sich das Regenwasser in riesigen Pfützen quer über die Fahrbahn. Die vorbeifahrenden Autos schossen eine Fontäne nach der anderen in die Seitenbegrünung. War schön anzusehen, doch für uns war das kein Spaß. Nach knapp 2 Km verlief seitlich ein kleiner Weg, den wir vorerst nutzten. Wirklich besser waren die Bodenverhältnisse hier jedoch auch nicht. Die Nässe kroch jetzt immer weiter in unsere Kleidung. Ich spürte kurze Zeit später meine Füße nicht mehr und musste knapp 100 m laufen, um sie wieder zu durchbluten. Es waren nur noch wenige Kilometer. Also durchhalten. In der Stadt Narva fanden wir auch recht schnell unser Hotel.

    http://narvahotell.ee/en/

    Die nette Rezeptionistin war sichtlich angetan von unserem Zustand und bot uns an, auch unsere Unterwäsche waschen zu lassen. Das ganze war ein kleiner Versprecher in englischer Sprache, der aber sehr zur Erheiterung beitrug. Unsere Räder konnten wir in einem Extraraum abstellen. Hoch ins Zimmer, die nassen Klamotten abwerfen und eine heiße Dusche genießen. Wir brachten der Dame an der Rezeption neben unseren Sportsachen auch unsere Unterwäsche und liefen in die Stadt hinein. Hier rüsteten wir uns in einem Sportgeschäft für weitere Wetter Eventualitäten aus. Noch schnell Verpflegung für den morgigen Tag besorgen und zurück ins Hotelrestaurant. Wir werden morgen erst spät wegkommen, da wir erst nach 8 unsere Unterwäsche zurück bekommen und später noch über die Grenze müssen. Ein Glück haben wir nur eine kürzere Strecke anvisiert. Dem Wetter scheinen wir wohl erstmal davon gefahren zu sein. Jetzt wird geschlafen.
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  • Willkommen in Russland

    July 1, 2017 in Russia ⋅ ☁️ 12 °C

    Das Frühstück im Hotel war herrlich. Anschließend holten wir unsere frisch gewaschenen und getrockneten Klamotten von der Rezeption ab. Wir räumten das Hotelzimmer und kamen in der Lobby mit der sehr netten Morgenrezeption Julia ins Gespräch. Sie war begeistert, endlich mal wieder deutsch zu sprechen. Wir lernten bei ihr ein paar zusätzliche russische Wörter. Maddin's Bremse schien unter dem gestrigen Regen gelitten zu haben und zog nicht mehr richtig. Wir fragten Julia, ob sie uns ein wenig Öl besorgen könne. Sie machte sich sofort auf den Weg und brachte uns ein Schälchen Öl aus der Küche. Also rieben wir den Bautenzug mit reinstem Rapsöl ein.

    Vor dem Hotel lief plötzlich Rocky Balboa über die Straße.
    https://vimeo.com/223916886
    Das Passwort ist Rocky.

    Julia gab uns noch wichtige Tipps, wie wir unsere Wertsachen mit uns tragen sollten. Insgesamt sollten wir in Russland auf uns aufpassen, weil wir wohl als Deutsche erkannt werden könnten. Was bedeutet, dass wir Geld haben. Sie schien Angst um uns zu haben. Wir begannen uns immer mehr zu verquatschen. Doch so schön es auch war, wir mussten uns leider verabschieden.

    Der Grenzübergang nach Russland war nur drei Querstraßen entfernt. Es gab eine kurze Passkontrolle am Eingang und anschließend nach einem langen Gang die Kontrolle auf der russischen Seite. Hier konnte man nochmal einen Blick auf die große Burg von Narva werfen, welche in die estnische und russische Seite unterteilt und vom Fluß Narva durchbrochen war. Auf der russischen Seite füllten wir noch die Migrationskarte aus, welche ein sehr wichtiges Dokument in Russland ist. Während der Zeit des Ausfüllens schauten uns schon die ersten Russen komisch an. Wir beschlossen in der Zukunft nur noch leise deutsch zu reden. Willkommen in Russland. Quasi jeder, an dem wir vorbeifuhren, musterte uns mit unserem Touristen-Travel-Rad-Outfit. Verdammt, uns stand der Tourist auf der Stirn geschrieben. Wir machten uns schnell auf in Richtung Landstraße, welche uns nach Kingisepp führte. Das Wetter war okay. Nur leichter Nieselregen und frische Temperaturen. Auf der Landstraße gab es keinen Seitenstreifen und teilweise war der Asphalt schon ganzschön ausgefranzt. Wir kamen dennoch sehr gut voran. Hinter Kingisepp suchten wir uns eine ruhige Ecke für unsere Pause. Hier gab es zwar jetzt keine zwielichtigen Gestalten, dafür fingen die Mücken an, gefallen an uns zu finden. Also nichts wie weg hier.
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  • Kotly - Hotel Ust Luga

    July 1, 2017 in Russia ⋅ ☁️ 13 °C

    Nach der Pause ging es straight on auf der Straße weiter. Wir waren uns nicht ganz sicher ob es eine Autobahn oder eine Landstraße ist. Jedenfalls wurde hier viel Geld in den Ausbau investiert. Das Örtchen Kotly war dementsprechend gut ausgeschildert. Doch einmal runter von dieser Landstraße landete man irgendwo im nirgendwo. In Kotly gibt es keine Straßennamen, was die Suche nach unserem Hotel erschwerte. Auch bei verschiedenen Suchmaschinen wurde unser Hotel an verschiedenen Örtlichkeiten angezeigt. Aus diesem Grund hatten wir uns selbst in diesem kleinen Dorf verfahren. Letztlich verbarg sich unser Hotel hinter einem schweren eisernen Schiebetor, welches sich wie Zauberhand öffnete als wir davor erschienen. Die Zauberhand hatte jedoch ein Pförtner in einem kleinen verstecken Häuschen, der uns gleich als Touristen identifizierte. Oh Wunder.

    http://ust-luga-hotel.com/

    Das Gelände auf dem das Hotel stand, schien ein altes Militärgelände gewesen zu sein. Oder war es das noch immer? Jedenfalls war fotografieren und umher laufen verboten. Der Betreiber Eduard begrüßte uns freudig und brachte uns in einem seperaten Zimmer unter, welches nur von außen zu erreichen ist. Dies war gut, da wir so die Fahrräder besser reinstellen konnten. Die Verständigung lief schleppend und in einem durcheinander aus Englisch und Google-Translator. Eduard erzählte uns, dass er zu DDR Zeiten in der nähe von Magdeburg stationiert war. Der Sprache war er jedoch nicht so mächtig. Auch reagierte er etwas beklemmend, nach der Frage, warum er in der Zeit kein Deutsch lernen konnte und brach die Kommunikation für kurze Zeit gänzlich ab. Lag wohl daran, dass die Truppen damals eher einkaserniert waren und wenig Kontakt zur sonstigen Bevölkerung hatten. Aber er fing sich wieder ein und zeigte uns alles Weitere.

    Um uns für den nächsten Tag auszurüsten, empfahl uns Eduard das kleine Lädchen ("magasin") im Dorf. Dort angekommen, schloss dieses jedoch gerade. Und morgen ist Sonntag, da haben alle Läden geschlossen. Wir merkten, dass wir ein erhebliches Sprachproblem hatten. Englisch verstand hier garkeiner und unser Schulrussisch war einfach zu schlecht. Irgendwie schaffte ich es, die beiden Damen nach dem Weg zu dem nächsten Laden zu fragen. Aber frage mal bitte jemand zwei ansich schon orientierungslose Frauen, die nur russisch sprechen, nach dem Weg! Es half nix. Wir mussten in das nahe gelegene Städtchen Kotelsky fahren. Und siehe da, direkt am Ortseingang ein riesiger super neuer Supermarkt.

    Im Supermarkt schauten uns die Damen an, als wären wir Marsmenschen. Klar, in unseren Outfits, kein Wunder. Radsportler/ Radtouristen sind hier wohl eher selten. Als wir nachfragten, ob es möglich ist, mit der VisaCard zu bezahlen, fielen sie aus allen Wolken. Es hat wohl bisher noch niemand hier mit VisaCard bezahlt. Es wurde gleich getuschelt und wir waren in aller Munde. "Schau mal, da hinten, das sind Deutsche. Und die wollen mit VisaCard bezahlen. Ist das aufregend." Wir sammelten unsere Verpflegung ins Körbchen und als wir dann nach vorne kamen, waren plötzlich alle Kassen besetzt und quasi jede Supermarktangestellte hielt sich vorne auf, um uns zuzuschauen, wie wir mit Karte bezahlen. Da drei Kassen zwischenzeitlich beschäftigt waren, zog die Vierte das glückliche Los uns abzukassieren. War ja eigentlich ziemlich unspektakulär. Die Bezahlung lief einwandfrei und eine große Summe war es jetzt auch nicht gewesen. Umgerechnet 20 Euro. Aber alle waren nett gewesen und wir versuchten uns in russisch zu bedanken. Das führte zu noch mehr Erheiterung. Aber schien gut angekommen zu sein. So waren alle glücklich und wir zogen wieder ab in Richtung unseres Hotels im Hochsicherheitsbereich.

    Im Zimmer angekommen machten wir es uns mit einem Bierchen gemütlich und schauten im russischen Staatsfernsehen "Wer wird Millionär", wobei die Höchstsumme bei 3.000.000 Rubel lag (umgerechnet 500.000€). Der Moderator schaute ein wenig aus wie Felix Magath. Wir versuchten mitzuraten, scheiterten aber grandios.
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  • Shirokovo

    July 2, 2017 in Russia ⋅ ⛅ 16 °C

    Am frühen Morgen taten wir uns schwer aufzustehen. Wir beeilten uns pünktlich zum Frühstück zu kommen. Uns wurde mit unserer Zimmernummer ein Platz in diesem spärlichen Essensraum angeboten. Wir setzten uns, schauten auf den ebenso spärlich gedeckten Tisch und mussten schmunzeln. Eduard kam um die Ecke und freute sich uns zu sehen. Er fragte uns, ob wir Haferbrei (Porridge) haben mögen.

    Hallo!? Selbstverständlich nehmen wir Haferbrei. Schließlich waren wir vor vier Jahren in Schottland beim Haferbrei-Weltmeister untergekommen. Ganz so weltmeisterlich schmeckte es zwar nicht, aber Haferbrei setzt Körner frei. Nachdem wir die Schüssel ausgeschlabbert hatten, machten wir uns an die eine Wurst- und Käsescheibe ran. Nur gab es keine Butter, keinen Teller und ein Messer lag auch nicht auf dem Tisch. Als ich die Küchenhilfe mit Googletranslator nach Butter fragte, schaute sie mich verwirrt an. "Maslo?! Wieso brauchst du Butter? Brauchst du nicht!" War das jetzt ihr ganz spezieller Humor? Sie brachte uns genau 8 kleine Stückchen Butter und stapfte wieder davon. Schön und wie bekommen wir jetzt die Butter aufs Brot? Also nochmal nachgefragt. "Nosch?" Messer, ja! Sie brachte uns genau ein Messer. Wir teilten es uns, um nicht noch mehr Fragen stellen zu müssen und aßen von den kleinen Tellern.

    Eduard kam wieder um die Ecke und brachte uns freudestrahlend eine große 2 Liter Flasche Malztrunk. "Das ist Geschenk! Ist gut! Ist traditionelles Getränk! Ist gut für Radfahren!" Wir bedankten uns höfflichst bei ihm. Ganzschön große Flasche. Die bekommen wir garnicht weg. Wir versuchten es ihm irgendwie zu erklären, aber er winkte nur ab. "Ihr macht das".

    Wir räumten unser Spezialzimmer und gaben die Schlüssel bei Eduard zurück. Zum Abschied machten wir noch ein Foto mit ihm. Also wieder rauf aufs Rad runter vom Gelände. Das Schiebetor öffnete uns den Weg in die Ferne. Vom Gelände aus schien uns ein Fahrzeug zu verfolgen. Es überholte uns und hielt wenige hundert Meter weiter in der Kurve, um auf uns zu warten. Oh oh... Wir fuhren einfach daran vorbei. Der Fahrer musterte uns. Eigenartig. Nach knappen 500 Metern fuhr das Fahrzeug erneut, jedoch mit hoher Geschwindigkeit an uns vorbei und war seitdem nicht mehr gesehen. Schieben wir jetzt schon Paranoia? Gut, nicht weiter darüber nachdenken, einfach weiterradeln.

    Wir fuhren nochmal durch Kotly. Aus allen Grundstücken ertönte lautes Hundegebell. Plötzlich kam tatsächlich aus einem offen stehenden Grundstück laut bellend ein großer Hund rausgeschossen und versuchte, sich Maddin zu greifen. Doch Maddin fuhr schnell an mir vorbei, sodass ich sein neues Ziel wurde. Wir gaben beide Hackengas. Der "Hund von Kotly" jagte uns aus dem Dorf. Zum Ortsausgang konnten wir ihn endlich abschütteln. Puhh, das war mal ordentlich Adrenalin gewesen. Es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein.

    Aus Kotly raus, durch Kotelsky durch, am Supermarkt vorbei, der übrigens doch an einem Sonntag geöffnet hatte. Also aller Stress von gestern um sonst. Rauf auf die Landstraßen von Russland. Wir hatten Glück mit dem Wetter. Die Unwetterfront schien weiter südlich bis nach Moskau weiter gezogen zu sein. Die Autofahrer nahmen hier in der ländlichen Region entgegen aller Voraussagen Rücksicht auf uns Radfahrer. Wir suchten uns ein abgelegenes Plätzchen um Pause zu machen. Eduard zuliebe hatten wir die 2 L Flasche Malztrunk mit dem Rucksack mitgenommen und wann immer es irgendwie möglich war, einen Schluck daraus getrunken. In der ersten Pause hatten wir sie tatsächlich ausgetrunken.
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  • Gostilizy

    July 2, 2017 in Russia ⋅ ⛅ 19 °C

    Nach dem ersten Stop ging es immer stetig auf der Landstraße weiter. Unsere ursprüngliche Idee war gewesen, nach Sosnovyi Bor zu fahren, weil es näher an der Ostsee gelegen ist. Doch Eduard erklärte uns, dass hier kein Durchkommen sei, weil es mittlerweile militärisches Hochsicherheitsgebiet ist. Hier wird ein großes Kernkraftwerk gebaut. Er bot uns wohl gestern an, einen Anruf zu tätigen. Dann wären wir eventuell auf der einen Seite reingekommen, doch auf der Anderen wahrscheinlich nicht wieder raus. Es war uns also zu unsicher, deswegen wählten wir die Route quer durchs Land. Es ging stetig bergauf und bergab. Bergauf, bergab, bergauf, bergab. Die Straße zog sich durch mehrere kleine Dörfer und Örtchen hindurch. Fast in jedem Grundstück schien ein großer Hund den Hof zu hüten. Überall bellte es und wir wurden schon meist an jedem Ortseingang durch das Hundegebell angekündigt. So geschah es, dass wir mal wieder völlig entkräftet durch einen Ort fuhren, welcher unmittelbar am Ende eines langen Aufstieges lag. Vom Hundegebell am Ortseingang wurde ein Hund weiter hinten aufmerksam und kam aus seinem Grundstück zur Straße gelaufen. Als er mich sah, raste er über die Straße auf mich los. Im Schlepptau hatte er noch zwei andere Hunde. Wenn es wenigstens kleine Hunde gewesen wären. So ein Radfahrer scheint für diese Russenhunde ein wildes Tier zu sein. Ich wurde also zum Jagdwild, holte meine letzten Kraftreserven aus mir raus und trat in die Pedalen. Maddin war knapp 50 Meter hinter mir und konnte dem Schauspiel beruhigt zuschauen. Als sie von mir abließen und zurück liefen, hatten sie kein Interesse mehr an ihm.

    Wir wollten ja eh Gas geben, da heute das Confed Cup Finale Deutschland gegen Chile in Sankt Petersburg statt findet. Und unser Ziel in Peterhof liegt nicht weit davon entfernt. Noch schnell eine letzte Pause, etwas Essen und die Kräfte sammeln und dann ab nach Peterhof.
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  • Peterhof

    July 2, 2017 in Russia ⋅ ⛅ 19 °C

    Die letzten Kilometer rödelten wir auf der Landstraße ab. Je näher wir der Stadt kamen, umso größer wurde der Verkehr. Wo wir doch anfangs noch so erfreut über die Rücksichtnahme der Autofahrer waren, sprang uns mehr und mehr das Herz in die Hose. Teilweise wurden wir an einem Berganstieg, ohne dass der Gegenverkehr zu sehen war, arschknapp von Bussen überholt, welche wiederum arschknapp von Autos überholt wurden. Ein Gedröhnen und Gedränge. Der Gegenverkehr wurde in die schotternen Seitenstreifen gedrängt. Teilweise fuhren vier bis fünf Autos mit einem Abstand von jeweils nur knapp ein bis zwei Metern hinter einander her. Wahnsinn. Wir nutzten gerne auch den Schotterstreifen. Einfach um nicht Teil des Geschehens zu werden. Dann endlich Peterhof. Unser Navi lotste uns durch verwinkelte Gassen und Abrissbauten vorbei. Bis wir plötzlich in ein wahrscheinlich besser gestelltes Einfamilienhaus Viertel kamen. Wir fuhren in eine enge Gasse hinein und waren zunächst skeptisch. Aber dann fanden wir unser Domizil doch. Hinter dem unscheinbaren Zaun und dem einfachen Tor verbarg sich ein Idyll. Wir waren tatsächlich angekommen. Holiday Home - Hotel Cottage. Ein Privatgrundstück der Gastfamilie auf welchem sie ein wunderschönes Penionshaus errichteten. Die Gastgeberin Elena entdeckte uns und fragte gleich, ob wir die Radler aus Deutschland sind. Wir waren froh in diesem kleinen Versteck angekommen zu sein. Elena versuchte gleich, in deutsch zu sprechen. Das war sehr nett von ihr. Wir verständigten uns dennoch in einer Mischung aus Englisch, Russisch und Deutsch. Für uns war das gut, weil so lernten wir auch wieder mehr russische Wörter. Aber wir mussten uns beeilen. Wir kamen auf die fixe Idee zum Stadion zu fahren, wo das Confed Cup Finale stattfindet. Elena rief uns zu 18 Uhr ein Taxi. Also schnell mal zum nächstgelegen Supermarkt, Geld holen und was einkaufen. Danach raus aus den Klamotten und duschen. Pünktlich zu 18 Uhr waren wir gerade so fertig gewesen. Jetzt wurde es stressig.Read more

  • Confed Cup Finale Sankt Petersburg

    July 2, 2017 in Russia ⋅ ⛅ 18 °C

    Um 18 Uhr stand das Taxi vor der Tür. Wir machten uns nach unten und bezahlten noch schnell bei Elena die Unterkunft. Sie hatte mit dem Taxifahrer den Preis für uns vereinbart. Das war auch völlig in Ordnung, da dieser den allgemeinen Preisen in Sankt Petersburg entsprach. Sie stellte uns dem Taxifahrer vor. Noch konnten wir kein Wort mit ihm wechseln. Er erhielt die Info, dass wir zum Confed Cup Finale wollten. Er erklärte gleich von sich aus, dass er so lange dort auf uns warten würde, bis wir wieder zurück kommen und uns dann wieder zur Unterkunft zurück bringt. Super! Also stiegen wir ein. Wir veruchten uns gegenseitig vorzustellen. Die Unterhaltung lief wieder mittels Googletranslator und unserem kleinen Russisch Büchlein. Mit dem Handy in der einen Handy und der anderen am Lenkrad raste er durch die Straßen. Maxim, der Taxifahrer, war ein ordentlicher Brocken. Gut so einen Mann in Sankt Petersburg bei sich zu haben, dachten wir uns. Man hat ja schon so einiges gehört. Er fuhr über den westlichen Autobahnring. Das bescherte uns das Vergnügen die Insel Kronstadt vor der Bucht von Sankt Petersburg zu sehen. Ein herrlicher Ausblick zur einen Seite auf die Ostsee und zur anderen Richtung Sankt Petersburg. Von Weitem konnte man eine kleine farbige Kuppel sehen. Je näher wir dem Stadion auf der anderen Seite kamen, konnten wir einen riesigen Turm erblicken. Der noch nicht ganz fertig gestellte Lakhta-Tower, soll mit 400.000 m2 Nutzfläche der höchste Turm in Europa werden. Es soll ein von der Gazprom gesponsertes Prestige-Objekt werden. Die Anwohner nennen ihn Putin-Tower. Der wollte den Tower wohl noch viel größer haben, doch die Bürger St. Petersburg haben sich dagegen gewehrt. Umd zum Ausgleich wurde auch in soziale Objekte wie Schulen und Kitas investiert.

    Maxim fand in der Nähe vom Stadion einen Parkplatz und bot uns an mitzukommen. Wir liefen über die große Brücke in Richtung Stadion und wollten die Atmosphäre aufsaugen. Es liefen jede Menge verkleidete Menschen herum. Wir hatten das Gefühl, als wären die chilenischen Fans in der Überzahl. Das lag wohl auch daran, dass sich die Deutschen eher bedeckt hielten. An jeder Ecke sorgte die Polizei für Sicherheit. Von der Brücke aus hatte man einen tollen Ausblick auf den vor dem Tower gelegenen Strand. Am Stadion angekommen versuchten wir irgendwie noch Karten für das Finale zu bekommen. Wir hatten gehört, dass das Spiel nicht ausverkauft ist. Doch alle Bemühungen auch mit der Unterstützung von Maxim halfen nichts. Er lief inzwischen wieder zurück zum Auto, um dort auf uns zu warten. Wir liefen nochmal näher an das Stadion heran. An den Seiteneingängen standen Voluntäre mit umgehangenen Megaphonen. Sie riefen in russischer Sprache ihre Landsleute heran. Ich fragte eine der Damen, ob noch eine Möglichkeit besteht, ins Stadion zu kommen. Darauf erklärte sie, dass man als Ausländer zusätzlich zum Ticket eine von der Fifa ausgestellte Fan-ID benötigt. Wir liefen eine halbe Runde weiter und fragten uns weiter durch. Wir erhielten die Info, dass es tatsächlich noch Tickets zu kaufen gibt, wo auch eine Fan-ID ausgestellt werden kann. Allerdings befand sich dieser Ticket-Shop an einer U-Bahnstation in der Innenstadt. Die Innenstadt war komplett abgesperrt und schwer mit Auto zu erreichen. Einzige Möglichkeit wäre die Metro gewesen. Wir ließen es jedoch sein, da wir sonst eh erst zur Halbzeit zum Stadion zurück gekommen wären. Also brachte uns Maxim wieder zurück zur Unterkunft. Unterwegs unterhielten wir uns weiter und versuchten immer mehr Russisch zu sprechen. Vor unserer Unterkunft überraschte Maddin ihn dann mit dem auswendig gelernten Satz: "Buila prijatna swami passnakomnitza!" Maxim war sichtlich angetan und freute sich wie Bolle. Auch er war sehr erfreut, uns kennen gelernt zu haben.

    Pünktlich zum Anpfiff schmissen wir uns also vor dem Fernseher auf die Couch und schauten das Spiel. Nachdem am Freitag die deutsche U21 Europameister wurde, waren wir voller Vorfreude. In der Halbzeit fuhren wir nochmal schnell zum Supermarkt um für Biernachschub zu sorgen. Hier kam uns nur der kleine Sicherheitsangestellte in die Quere. Dieser schaute uns schon im Laden in den Warenkorb und erklärte uns mit gekreuzten Armen, dass es nach 22 Uhr keinen Alkohol mehr zu kaufen gibt. Na Super! Als Alternative zeigte er uns dann alkoholfreies Bier. Ärgh... Um Ärger zu vermeiden, kauften wir also alkoholfreies Bier. So konnten wir quasi nüchtern verfolgen, wie Deutschland Confed Cup Sieger wurde. Nikolai, der Herbergsvater, hatte sich zur zweiten Halbzeit hinzu gesellt. Er konnte auch ein wenig Deutsch und wir stießen schlussendlich auf den Sieg an.
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