• Florian Pfeil
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Den Haag 2026

Eine Studienreise der FNA Read more
  • Trip start
    June 1, 2026

    Ankunft und Stadtspaziergang

    June 1 in the Netherlands ⋅ ☁️ 21 °C

    Nach einer angenehmen Fahrt erreichen wir das Ziel unserer Studienreise: Den Haag, Regierungssitz der Niederlande und auch Sitz zahlreicher Organisationen. Fünf Tage lang wollen wir uns einen Überblick verschaffen. Bereits im vergangenen September hatte ich eine Studienreise der FNA hierher geleitet. Die große Nachfrage legte die neue Tour nahe - und tatsächlich ist Den Haag eine Stadt mit Flair und Charakter.
    Bei einem ersten orientierenden Stadtspaziergang nach unserer Ankunft widmen wir uns dem repräsentativen Teil der Haager Innenstadt. Unser Hotel könnte kaum zentraler gelegen sein: direkt am Platz „Buitenhof“, dem einstigen „Außenhof“ jenes Jagdschlosses, das Graf Wilhelm II. von Holland und sein Sohn Florens V. hier ab dem Jahr 1248 errichten ließen. Aus dem einstigen Jagdschloss wurde später die Residenz der holländischen Grafen. Im Laufe der Jahre kamen weitere Gebäude hinzu, und der „Binnenhof“ auf dem Areal des einstigen Jagdschlosses wurde das politische Machtzentrum der Niederlande: Sitz des Parlaments „Generalstaaten“ und der Regierung der Niederlande bis heute. Wegen umfassender Sanierungsarbeiten ist der Binnenhof aktuell nur von außen, über den Hofweiher hinweg, anzuschauen, und auch Parlament und Regierung sind aktuell ausquartiert.
    Gegenüber des Binnenhofs widmen wir uns Johan van Oldenbarnevelt, dessen Denkmal gleich vor der Deutschen Botschaft steht. Oldenbarnevelt war 1586 einer der Begründer der Republik der Vereinigten Niederlande. Im Feiheitskampf gegen die spanischen Habsburger gewann er die Unterstützung sowohl von Elisabeth I. von England als auch von Heinrich IV. von Frankreich. 1618 wurde Oldenbarnevelt jedoch Opfer eines Militärputsches unter Prinz Moritz von Oranien.
    Dann spazieren wir durch die Lange Voorhout, mit den Alleen aus Lindenbäumen die prächtigste Flaniermeile im „Goldenen Zeitalter“‘der Niederlande im 17. Jahrhundert. Als letzten Punkt unseres Spaziergangs steuern wir das Palais Noordeinde an, der „Arbeitspalast“ des niederländischen Königs. Gegenüber des Palastes steht ein modernes Denkmal für Königin Wilhelmina, die 58 Jahre lang Königin war und das Land mit strikter Neutralitätspolitik unbeschadet durch den Ersten Weltkrieg steuerte. Nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht und der Besetzung der Niederlande 1940 ging die Königin ins Exil nach London, von wo aus sie ihr Volk zum Widerstand gegen die Besatzer ermutigte.
    Wir lassen unseren ersten Tag im ältesten Wirtshaus von Den Haag ausklingen: t‘Goude Hooft ist seit 1423 als Wirtshaus überliefert.
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  • Im niederländischen Parlament

    June 2 in the Netherlands ⋅ 🌧 18 °C

    Eigentlich sitzt das Abgeordnetenhaus, die Zweite Kammer des niederländischen Parlaments, im Binnenhof. Doch aufwändige Sanierungsarbeiten des alten Gebäudes sorgten für eine vorübergehende Umquartierung der „Tweede Kamer“ in des Geschäftsviertel hinter dem Zentralbahnhof. Lia von ProDemos, einer großen zivilgesellschaftlichen Initiative für politische Bildung, führt uns durch das Gebäude, zeigt uns den Plenarsaal und erklärt uns die Besonderheiten des politischen Systems der Niederlande. Zum Beispiel die Auswirkungen des strikten Verhältniswahlrechts: aktuell sitzen 17 Parteien im Parlament. „Es gab auch schon Zeiten mit noch mehr Parteien in der Zweiten Kammer“, erläutert uns Lia schmunzelnd. Für uns Deutsche eine erschreckende Vorstellung angesichts der Schwierigkeiten, die wir in Deutschland bei der Regierungsbildung in einem Parlament mit 5 Fraktionen erleben. In den Niederlanden sind schwierige Koalitionsbildungen Alltag: Noch nie in der Geschichte der demokratischen Niederlande war eine Partei so stark, dass sie allein regieren könnte. Erleichtert wird der Zwang zur Bildung breiter Koalitionen durch den im Vergleich zu Deutschland wesentlich respektvolleren Umgang der Fraktionen miteinander im Parlament und durch die ausgeprägte Konsenskultur im niederländischen politischen System.
    Die Regierung des aktuellen Premierministers Rob Jetten ist als Minderheitsregierung aus drei miteinander koalierenden Mitte-Fraktionen trotzdem außergewöhnlich. Erst einmal gab es vor Jetten eine Minderheitsregierung in den Niederlanden. Der heute 39jährige ist zudem der jüngste niederländische Regierungschef aller Zeiten. Und er war bei der letzten Wahl im Oktober 2025 ein Überraschungssieger: Die von ihm geführte linksliberale Partei D66 schnellte um mehr als 10% auf 16,9% nach oben und wurde erstmals in ihrer Geschichte stärkste Kraft - knapp vor dem großen Wahlverlierer, der Partei des Rechtspopulisten Geert Wilders, die fast 7% verlor.
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  • Der Internationale Gerichtshof

    June 2 in the Netherlands ⋅ 🌧 18 °C

    1899 trafen sich auf Initiative des russischen Zaren Nikolaus II. In Den Haag Delegationen aus der Staatenwelt, um miteinander zu beraten, was man tun könnte, um den Frieden besser zu sichern. Ein Ergebnis der Verhandlungen war die Idee für einen Permanent Court of Arbitration (PCA), einen internationalen Schiedshof, der die friedliche Streitbeilegung zwischen Staaten fördern sollte. Der US-Stahlmilliardär und Philanthrop Andrew Carnegie stiftete danach das gewaltige Vermögen von 1,5 Millionen Dollar, um dem Frieden einen Palast und dem PCA ein Obdach zu errichten. 1913 wurde der Friedenspalast feierlich eröffnet - in Anwesenheit von Carnegie und der österreichischen Pazifistin und Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner.
    Heute sitzt im Friedenspalast nach wie vor der PCA, aber auch der nächste Schritt in der Ideentradition, Frieden durch Recht zu schaffen: der Internationale Gerichtshof wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als eines der Hauptorgane der Vereinten Nationen geschaffen. Er regelt Streitigkeiten zwischen Staaten gerichtlich. 15 internationale Richterinnen und Richter aus allen Teilen der Welt und aus unterschiedlichen Rechtstraditionen sprechen im Friedenspalast Recht.
    Wir besuchen nicht nur das kleine, aber enorm informative Besucherzentrum des Friedenspalastes, sondern wir haben auch die großartige Möglichkeit, in den Friedenspalast selbst und in den Gerichtssaal des IGH hinein zu kommen.
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  • Der Internationale Strafgerichtshof ICC

    June 3 in the Netherlands ⋅ ☁️ 17 °C

    Der International Criminal Court (ICC) ist ein Meilenstein der Fortentwicklung des Völkerrechts und der individuellen Verantwortlichkeit für Menschheitsverbrechen. Historisch knüpft der ICC einerseits an die Kriegsverbrecherprozesse von Nürnberg und Tokio nach dem Zweiten Weltkrieg an. Aber er griff auch die Erfahrungen der beiden ad hoc-Tribunale für Ex-Jugoslawien und Ruanda in den 90er Jahren auf. 1998 einigten sich zahlreichen Staaten der Welt darauf, mit dem sogenannten Römischen Statut einen völkerrechtlichen Vertrag über die Einrichtung eines permanenten Internationalen Strafgerichtshof zu verabschieden. 2002 trat der Vertrag in Kraft und der ICC konnte eingerichtet werden. Heute haben 125 Staaten das Römische Statut ratifiziert. Einige übliche Verdächtige sind nicht dabei: Russland, China, Indien, Pakistan und die USA zum Beispiel. Die USA bekämpfen den ICC politisch schon seit der Administration von George W. Bush. Aber Trump geht noch weiter: Er hat persönliche Sanktionen u.a. gegen den britischen Chefankläger und mehrere Richter verhängt - und gegen deren Familien.
    Dabei ist die Arbeit des ICC so wichtig! Zuständig ist er für vier Delikte: Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Kriegsverbrechen und Aggressionsverbrechen. Und er ist auch nur subsidiär zuständig: Wenn der Heimatstaat eines mutmaßlichen Menschheitsverbrechers nicht willens oder nicht in der Lage ist, ein nationalstaatliches Verfahren zu führen.
    Almira, unsere Guide, stellt uns im heute leeren Gerichtssaal wichtige Aspekte der Arbeit des ICC vor. So sei zum Beispiel Zeugenschutz enorm wichtig: „Es ist fast immer lebensverändernd, Zeuge in einem Verfahren vor dem ICC zu sein. Oft ist es sogar lebensgefährlich“, sagt sie uns. Deshalb sei etwa der Zeugenstand von der Besuchertribüne aus nicht einsehbar. Bei besonders gefährdeten Zeuginnen oder Zeugen könnten diese sogar von einem Nebenraum aus digital zugeschaltet werden - verpixelt und mit verfremdeter Stimme.
    Geraldine aus Frankreich, die uns im zweiten Gespräch ihre Arbeit vorstellt, sagt uns fröhlich lachend, dass sie bei manchen ihrer Kolleginnen und Kollegen gar nicht so beliebt sei: „Manche glauben, wir stünden auf der Seite der „bad guys““, denn ihre Abteilung ist dazu da, die Strafverteidiger der mutmaßlichen Täter zu unterstützen. Während die Anklägebehörde permanent arbeitet, können die Angeklagten ihre Rechtsbeistände selbst wählen. Und Geraldines Abteilung ist dafür da, die Verteidiger, die oft noch gar keine Erfahrung vor dem ICC haben, beim Wissensmangement und bei technischen Fragen zu unterstützen. „Wir stehen natürlich gar nicht auf der Seite der Täter“, betont Hélène. „Aber ich bin überzeugt, dass jeder Mensch das Recht auf ein faires Verfahren hat - auch die mutmaßlichen bad guys.“
    Einer davon ist Rodrigo Duterte, der ehemalige Präsident der Philippinen, der im Rahmen seines „war on drugs“ zahlreiche Zivilist:innen durch Polizei und Militär erschießen ließ. Dies könnten „extralegale Hinrichtungen“ sein und damit Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das Verfahren läuft. Wenig wahrscheinlich ist indes, dass in nächster Zeit die Haftbefehle gegen Wladimir Putin oder Benjamin Netanyahu zu Festnahmen führten…
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  • Am Strand von Scheveningen

    June 3 in the Netherlands ⋅ ⛅ 16 °C

    Wir verbringen unsere Mittagspause am Meer. Das ansonsten während dieser Tour eher bescheidene Wetter lockert über Mittag auf und es kommt zwischendurch sogar die Sonne heraus. Die riesigen Beton-Bettenburgen auf der landwärtigen Seite der Uferpromenade von Scheveningen sind nicht unbedingt schön. Aber der Blick vom Ufer über Sandstrand und Pier auf das Meer lüftet den Kopf durch. Zum Essen gehe ich mit einigen Reisenden in die Foodhall, ein Marktplatz mit zahlreichen verschiedenen kleinen gastronomischen Ständen - keine Ketten! Mein Lieblingsstand bietet authentische Küche aus der einstigen niederländischen Kolonie Surinam: Curry-Hühnchen mit gebratenem Gewürzreis und Bohnen. Sehr gut!Read more

  • Stadtrundgang, Teil 2

    June 3 in the Netherlands ⋅ ☁️ 19 °C

    Von unserem Hotel aus spazieren wir in den südlichen Teil der Innenstadt. Erste Station ist die Teresia van Avila-Kerk, eine katholische Schlupfkirche. Nach dem 80jährigen Unabhängigkeitskrieg der calvinistischen Niederländer gegen die katholischen spanischen Habsburger gab es 1648 Frieden, und im „Spanischen Hof“ eröffnete der spanische Botschafter über der Remise seiner Kutsche eine katholische Kapelle. Nach und nach entwickelte sich diese Kapelle zum Zentrum der Haager Katholik:innen. Der Stadtrat von Den Haag nahm diese Kapelle hin, beharrte aber darauf, dass die Kapelle von der Straße aus nicht zu sehen sein dürfe.
    Als der Botschafter 1811 aus dem Spanischen Hof auszog erhielten die Haager Katholiken die Genehmigung, im Spanischen Hof eine neue große Kirche zu bauen, die 1841 im klassizistischen Stil vollendet wurde.
    Weiter führt uns unser Weg zum Denkmal für „Haagse Harry“, eine in den Niederlanden und besonders in Den Haag äußerst populäre Comic-Figur des Zeichners Marnix Rueb. Der Haagse Harry sollte die einfache Einwohnerschafz von Den Haag liebevoll abbilden: derb, etwas prollig, aber mit viel Herz. Der übergewichtige Harry mit Vokuhila-Frisur und buntem Trainingsanzug hat immer eine Spruch auf de Lippen und kommentiert Leben, Gesellschaft und Politik in Den Haag. Immer mit Herz für die, die wie er ganz unten sind. Und oft mit beißendem Spott für „die da oben“. Treibt man Harry mal argumentativ in die Ecke, dann beendet er den Kampf ums letzte Wort mit einem herzhaften „Halt den Mund, ich hab Recht!“ Als Marnix Rueb starb, gaben unzählige Fans den Zeichner das letzte Geleit genau so, wie Rueb es sich gewünscht hätte: Im „Haagse Harry“-Outfit, mit Transparenten mit seinen coolsten Sprüchen, mit viel Herz und viel Humor.
    Dann folgen wir der Wagenstraat in die größte Chinatown der Niederlande. Als das Stadtviertel in den 70ern zum sozialen Brennpunkt wurde, taten sich unzählige asiatische Geschäftsleute mit der Stadtverwaltung zusammen und investierten. Heute ist „Chinatown“ ein quirliges Viertel mit Gastronomie, Massage- und Tattoostudios, asiatischen Lebensmittelgeschäften jeder Spielart.
    Die jüdische Gemeinde von Den Haag wurde während der deutschen Besatzung brutal dezimiert. Unzählige niederländische Jüdinnen und Juden wurden in Konzentrationslager deportiert und ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die jüdische Gemeinde von Den Haag derart dezimiert, dass sie nur noch eine der ursprünglich drei Synagogen benötigte. Die Synagoge in der Wagenstrat wurde 1975 aufgegeben und stand einige Jahre leer - bis die türkisch-islamische Gemeine das Gebäude kurzerhand besetzt. Seit Jahren waren die Muslime aus Chinatown händeringend auf der Suche nach einer geeigneten Moschee. Und so ist die ehemalige Synagoge heute eine Moschee…
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  • Grachtenrundfahrt mit De Ooievaart

    June 3 in the Netherlands ⋅ 🌧 16 °C

    Den Haag hat nicht mehr annähernd so viele Grachten wie Amsterdam. Die meisten wurden im Zuge von Stadtentwicklungsprozessen zugeschüttet. Aber manche gibt es noch und in den letzten Jahren wurden einige sogar wieder ausgehoben, weil wassergefüllte Kanäle eine Stadt in Zeiten der globalen Erwärmung gut herunterkühlen können. Und so können wir heute in einem Boot der ehrenamtlichen Initiative in rund 90 Minuten einmal um die Innenstadt herumschippern. Nur das Wetter möchte uns ärgern: Ausgerechnet während der Kanalfahrt im offenen Boot regnet es. Mariann, unsere fröhliche Guide, lässt sich davon nicht unterkriegen. Mit viel Herz und enormer Expertise bringt sie uns vom Wasser aus ihre Heimatstadt näher. Wir sind begeistert - aber auch beinahe weggespült.Read more

  • Nationales Denkmal Oranjehotel

    June 4 in the Netherlands ⋅ 🌧 16 °C

    „Oranjehotel“, Hotel für die Oranier, wurde das Gefängnis im Stadteil Scheveningen spöttisch genannt, als es 1940 von den deutschen Besatzern übernommen wurde. Widerstandskämpfer:innen, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung - sie alle wurden hier von den Nazis inhaftiert. Manche nur wenige Tage zur Einschüchterung, andere über Monate. Sie wurden gedemütigt und misshandelt. Im Schnitt saßen hier 1.500 Gefangene gleichzeitig ein, verteilt auf rund 500 Zellen, in denen es nur einen Eimer und ein Bett gab. Der jeweils Älteste durfte nachts im Bett schlafen, die anderen schliefen auf dem Boden. Misshandlungen waren an der Tagesordnung. Manche Gefangenen wurden entlassen, andere in deutsche Konzentrationslager überstellt und ermordet. Rund 250 Gefangene wurden in das nahegelegene Dünengebiet Waalsdorpervlakte gebracht und dort von einem deutschen Erschießungskommando ermordet.
    Heute ist hier eine bewegende Gedenkstätte mit Museum.
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  • Besuch bei EUROJUST

    June 4 in the Netherlands ⋅ ☁️ 17 °C

    Der letzte Besuch dieser Reise bei einer internationalen Organisation, diesmal keine aus dem Umfeld der UN, sondern eine EU-Behörde. Wir werden herzlich begrüßt bei EUROJUST. Uns wird gleich mehrfach versichert, dass man sich über unser Interesse freut, denn, ja, EUROJUST ist viel weniger bekannt als EUROPOL. Dabei haben beide Behörden durchaus ähnliche Aufgaben: beide sollen die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der EU-Mitglieder stärken - EUROPOL bei der Polizei, EUROJUST bei Staatsanwaltschaften. „Das organisierte Verbrechen ist schon lange grenzüberschreitend organisiert“, sagt uns Andreas Reindl. Der junge Amtsrichter aus Bayern arbeitet seit knapp anderthalb Jahren für EUROJUST. Jeder der 26 EU-Mitgliedstaaten hat einen „National Desk“ bei EUROJUST. Die Richter:innen und Staatsanwält:innen, die dort arbeiten, stimmen sich regelmäßig mit den 25 anderen National Desks ab und arbeiten sofort eng miteinander, wenn ein grenzüberschreitender Fall ansteht. „Stellen Sie sich vor, wir erfahren von einer anstehenden Kokain-Lieferung von Rotterdam nach Rumänien“, erläutert Reindl. „Jedes Land, das der Transport durchquert, könnte handeln - also zum Beispiel den Transport abfangen. Nun nehmen wir aber an, Rumänien möchte, dass der Transport ankommt, damit die rumänische Polizei an die Hintermänner kommt. So etwas könnte dann EUROJUST koordinieren.“
    Die häufigsten Fälle, die von EUROJUST koordiniert werden, betreffen Betrug, Geldwäsche, Drogenhandel, Menschenhandel, Cybercrime. Reindl stellt uns die Arbeit mit großer Begeisterung vor, und wir nehmen ihm ab, dass die Arbeit der Behörde rundherum erfolgreich ist. Darauf deutet ebenfalls hin, dass inzwischen auch außerhalb der EU zahlreiche Länder mitarbeiten wollen und teils auch schon mit ständigen Delegationen bei EUROJUST vertreten sind: etwa die USA, Albanien, Großbritannien oder Norwegen. Ein hochinteressanter Besuch!
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  • Brennerei Van Kleef

    June 4 in the Netherlands ⋅ ☁️ 17 °C

    Zum Anschluss des heutigen Bildungsprogramms noch ein „Wohlfühlbesuch“: Van Kleef stellt seit 1842 Liköre und Brände her, ursprünglich vor allem den in den Niederlanden erfundenen Genever. Wie wichtig die Brennerei einst war, belegt uns Fleur Kruyt, die heutige Chefin, mit dem ersten Telefonbuch von Den Haag aus den 1880ern: Van Kleef hatte die Telefonnummer „1“! „Stellt Euch das vor“, lacht Fleur: „Nicht der König hat die „1“, auch nicht die Regierung, sondern eine Schnapsbrennerei!“
    Das Wort Genever kommt von der niederländischen Bezeichnung für den Wacholder. Der Schnaps wird traditionell aus Roggen- und Gerstenmalz hergestellt und mit Wacholder, Kräutern, manchmal auch Kümmel versetzt. Die Engländer waren von dem niederländischen Schnaps so begeistert, dass sie versuchten, ihn nachzumachen, wobei sie mehr Wacholder nahmen. So entstand der Gin, dessen Name nur eine englische Verballhornung und Kürzung von „Genever“ ist. Wir probieren den Genever von Van Kleef und auch den einen oder anderen Likör, darunter so interessante Geschmacksrichtungen wie „Salzkaramell“ oder „Salmiak“. „Wer den trinkt und sagt, er schmeckt ihm, der ist Holländer“, sagt Fleur und lacht. Ich gestehe: Mir schmeckt er!
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  • Abschlussessen im Hafen von Scheveningen

    June 4 in the Netherlands ⋅ ⛅ 16 °C

    Morgen früh haben wir noch Programm, bevor es auf die Rückfahrt nach Ingelheim geht. Aber heute ist der letzte Abend unserer Reise. Wir essen Fisch im Hafen von Scheveningen - und das Haager Wetter verabschiedet uns versöhnlich.Read more

  • Museum Mauritshuis

    June 5 in the Netherlands ⋅ ⛅ 17 °C

    Im Palais Mauritshuis gleich neben dem Binnenhof findet sich ein großartiges Museum der Alten Meister aus dem Goldenen Zeitalter der Niederlande, das eben nicht nur eine kaufmännische, politische und militärische, sondern auch eine kulturelle Blütephase war. Die zu Reichtum gekommenen niederländischen Kaufleute investierten in Kunst, so dass große Malereischulen und -werkstätten entstanden. Die berühmteste Bewohnerin des Mauritshuis ist natürlich das „Mädchen mit dem Perlenohrring“ von Jan Vermeer. Aber das Mauritshuis hat viele weitere Hochkaräter zu bieten: Von Vermeer gibt es etwa auch die „Ansicht von Delft“. Faszinierend auch ein Auftragswerk, das der 25jährige Rembrandt für den bekannten Chirurgen Dr. Nicolaes Tulp anfertigte. Tulp hielt jährliche Anatomiestunden an den Leichen hingerichteter Krimineller ab, bei denen weitere Ärzte der Chirurgengilde zusahen und mit ihm diskutierten. Aber auch zahlendes Publikum war willkommen. 1632 gab die Chirurgengilde bei Rembrandt dieses Gemälde in Auftrag.
    Die beeindruckende Sammlung aus dem Goldenen Zeitalter der Niederlande ist ein würdiger Abschluss unserer Studienreise. Nun kehren wir zurück nach Ingelheim.
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  • Dank

    June 5 in the Netherlands ⋅ ☁️ 18 °C

    Dank an meinen Mitreisenden Hartmut für diese wunderbare Zeichnung!

    Trip end
    June 5, 2026