• Dawson City / Yukon

    May 29 in Canada ⋅ ☁️ 13 °C

    „Du warst nicht im Yukon, wenn du Dawson nicht gesehen hast.“ Diesen Satz habe ich bereits vor meiner Anreise gehört. Und auch während meiner Zeit in Mayo wurde desöfteren über Dawson in den schillerndsten Ausführungen gesprochen.
    Dawson City liegt am Klondike River und war während des Gold Rush Ende des 19. Jahrhunderts DER place to be im Yukon.
    An meinem letzten Tag darf ich mich dann selbst von der Einmaligkeit dieses Ortes überzeugen. Nach 3-stündiger Fahrt erreichen wir die Stadt die tatsächlich in der Zeit stehengeblieben scheint. Bereits weit vor Ortseingang türmen sich links und rechts des Highways die Steinberge vergangener Goldgrabungen. Die Stadt selbst könnte auch aus einem Western stammen, an jeder Ecke finden sich historische Gebäude gebaut aus dem Holz des 19. Jahrhunderts.
    Wir schlendern durch die Stadt, gönnen uns ein Dinner in einem der Restaurants das noch vor Jahren ein Saloon war und trinken in der Bar nebenan noch ein paar Bier während wir super nette Gespräche mit dem Wirt und einheimischen Gästen an der Bar führen.
    Am nächsten Tag ist es dann soweit, ich muss mich auch von Jens verabschieden, da ich von hier aus über Whitehorse nach Vancouver weiterreise und damit mein Abenteuer Kanada beenden werde. Der Abschied von Nadja und den Hunden am Tag vorher liegt mir noch auf der Seele, sodass wir uns glücklicherweise sehr kurz halten, was es mir etwas leichter macht nicht schon wieder sentimental zu werden.
    Ich stehe am Ende meiner kanadischen Zeit also in der kleinsten Abflughalle der Welt, in Dawson City, mache eine der skurillsten Erfahrungen mit der Sicherheitskontrolle in dem ich einfach durch ein provisorisches Zelt direkt vor dem Flieger laufe und im vorbeigehen gefragt werde, ob ich Waffen oder Bärenspray dabei habe. Ich antworte mit Nein und darf ohne weiteres in den Flieger einsteigen. Im Flieger selbst wird mir mitgeteilt, dass sich jeder der abgezählten 25 Passagiere bitte auf eine Reihe durch das ganze Flugzeug verteilen soll. Am Ende sitzen wir über 35 Reihen verteilt in einem A321 und ich werde doch noch emotional, als ich beim Anblick der schneebedeckten Berge final realisiere, dass ich den Yukon jetzt wirklich verlassen werde. Dieser Fleck Erde hat sich so sehr in mein Herz gebrannt, eigentlich will ich noch nicht dass es vorbei geht, fühle aber am Ende unheimliche Dankbarkeit für diese wahnsinnig coole Zeit die ich hier hatte.
    Nach einem Zwischenstopp in Whitehorse endet diese Reise in Vancouver. Ich genieße das zivile Leben mit einem Badezimmer ganz für mich alleine (das erste Mal seit zwei Monaten) und einem Kingsize Bett, bevor am nächsten Tag die neue Etappe meines Abenteuers Nordamerika startet.
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