• Bautzens dunkle Seite

    September 10 in Germany ⋅ ☁️ 18 °C

    Heute assoziiert man Bautzen vermutlich zuerst mit Senf.
    Im kollektiven Gedächtnis derer jedoch, die noch in der ehemaligen DDR aufwuchsen, diese noch bewußt erlebten, steht "Bautzen" als Synonym für etwas absolut schreckliches - sprach man von Bautzen, meinte man den "Stasi-Knast".
    Bautzen war berühmt-berüchtigt, politische Häftlinge verschwanden genau hier hinter den Mauern des MfS Gefängnisses.
    Heute ist diese Haftanstalt, die bereits 1904 errichtet wurde und bis 1992 noch in Betrieb war, unter dem Namen "Bautzen II" eine Gedenkstätte.

    Man ist fassungslos, unter welchen unmenschlichen Bedingungen diese politischen Gefangenen hier verwahrt wurden, vor allem, welch drakonisch lange Haftstrafen verhängt wurden für Menschen, die einfach nur anderer Meinung waren als die Staatsdoktrin vorschrieb. Wer heute lauthals von "Lügenpresse" faselt und davon, daß man seine Meinung ja nicht äußern darf, der sollte sich hier einmal vor Augen führen, welchen Wert unsere Meinungsfreiheit heute hat.

    In der Gedenkstätte werden Einzelschicksale greifbar gemacht, aber auch darüber hinaus erfährt man manch interessantes. Unter anderem, daß es tatsächlich zahlreiche ausländische Häftlinge gab, die man der Spionage bezichtigte. Und, daß die DDR insgesamt 2,5 Milliarden (!!!) D-Mark daran verdiente, ihre Häftlinge (34.000 insgesamt) vom Westen freikaufen zu lassen. Was man nicht erfahren kann, ist, wo das Geld geblieben ist.
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