• Fritz Locher
  • Fritz Locher

Marathon 2026

Meine erste Teilnahme an diesem Anlass. Read more
  • Trip start
    March 4, 2026

    Abreise

    March 4 in Switzerland ⋅ ☀️ 4 °C

    Pünktlich 10:18h fährt mein Zug in Richtung Engadin ab. In genau fünf Stunden werde ich vor dem, bereits vor langer Zeit gebuchten, Hotel ankommen. Unterwegs leistet mir die Eule von Duolingo Gesellschaft oder ich widme mich der vorbeiziehenden Landschaft.
    Nach dem Bezug des Zimmers schlendere ich erst einmal durch Pontresina und durch das Marathon-Village, bevor ich mir bei Riccardo's eine Pizza einverleibe.
    Die restliche Zeit gehört dann dem Sandmännchen.
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  • 1. Tag

    March 5 in Switzerland ⋅ ☀️ -7 °C

    Heute ist um 07:15h Tagwache. Diese Uhrzeit gehört bei mir üblicherweise auch noch dem Sandmännchen. Da mein Bus am Sonntag um 07:10h los fährt, versuche ich mich bereits heute daran zu gewöhnen. Das Frühstücksbuffet öffnet um 07:30h und kurz darauf finde ich mich bei den Cerealien wieder. Das Müesli daraus muss jeder selber zusammenbauen. Mit einem einigermassen vollen Bauch mache ich mich auf den Weg nach Maloja, dem Ort, wo am Sonntag um die 15'000 Langläuferinnen und -läufer um die Wette langlaufen werden. Nach einem kurzen Abstecher in ein Sportgeschäft ziehe auch ich meine Latten an. Ich überquere die Startlinie und die beiden dahinter liegenden Seen. Dann breche ich mein Training ab und fahre mit dem Bus zurück nach Pontresina.
    Anschliessend suche ich im Village die Startnummernausgabe. So schwierig kann die doch nicht zu finden sein... Den entsprechenden Hinweis sehe ich allerdings erst auf dem Rückweg. Allerdings ist es mit dem Fund des Pfeils noch nicht gemacht: Vor der Türe des Gebäudes stehen nonstop zwei Personen, welche allen Ankömmlingen den Zutritt verweigern. "Zur Startnummernausgabe geht's da lang.", wiederholen sie im Sekundentakt. "Die Besuchersteuerung hat noch etwas Potential!", denke ich mir und folge selbstverständlich der Anweisung. Durch einen Seiteneingang gelange ich schliesslich in den Saal mit unzähligen Kisten - und ein paar Konkurenten... Anstehen muss ich nicht und auch meine fünfstellige Startnummer ist schnell gefunden. Somit habe ich nun alles für den Start vom Sonntag.
    Bevor ich mich wieder beizeiten schlafen lege, gibt's beim Italiener eine Portion Spaghetti. Morgen sei er dann ausgebucht und hätte keinen Platz mehr für mich, gibt er mir beim Verlassen seines Lokals noch mit auf den Weg.
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  • 2. Tag

    March 6 in Switzerland ⋅ ☁️ -2 °C

    Tagwache schon wieder um 07:15h und auch das Frühstück, man ahnt es schon, auch wieder um 07:30h.
    Heute starte ich aber direkt vom Schloss Hotel aus. Die hauseigene Werbung verspricht ja, dass es direkten Zugang zu den Loipen habe. Ja, das Hotel hat tatsächlich einen direkten Zugang. Ich begebe mich ins vierte Untergeschoss des Hotels und von da noch etwas weiter runter. Hinter der Türe offenbart sich dann ein Weg, bzw. eher ein Pfad, welcher steil hinunter führt. Im Sommer ist dieser wohl besser begehbar, dürfte dann aber nicht zu den Loipen führen... Jetzt ist er vereist und rutschig. Unten angekommen - auf welche Art und Weise auch immer - steht nur noch der Bach Flaz zwischen mir und der Loipe. Ich nehme auch diese Hürde und laufe mit angeschnallten Latten lang in Richtung Start. Heute will ich DIE Schlüsselstelle des Marathons in Augenschein nehmen. Hin und zurück knapp 10km. Das sollte also ohne grosse Verausgabung machbar sein. Ja, sollte! Plötzlich finde ich mich aber in Celerina wieder, was so gar nicht auf dem Plan steht. Also Latten abgeschnallt und Bushaltestelle gesucht - und wenig später auch gefunden. Die Busfahrt bringt mich nach St. Moritz zum Bahnhof. Nach der Seeüberquerung finde ich wieder zurück auf die Marathonstrecke. Nicht wissend, wo jener Teil der Strecke ist, welcher jeweils für lustige TV-Momente sorgt, frage ich vor jeder Abfahrt Anwesende, ob sie nun hier sei. Nach zweimaligem Nein, habe ich die Stelle selber ausgemacht. Ein Schild weisst darauf hin, dass man in 250m sich der Skier entledigen und dann zu Fuss weitergehen darf. Ich entledige nicht und mache mich auf alles gefasst. Die Abfahrt gelingt mir erstaunlich gut. Ob es dann mit Slalom um die Gestürzten am Sonntag auch so gut klappt? Ich hoffe aber, dass ich nicht selber zu einer Slalomstange werde....
    Kurz danach befindet sich das Ziel des Halbmarathons - und auch die Stelle, wo ich Stunden zuvor falsch abgebogen und danach in Celerina gelandet bin. Die Rückfahrt zum Hotel und dem unwegsamen Pfad ist nur noch ein Klacks.
    Um 18:15h geselle ich mich zu anderen, noch Unerfroreren, und wohne dem Konzert von Lo & Leduc bei. Nach knapp einer Stunde ändert sich der Zustand der Füsse zu doch gefroren und ich meinen Standort ins Hotelrestaurant zu einem Teller Spaghetti. Anschliessend wende ich mich der Regeneration zu, was ebenso wichtig ist. Aber das werde ich erst morgen erfahren.
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  • 3. Tag

    March 7 in Switzerland ⋅ ⛅ 3 °C

    Was hast Du so gemacht?, steht in diesem Feld, wenn der Text noch fehlt. Nichts, ist die Antwort darauf. Zumindest war das der Plan....
    Frühstück, wie gewohnt, um 07:30h. Gesättigt durch das Village auf und ab geschlendert und die frisch gewachsten Skis wieder abgeholt. Das Wachsen-Lassen war vielleicht eine Fehlentscheidung von mir. Wird somit doch ein Entschuldigungsgrund beim Versagen meinerseits hinfällig...
    Um die Mittagszeit untersütze ich Nachwuchstalente und kaufe ihnen eine Portion Pasta ab. Am Nachmittag setze ich mich in ein Wissenschaftscafé zum Thema Regeneration. Es wird erklärt, dass die Regeneration ebenso wichtig, wie das Training ist und dass Nurregeneration leider nichts bringt. Mit neuem Wissen kehre ich zurück und warte auf die Spaghetti, welche es zum Abendbrot gibt.
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  • Follower

    Mar 7–14 in Switzerland ⋅ 🌙 2 °C

    Falls jemand sehen möchte, wo ich abgeblieben bin, kann die App vom Engadiner Skimarathon downloaden und mir folgen. Um 09:13h wird mein Gatter geöffnet. Um 14:00h sollte ich in S-Chanf sein. Sollte ich es - wider Erwarten - unter vier Stunden schaffen, lasse ich die Korken knallen...Read more

  • Renntag

    March 8 in Switzerland ⋅ ☀️ -5 °C

    Heute ist also der Tag der Tage. Mein Wecker beendet meinen Schlaf um 05:30h. Schnell kocht das Wasser, mit welchen ich meine beiden Quicklunches anrühre - Spaghetti, natürlich. Vermutlich nicht ganz so nahrhaft, wie richtige, aber immerhin.... Das Frühstücksbuffet des Hotels steht heute bereits ab 06:00h zur Verfügung. Also baue ich mir dort noch ein Müesli zusammen und achte darauf, drei Stunden vor dem Start wieder zurück auf dem Zimmer zu sein. Um frühestens 08:00h solle ich mich beim Start einfinden. Die Fahrt dorthin dauert ca. 45Minuten. Also dürfte der 07:10h-Bus der passende für mich sein. Was ich aber bei der vielen Rechnerei ausser Acht lasse, ist die perfekte Organisation dieses Anlasses. Bereits um 07:05h fährt der Bus los und ist, da er direkt fährt, schon rund 30Min später beim Startgelände in Maloja - also viel zu früh für mich. Ich halte mich noch etwas im Wärmezelt auf und simple fach mit anderen Teilnehmenden. Ab Pascal staune ich. War sein Knöchel bis vor kurzem noch derart geschwollen, dass er nicht auftreten konnte. Trotzdem wagt er heute seinen ersten Start. Ich wünsche ihm für den Lauf gutes Gelingen und suche die vielen ToiTois, welche ich am Donnerstag noch gesehen habe - bin mir inzwischen aber nicht mehr sicher, ob ich mir das nur eingebildet habe... Weil ich diese aber nicht finde, stelle ich mich zu den anderen und versuche, meinen Namen in den Schnee zu schreiben. Offenbar war das ganze Unterfangen mehr der Aufregung, als der vollen Blase geschuldet. Denn für mehr, als den Anfangsbuchstaben reicht es nicht.
    Kurz nach 9Uhr packe ich meine überflüssigen Utensilien in den zur Verfügung gestellten Sack und gebe diesen beim Truck 26 ab. Der Weg zu meiner Startbox ist sehr gut ausgeschildert. Falsch Abgebogenen oder Kurzsichtigen wird der richtige Weg durch Volunteers gezeigt. Und schon geht der Countdown los. Punk 09:13h öffnet sich der Pferch und gibt den Weg über die beiden gefrorenen Gewässer frei. Bis zum Aufstieg bei der Olympiaschanze zähle ich fünf Stürze in meinem Umfeld. Der sechste geht dann auf mich. Aufgrund eines unvorsichtigen Spurwechsels knalle ich unversehen mit beiden Knien auf die harte Oberfläche und sehe kurz ein paar Sterne. Ich rapple mich aber auf und warte kurz, bis ich auch hinauf träppelen darf. Mit einer um vier Zähler höheren Startnummer als ich, nimmt auch Michelle an diesem Lauf teil. Ebenfalls zum ersten Mal, wie ich später erfahre. Ich sei mit einem, für sie guten, Tempo unterwegs. Sie werde sich an mich halten. So bringen wir die weiteren Kilometer gemeinsam hinter uns. Im Gegensatz zu mir, bringt sie die Abfahrt aus dem Stazerwald sturzfrei hinter sich. Kurze Zeit später trennen sich unsere Wege und ich habe sie nie mehr gesehen. Einerseits stöckelt mich ein Mitläufer derart, dass ich plötzlich ohne Skis auf der Loipe liege. Neben mir Splitter meiner Bindung. Ich befürchte das Schlimmste. Doch die Bindung hält. Andererseits liegt dann ein paar Meter weiter Walter mit schmerzverzerrtem Gesicht neben der Piste. Er habe es knacken gehört und könne nun kaum atmen. Vermutlich habe er eine Rippe gebrochen. Ich beschliesse, ihn nicht alleine zu lassen und verständige die 144. Nach gefühlten 30min (Es waren wohl weniger) stapft uns ein dreiköpfiges Rettungsteam entgegen und kümmert sich weiter um Walter. Ich nehme den Rest der Strecke in Angriff und mache keine weiteren Bekanntschaften. Vielleicht mit Ausnahme eines weiteren Schneekontakts im Ziel-S. Zuvor käpfte ich mich aber die Golanhöhen, welche ich bis anhin eher im nahen Osten verortete, empor. Das sind so fiese, seitlich abfallende, eigentlich eher kleine, Hügel. Und dann ist es also da: Das Ziel. Die Teilnehmenden werden vom berühmtesten - und stillsten, wenn es nicht gerade um sein Ableben geht - Zürcher empfangen. Meine Laufzeit bleibt bei etwas über vier Stunden stehen. Wenn ich bis zum Schluss mit Michelle hätte mithalten können, wäre die Uhr bei ca. 3:36 stehen geblieben. Aber auch so habe ich eine reine Laufzeit von unter vier Stunden erreicht. Eine Zeit, welche ich bis vor Kurzen nicht für möglich gehalten hätte.
    Beim Ausgang aus dem Zielgelände gibt's einen Stempel auf die Startnummer und eine Erinnerungsplakette oder -medaille. Dann noch schnell beim Lastwagen den zweitletzten Effektensack abholen - alle anderen waren ganz offensichtlich schneller hier - und eine Karte für den Zug behändigt. So, wie bereits die Anreise, ist auch die Abreise perfekt organisiert. Nur wer im Besitz einer Karte mit der entsprechenden Farbe ist, kann auf das provisorische Perron gelangen. Die Haltestelle heisst S-chanf Marathon, wird aber nur an diesem bedient.
    Für den Rest des Tages widme ich mich der Regeneration und gönne mir etwas später Aas mit Pommes, bevor ich mich zeitig zu Bett begebe.

    Hier noch ein Link zur Belustigung:
    https://youtu.be/Za4QIC3eAr0?is=MhLJr7R8sVDwsmdZ
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  • Rückreise

    March 9 in Switzerland ⋅ ☁️ 6 °C

    Heute ist Packen angesagt und ich bin froh, dass ich fürs Aufstehen nicht die Kollegen von der örtlichen Feuerwehr beiziehen muss. Es gibt zwar einzelne Stellen, welche etwas schmerzen. Diesbezüglich zu jammern, wäre aber mehr als übertrieben. Wenn ich mich jetzt beeile, liegt sogar noch ein letztes Frühstück - im doppelten Sinn, da ich üblicherweise um diese Uhrzeit noch nichts esse - drinn, bevor mich der Bus um 09:41h in Richtung Heimat bringt. Nach viermaligem Umsteigen und rund fünf Stunden Fahrzeit, bin ich wieder zuhause. Und so geht meine diesjährige Langlaufsaison mit einem ganz speziellen Abenteuer zu Ende. Ob ich am 58. Engadiner Skimarathon wieder dabei sein werde? Mal sehen....Read more

    Trip end
    March 9, 2026