• Besuch bei EUROJUST

    June 4 in the Netherlands ⋅ ☁️ 17 °C

    Der letzte Besuch dieser Reise bei einer internationalen Organisation, diesmal keine aus dem Umfeld der UN, sondern eine EU-Behörde. Wir werden herzlich begrüßt bei EUROJUST. Uns wird gleich mehrfach versichert, dass man sich über unser Interesse freut, denn, ja, EUROJUST ist viel weniger bekannt als EUROPOL. Dabei haben beide Behörden durchaus ähnliche Aufgaben: beide sollen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der EU-Mitglieder stärken - EUROPOL bei der Polizei, EUROJUST bei Staatsanwaltschaften. „Das organisierte Verbrechen ist schon lange grenzüberschreitend organisiert“, sagt uns Andreas Reindl. Der junge Amtsrichter aus Bayern arbeitet seit knapp anderthalb Jahren für EUROJUST. Jeder der 26 EU-Mitgliedstaaten hat einen „National Desk“ bei EUROJUST. Die Richter:innen und Staatsanwält:innen, die dort arbeiten, stimmen sich regelmäßig mit den 25 anderen National Desks ab und arbeiten sofort eng miteinander, wenn ein grenzüberschreitender Fall ansteht. „Stellen Sie sich vor, wir erfahren von einer anstehenden Kokain-Lieferung von Rotterdam nach Rumänien“, erläutert Reindl. „Jedes Land, das der Transport durchquert, könnte handeln - also zum Beispiel den Transport abfangen. Nun nehmen wir aber an, Rumänien möchte, dass der Transport ankommt, damit die rumänische Polizei an die Hintermänner kommt. So etwas könnte dann EUROJUST koordinieren.“
    Die häufigsten Fälle, die von EUROJUST koordiniert werden, betreffen Betrug, Geldwäsche, Drogenhandel, Menschenhandel, Cybercrime. Reindl stellt uns die Arbeit mit großer Begeisterung vor, und wir nehmen ihm ab, dass die Arbeit der Behörde rundherum erfolgreich ist. Darauf deutet ebenfalls hin, dass inzwischen auch außerhalb der EU zahlreiche Länder mitarbeiten wollen und teils auch schon mit ständigen Delegationen bei EUROJUST vertreten sind: etwa die USA, Albanien, Großbritannien oder Norwegen. Ein hochinteressanter Besuch!
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