Mayo / Yukon
May 26 in Canada ⋅ ☁️ 10 °C
In ein paar Tagen ist nun mein Leben als Kanadier schon wieder vorbei und ich muss lügen, wenn ich sage dass ich es nicht vermissen werde. Im Gegenteil. In den letzten Tagen kam mir immer wieder der Gedanke, dass ich doch gerne noch was bleiben möchte. Ich mag das einfache Leben im Yukon, die Menschen hier, die Landschaft, die Tiere, das Farmleben und die langen Gespräche bei nicht untergehender Sonne mit Gin Tonic. Nein, eigentlich will ich noch nicht dass es vorbei ist. Und auch wenn die Vorfreude auf den nächsten Teil meiner Reise mit jedem Tag mehr und mehr wächst, werde ich schon mehrmals am Tag etwas wehmütig. Hinzu kommt, dass mich Jens und Nadja auch nicht gehen lassen wollen und nicht müde werden mir immer wieder mit einem Augenzwinkern mitzuteilen wie sie darauf hoffen, dass mir die Einreise in die USA verwehrt wird und ich doch hierbleiben muss um den Sommer im Yukon zu erleben. Ich muss ihnen also hoch und heilig versprechen, dass ich wiederkommen werde und ich meine es auch so. Ich will und werde hierher zurückkommen.
Bis dahin verbringe ich meine letzten 1,5 Wochen allerdings noch mit jede Menge Farming und viel Füttern, Ausmisten, Eier sortieren, waschen und ausliefern, Gewächshaus bauen, jede Menge Yukon-Bewohner in Mayo kennenlernen und mich vom kleinen dicken Eichhörnchen vorführen lassen, dass in den letzten Tagen vermehrt ganz dreist das Hundefutter klaut.
Jens und Nadja nehmen mich noch mit nach Keno, eine alte Minensiedlung sprichwörtlich am Ende der Welt, denn die Strasse geht dort nicht mehr weiter. Hinter diesem Ort ist nur noch Wald und Alaska. Das Dorf scheint einfach in der Zeit stehen geblieben zu sein und ich lerne in der örtlichen Kneipe einige der schrulligen Einwohner kennen, die hier tatsächlich in ihrer eigenen Welt leben.
In Mayo selbst lerne ich Kyla kennen, die eigentlich in der örtlichen Schulküche arbeitet und ihrer Freizeit Tattoo´s sticht, sodass ich mich an einem Nachmittag spontan auf ihrer Couch wiederfinde und mir ein kleines Yukon Andenken gönne. Auf dem Heimweg werde ich von den Anwohnern mittlerweile ganz selbstverständlich gegrüßt und von den Autofahrern auf eine lustige Art und Weise verspottet, wenn ich mal wieder die eigens in Kanada gültigen Vorfahrtsregeln nicht checke und die Kreuzung lahmlege, weil ich vorsichtshalber anhalte anstatt zu fahren. Ich kann mich darauf verlassen dass mich Nadja keine fünf Minuten später anruft und mir erzählt, dass ich bereits Gesprächsthema in Mayo bin und ihr soeben brühwarm erzählt wurde, dass ich typisch deutsch die Verkehrsregeln viel zu genau nehme.
Nach nur vier Wochen bin ich hier ich hier einfach komplett integriert, als ob es nie anders gewesen wäre. Ich liebe es.Read more


























Traveler
Die Kuscheleinheiten werden deine Lieblinge wohl stark vermissen
Traveler
Irgendwie kommt man in seinem Leben immer wieder zu seinen Wurzeln zurück oder?!! Damals waren es zwar nur Pferdeboxen, aber die Arbeit war die Gleiche